Seite 4: Bildqualität und Messergebnisse

In unserer großen Display-FAQ gehen wir umfangreich auf verschiedenen Panel-Techniken ein und erklären deren Vor- und Nachteile, die sich unmittelbar auf die Darstellungsqualität auswirken. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.

Subjektive Beurteilung der Bildqualität

ASUS möchte mit seinem ProArt PA34VC Kreativ-Nutzer ansprechen. Darum gibt es die bewährte Kombination aus 34 Zoll und einer Auflösung von 3.440 x 1.440 Bildpunkten. Diese hat sich bewährt, denn es wird viel Platz auf dem Desktop geboten. Durch das 21:9-Format können nicht nur recht problemlos mehrere Fenster nebeneinander angeordnet werden, es wird beispielsweise auch Platz für Paletten in Photoshop oder InDesign geboten. Wer jedoch auf eine maximale Auflösung Wert legt und entsprechend eine noch schärfere Bilddarstellung wünscht, muss zu einem 4K-Gerät oder gleich zum LG 34WK950 greifen. Letzterer bietet auf 34 Zoll noch einmal deutlich mehr Bildpunkte als unser Testgerät. Allerdings muss dann eine Skalierung bemüht werden.

ASUS setzt bei PA34VC auf eine Curved-Oberfläche. Was bei der Medienwiedergabe meist vorteilhaft ist und zu einem höheren Grad der Immersion führt, kann bei der produktiven Anwendung nachteilig sein. Gerade dann, wenn perspektivische Korrekturen in der Bildbearbeitung vorgenommen werden sollen, stört es, dass es keine gerade horizontale Linie auf dem Bildschirm gibt.

Davon einmal abgesehen, kann das verbaute IPS-Panel mit sehr großen Blickwinkeln und einer angenehmen, kontrastreichen Darstellung aufwarten. Ab Werk ist der Monitor jedoch etwas zu kühl abgestimmt. Da ASUS aber wie üblich sehr viele Presets integriert, kann im Rahmen gegengesteuert werden. 

HDR-Support ist beim PA34VC ebenfalls mit von der Partie, wobei ASUS HDR10 bietet. Bedingt durch die nicht allzu hohe maximale Helligkeit fällt das HDR-Erlebnis aber nicht allzu extrem aus.

Bauartbedingt hat auch das von ASUS eingesetzte Panel mit einem leichten Backlight-Bleeding zu kämpfen. Wer aber unter normalen Bedingungen vor dem Rechner sitzt, wird davon nicht allzu viel mitbekommen. Nur in einer dunklen Umgebung und bei dunklen, homogenen Hintergründen können sich die Lichthöfe bemerkbar machen. In der Praxis stört das kaum.

Das Coating ist stumpfmatt und hat keinen negativen Einfluss auf die Darstellungsqualität.

Gaming-Features

ASUS spendiert seinem ProArt-Display nicht nur eine maximale Wiederholfrequenz von 100 Hz, sondern auch FreeSync-Support. Damit ist der 34-Zöller, auch dank seiner geschwungenen Oberfläche, prinzipiell recht gut zum Gaming geeignet. Wird der 100-Hz-Modus genutzt, wird ein deutlich unmittelbareres Spielgefühl geboten, als es noch mit 60 Hz der Fall ist. Zusammen mit FreeSync wird das Tearing bekämpft, sodass sich unser Testkandidat auch für mehr als nur die kleine Spielrunde zwischendurch eignet.

Das von ASUS eingesetzte IPS-Panel ist vergleichsweise flott, es kommt aber dennoch zu einer Schlierenbildung. Diese hält sich aber noch in Grenzen und wird Casual-Gamer wohl nicht allzu sehr stören. 

Die Kalibrierung

Der ProArt PA34VC ist ein Gerät, das ganz klar auf den Einsatz bei Kreativ-Profis abgestimmt wurde. Das erkennt man nicht nur am beiliegenden Colorimeter, sondern an den weiteren Features. Während das IPS-Panel mit 10 Bit angesteuert wird, sodass mehr als eine Milliarde Farben dargestellt werden können, werden die Farben intern sogar mit 14 Bit in der LUT bearbeitet. Entsprechend präzise wird die Farbabstimmung. Von den technischen Daten her muss sich ASUS hier keinesfalls hinter Platzhirschen wie Eizo verstecken. 

Mindestens genauso interessant ist die Möglichkeit der Hardwarekalibrierung. Dabei werden die Messergebnisse des Colorimeters direkt in die angesprochene, mit 14 Bit arbeitende, Look-up-Table des Monitors geschrieben. Da so der Umweg über die Grafikkarte ausgespart wird, sollen besonders präzise Ergebnisse ermöglicht werden.

Die Kalibrierung erfolgt über die ASUS-Software ProArt Calibration, die mit dem Display mitgeliefert wird. Die essenziellen Einstellungen sind schnell gemacht und danach geht es in einem dreistufigen Prozess los. Im ersten Schritt wird die Homogenität angepasst und im Anschluss kontrolliert. Danach wird die eigentliche Farbkalibrierung im mittleren Sektor vorgenommen. Abschließend kann die gut dokumentierte Kalibrierung in einen der beiden Custom-Speicherplätze geschrieben werden.