Seite 4: BIOS und Overclocking

BIOS

Das NZXT N7 B550 kam bei uns mit der vorinstallierten BIOS-Version P1.00 an, was dem First Release entspricht. In dieser ersten BIOS-Version ist die AGESA-Version 1.1.0.0 enthalten, weshalb das NZXT N7 B550 ab Werk mit den Ryzen-5000-Prozessoren kompatibel ist. Zwar bietet NZXT mit dem BIOS P1.10 ein neues BIOS an, das jedoch weiterhin AGESA 1.1.0.0 inkludiert hat und für unseren Test nicht relevant war. Da jedoch AGESA 1.2.0.1 deutlich aktueller ist und zahlreiche Optimierungen mit sich bringt, hat NZXT an dieser Stelle also noch etwas Arbeit vor sich.

Dabei warnt NZXT auch vor USB-Problemen in Verbindung mit einer NVIDIA-GeForce-RTX-3000-Grafikkarte, die im PCIe-4.0-Modus arbeitet. Diese Probleme werden untersucht und gegebenenfalls mit einem künftigen BIOS-Update behoben. Als Workaround gibt NZXT an, die Grafikkarten-Anbindung auf PCIe 3.0 zu stellen. Dieser Tipp ist häufiger im Internet zu finden ist und konnte das Problem in den meisten Fällen entschärfen.

Anhand der UEFI-Struktur fällt es den Kennern bereits ins Auge, dass NZXT weiterhin mit ASRock zusammenarbeitet. Die Farben wurden passend zu NZXT angepasst. Zudem hat der Anwender die Möglichkeit festzulegen, welcher Reiter beim Aufrufen der UEFI-Oberfläche angezeigt werden soll. Unter "Overclocking" findet der Anwender sämtliche OC-Funktionen. Anstatt das Ganze zu separieren, wurden die meisten Einstellungen auf einer Seite untergebracht, es gibt allerdings auch einige Untermenüs. Alle gewählten Einstellungen können auf insgesamt zehn verfügbaren Profilplätzen gesichert werden. Die Profile lassen sich auf einen USB-Stick sichern und auch wieder ins UEFI importieren. Auf der "Advanced"-Seite kann wie immer auf die Einstellungen zugegriffen werden, die sich auf die Onboard-Komponenten beziehen.

Die sonst umfangreichen Tools wurden recht stark beschnitten: Dort zu finden sind das SSD-Secure-Erase und NVMe-Sanitization-Tool sowie die Instant-Flash-Funktion. Mithilfe des PC-Monitoring erhalten wir stets einen Überblick über die anliegende CPU- und Mainboard-Temperatur, über die Spannungen und Lüfterdrehzahlen und können letztere auch beeinflussen. Im Anschluss folgt der "Security"-Reiter, bei dem das UEFI beispielsweise mit einem Kennwort geschützt werden kann, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Die Boot-Settings werden ebenfalls separat einquartiert. Auf dieser Seite werden die Boot-Prioritäten und andere zum Starten relevante Einstellungen festgelegt. Last but not least ist noch der Punkt "Exit" an Ort und Stelle.

Wir haben am UEFI nichts auszusetzen. Die Steuerung durch die Menüs mit Maus und/oder Tastatur ist von NZXT bzw. ASRock sehr angenehm ausgeführt worden. Wie es sein soll, wurden zudem alle Einstellungen konsequent umgesetzt und wir hatten auch in dieser Richtung nichts zu bemängeln. Auch war die Stabilität sehr gut.

Overclocking

Dank des B550-PCHs ist mit dem NZXT N7 B550 eine Übertaktung von CPU und Arbeitsspeicher möglich. Für den Prozessor halten sich dazu 14 Spulen bereit.

Mit dem NZXT N7 B550 kann eine Veränderung des BCLK von 100,0000 MHz bis 150,0000 MHz in 0,0625-MHz-Intervallen vorgenommen werden. In Sachen CPU-Spannung hat der Anwender zwei Optionen. So stehen ihm die Modi Override und Offset zur Verfügung. Mit dem Override-Modus lässt sich die Spannung von 0,900 V bis 1,800 V in 0,005-V-Schritten fixieren. Im Offset-Modus fällt der Spielraum mit -100 mV bis +300 mV in 5-mV-Intervallen ebenfalls komfortabel aus.

Die Overclocking-Funktionen des ASRock B550 Steel Legend in der Übersicht
Base Clock Rate 100,0000 MHz bis 150,0000 MHz in 0,0625-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,900 Volt bis 1,800 Volt in 0,005-V-Schritten (Override-Modus)
-100,00 mV bis +300,00 mV in 5-mV-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,002 Volt bis 2,196 Volt in 0,006-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SOC-Spannung 0,900 Volt bis 1,800 Volt in 0,005-V-Schritten (Override-Modus)
-100,00 mV bis +300,00 mV in 5-mV-Schritten (Offset-Modus)
CPU-VDD18-Spannung 1,700 Volt bis 2,100Volt in 0,050-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VDDP-Spannung - nicht möglich -
PCH-Core-Spannung - nicht möglich -
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen VPPM, VTT_DDR, OC-Mode -> CPU-Core/Cache Auto-Phase und SVID_VR_HOT
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 34 Parameter
XMP/D.O.C.P. wird unterstützt (D.O.C.P.)
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und fünf optionale FANs,
CPU-LLC Level 1-5

Beim Overclocking-Test kam heraus, dass das NZXT N7 B550 den Ryzen 5 3600X problemlos mit 4,3 GHz auf allen sechs Kernen betreiben konnte, wobei die Stromversorgung gerade mit den großen Ryzen-5000-Prozessoren deutlich mehr Arbeit hätte. Im BIOS mussten wir eine VCore von 1,375 V und dazu die LLC-Stufe 1 hinterlegen. CPU-Z hat die Spannung sehr abweichend ausgelesen, deutlich näher dran war HWINFO64.

Im zweiten Test haben wir im BIOS eine VCore von 1,4 V hinterlegt, um die Temperaturen der VRM-Kühler zu checken. Und diese blieben erfreulicherweise deutlich unterhalb von 50 °C.

Das XMP der beiden DIMMs wurde ohne Schwierigkeiten umgesetzt. Mit manuellen Einstellungen haben wir nicht nur einen höheren Speichertakt erreicht, sondern konnten auch die Latenzen deutlich mit anziehen.