Seite 7: Radeon RX 5700 XT - Impressionen Teil 2

Gut zwei Dutzend Schrauben halten den Kühler und das dazugehörige Gehäuse auf der Radeon RX 5700 XT. Dies ist übrigens auch bei der Radeon RX 5700 im Referenzdesign der Fall. Die beiden Kabel für die Lüfter und die Beleuchtung könnten für die Demontage auch gerne etwas länger sein. Aber am Ende können wir einen Blick auf das PCB der Radeon RX 5700 XT werfen und erkennen viele Parallelen zur Radeon RX 5700 – genauer gesagt sind die PCB-Designs identisch, einzig in der Bestückung unterscheiden sie sich.

Da wir die Backplate entfernt haben, können wir auch einen Blick auf die Rückseite des PCBs werfen. Wieder sehr schön zu erkennen sind die Strukturen bzw. die Aufteilung des PCBs. In der Mitte ist der rückseitige Bereich der GPU zu erkennen, links davon die Strom- und Spannungsversorgung.

Das GPU-Package wird auf drei Seiten von den acht GDDR6-Speicherchips umschlossen. AMD verwendet wieder ein GPU-Package mit Rahmen drum herum, um Beschädigung der GPU durch den Kühler vorzubeugen. NVIDIA beispielsweise verzichtet auf einen solchen Rahmen.

Auch für die GPU auf der Radeon RX 5700 XT gilt: Das eigentliche Modell ist nicht zu erkennen. Es handelt sich aber um eine Navi10-GPU, die bei TSMC in 7 nm gefertigt wird. Auf der GPU sind noch die Rückstände des Graphit-Pads zu erkennen, welches den Wärmeübergang zwischen GPU und Kühlkörper sicherstellen soll.

Auf unserem Sample der Radeon RX 5700  ist GDDR6-Speicher aus dem Hause Micron verbaut. Auf der Radeon RX 5700 XT finden wir Speicher von Samsung. In beiden Fällen arbeitet er mit 1.750 MHz bzw. 14 GBit/s pro Pin. Es handelt sich somit um den Standardspeicher aus dem GDDR6-Standard. Ob nun jede Radeon RX 5700 mit Speicher von Micron und jede Radeon RX 5700 XT mit Speicher von Samsung bestückt sein wird, müssen wir noch abwarten. Letztendlich unterscheidet sich der Speicher hinsichtlich der Leistung nicht. Beim OC-Verhalten könnte es aber Unterschiede geben.

Im Vergleich zur Radeon RX 5700 wird die Spannungsversorgung der Radeon RX 5700 XT etwas aufgebohrt. Anstatt sechs Phasen sind hier sieben ausgeführt. Dies repräsentiert auch die höhere TGP von 180 zu 225 W ganz gut. Während die Vorderseite der VRM-Reihe komplett bestückt ist, zeigen sich auf der Rückseite noch einige freie Lötstellen. Ob und wo AMD diesen nutzen wird, ist nicht bekannt.

Auch auf der Radeon RX 5700 XT ist der freie Platz für den BIOS-Switch vorhanden. Links daneben ist der Anschluss für die Beleuchtung des Radeon-Schriftzugs auf der Stirnseite der Karte zu erkennen.

Das hintere Drittel des PCBs ist, von der Fläche gesehen, weniger eng bestückt. Oben sind die beiden zusätzlichen Stromanschlüsse zu erkennen. Rechts unten befindet sich der Lüfteranschluss und auch einige weitere Schaltungen sind hier untergebracht.

Wie schon bei der Radeon RX 5700 kommt auch auf der Radeon RX 5700 XT ein IR 35217 VRM-Controller von International Rectifier (Infineon Technologies) zum Einsatz. Kombiniert wird dieser einmal mehr mit FDMF 3170 Smart Power Stage von ON Semiconductor, die sich rechts vom GPU-Package (hier nicht zu sehen) befinden.

Der Kühler der Radeon RX 5700 XT ist vom inneren Aufbau her identisch mit der auf der Radeon RX 5700 verbauten Modell. Lediglich hinsichtlich der Optik gibt es beim Kühlergehäuse Unterschiede, die wir bereits aufgezeigt haben. Einzig die GPU wird von der Kupferbodenplatte abgedeckt. Speicher, VRMs und einige weitere Komponenten sitzen auf dem Rahmen des Kühlers auf und diese Bereiche sind auch mit Wärmeleitpads versehen worden.

Auf der Radeon RX 5700 XT setzt AMD ebenfalls auf das Graphit-Pad um den Wärmeübergang zwischen GPU und Kühlkörper bzw. Bodenplatte herzustellen. Baut man die Karte wieder zusammen, sollte man darauf achten, dass das Pad ausreichend Kontakt mit der GPU und der Bodenplatte hat. Am besten ist es das Pad dann mit Wärmeleitpaste zu ersetzen oder ein neues Pad zu verwenden. Natürlich kommt auch auf der Radeon RX 5700 XT eine Vapor-Chamber zum Einsatz.

Der Radiallüfter auf der Radeon RX 5700 XT stammt vom gleichen Hersteller wie auf der kleineren Navi-Variante. In der Ausführung der Kühlung gibt es also keinerlei Unterschiede. Der gleiche Kühler muss mit einer Abwärme von 180 W auf der Radeon RX 5700 und 225 W auf der Radeon RX 5700 XT zurechtkommen.

Auf dem obigen Bild ist rechts oben ganz zu erkennen, wie AMD den Lüfter und den dahinter liegenden Kühlkörper einfasst. Dort wo unser Logo als Wasserzeichen zu erkennen ist, befindet sich die Beule im Gehäuse des Kühlers. Diese ist also von rein optischer Natur und führt nicht den Luftstrom besser durch das Gehäuse, wie oftmals vermutet wurde.