Seite 7: Fazit

Das Level 20 HT beeindruckt allein schon durch Größe und Gestaltung. Dabei setzt es die verbaute Hardware wie eine Vitrine in Szene - und erlaubt Einblicke durch Seitenteile und eine Front aus Glas. Auch der Deckel wird von Glas bedeckt. Darunter sind aber vor allem die Anschlusskabel zu sehen, die von Mainboard, Erweiterungskarten und Netzteil nach hinten geführt werden. Denn die Hardware wird im Level 20 HT um 90 Grad gedreht montiert. Das eröffnet dem Nutzer typischer Tower-Gehäuse neue Blickwinkel. So ist die Grafikkarte von der linken Seite aus bestens zu sehen - und das ganz ohne Riserkabel. 

Der reine Showeffekt ist aber nicht alles. Beeindruckend ist auch, dass bei der Komponentenwahl kaum Limits gesetzt werden. Und auch die zehn Lüfterplätze sind prinzipiell beachtlich. Zum Teil wird der Airflow aber durch die Glasflächen beeinträchtigt. Gerade mit Blick auf den DIY-Wasserkühlungseinsatz ist das Level 20 HT aber gar nicht so extrem, wie sein Format vermuten lassen würde. Maximal können zwei 360-mm-Radiatoren verbaut werden. Dazu kommen zwei Sockel für Thermaltakes Pumpen-AGB-Kombi-Lösungen - und zwar bestens sichtbar direkt hinter der Glasfront.

Die Montage der Komponenten ist im riesigen Gehäuse unkompliziert möglich. Erleichtert wird sie zusätzlich dadurch, dass der Mainboardtray einfach ausgebaut werden kann. Thermaltake nutzt für den Staubschutz am Boden und an der Rückwand einfache Staubgitter. Die magnetische Montage stellt sicher, dass diese Gitter einfach zu reinigen sind. Das I/O-Panel ist nicht nur zweigeteilt, sondern es stellt auch zahlreiche Anschlüsse einschließlich eines USB Typ-C-Ports bereit. 

Aber muss ein E-ATX-Showgehäuse mit 360-mm-Radiatorenplätzen zwangsweise 468 x 613 x 503 mm (B x H x T) groß und über 20 kg schwer sein? Nicht wirklich. Lian Li hat das Gegenteil erst kürzlich mit dem PC-O11D XL ROG Certified bewiesen. Bei Maßen von 285 x 513 x 471 mm fällt es deutlich kompakter aus, das Gewicht wird sogar halbiert. Trotzdem können ab Werk drei 360-mm-Radiatoren montiert werden. Und trotz hochwertigerem Materialmix ist das PC-O11D XL sogar etwas günstiger. Allerdings wird es komplett lüfterlos ausgeliefert und wirkt weniger wie eine Vitrine. Wer wirklich extreme Projekte plant, könnte in diesem Preisbereich alternativ auch gleich über das The Tower 900 und 560-mm-Radiatoren nachdenken

Letztlich ist das Level 20 HT ein imposantes Showgehäuse, dessen enormes Volumen allerdings noch effektiver ausgereizt werden könnte. 

Positive Aspekte des Thermaltake Level 20 HT:

  • geräumiges Gehäuse mit enorm viel Platz für Towerkühler und lange Grafikkarten
  • hoher Showfaktor dank des Vitrinenaufbaus 
  • ab Werk gute Kühlleistung, Lüfter lassen sich weit herunterregeln und sind dann angenehm leise
  • 360-mm-Radiatorenplätze an der Seite und am Boden
  • modulare HDD-Käfige, werkzeuglose Montage für 3,5-Zoll-Laufwerke
  • Mainboardtray kann ausgebaut werden
  • magnetische Staubgitter für Boden und Rückwand, zusätzlich Gitterstreifen an Front und Deckel

Negative Aspekte des Thermaltake Level 20 HT:

  • groß und schwer, Konkurrenzmodelle bieten zum Teil mehr Radiatorenplätze schon auf deutlich weniger Raum
  • Airflow teilweise durch Glaselemente eingeschränkt, GPU-Kühlleistung ab Werk mager
  • keine HDD-Entkopplung