Seite 3: Leistung, Laufzeit, Fazit

Leistung

So modern und vielversprechend der verbaute SoC auch ist, die gebotenen Leistungen enttäuschen ein Stück weit. Zwar tut sich so mancher Benchmark schwer mit dem korrekten ermitteln der Performance eines Big.Little-Systems, die Tendenz ist über die Summe der unterschiedlichen Tests jedoch eindeutig: Mehr als Mittelmaß bietet der Chip im Galaxy Alpha nicht. So reicht es im 3DMark (Ice Storm Unlimited) für knapp 7.300 Punkte, AnTuTu spricht von annähernd 34.000 Punkten. In beiden Fällen schneiden Smartphones mit Qualcomms Snapdragon 801 besser ab, folglich auch das Galaxy S5; im 3DMark werden mehr als die doppelte Punktzahl erreicht. Von wirklich guten Werten spricht lediglich SunSpider. Im browser-lastigen Benchmark erreicht das Smartphone in unserer Rangliste derzeit den fünften Platz, an den aktuellen Spitzenreiter kommt es jedoch nicht heran: Das iPhone 6 führt hier klar.

Wie so oft liegen zwischen eher theoretischem Benchmark und dem praktischen Einsatz jedoch klar erkennbare Unterschiede. Spürbare Leistungsprobleme konnten im Verlaufe des Tests nur sehr vereinzelt festgestellt werden, wenn erwies sich vor allem TouchWiz - erneut - als Bremse.

AnTuTu

Punkte
Mehr ist besser

Laufzeit

Als so etwas wie die Achillesferse entpuppt sich der Akku. Dessen Kapazität wird vor allem durch die geringe Dicke des Gehäuses beschnitten, wie ein Blick auf andere Smartphones mit 4,5 bis 4,7 Zoll großes Displays zeigt; das Galaxy S5 Mini kommt bei 4,5 Zoll auf 2.100 mAh, das 4,7 Zoll große HTC One (M7) auf 2.300 mAh. Trotz modernem SoC sowie sparsamen Super-AMOLED-Display erreicht das Galaxy Alpha im Video-Test so nur knapp 9,5 Stunden, was erneut einen Platz im Mittelfeld bedeutet. Vor allem im Vergleich enttäuscht dieser Wert. Denn das bereits angeführte Galaxy S5 Mini bringt es auf mehr als 11 Stunden, das iPhone 6 trotz minimal höherer Auflösung und gleichzeitig etwas geringerer Akkukapazität auf rund 12 Stunden.

Angesichts der Laufzeiten ein klarer Vorteil: Der Akku kann wie üblich problemlos getauscht werden
Angesichts der Laufzeiten ein klarer Vorteil: Der Akku kann wie üblich problemlos getauscht werden

In der Praxis (mehrere kurze Telefonate am Tag, Abgleich zweier E-Mail-Konten, surfen per LTE und WLAN) sieht es nicht besser aus. Am Morgen vom Ladegerät getrennt, musste das Galaxy Alpha spätestens am Mittag des darauffolgenden Tages wieder angeschlossen werden; mehr als 30 Stunden konnten nicht erreicht werden. Signifikante Abhilfe schafft hier nur der von Samsung integrierte und bereits vom Galaxy S5 her bekannte Ultra-Energiesparmodus. Dieser sorgt für deutlich bessere Laufzeiten, allerdings auf Kosten des Funktionsumfangs und Komforts.

Fazit

Schon früh in diesem Jahr wurde über ein Smartphone spekuliert, bei dem Samsung endlich Aluminium den Vorzug gegenüber Plastik geben würde. Von einer komplett neuen Designlinie war die Rede, ebenso wurde von High-End-Hardware und dem „iPhone-Killer“ gesprochen. Kurzum: Das Gerät sollte das Beste aller Welten vereinen und zum Aushängeschild werden. Einige Monate später ist die Ernüchterung groß. Denn das, was das Galaxy Alpha am Ende geworden ist, ist vieles, aber kein Flaggschiff im eigentlichen Sinne.

Hohes Verarbeitungsniveau und gute Kamera, aber Schwächen bei Laufzeit und Display
Hohes Verarbeitungsniveau und gute Kamera, aber Schwächen bei Laufzeit und Display

Denn abgesehen von Optik und Materialwahl bietet das Gerät keine technische Neuerung, im Gegenteil. Gerade beim Display überwiegt die Enttäuschung. Mit „HD Ready“-Auflösung und Pentile-Matrix bewegt man sich klar in vergangenen Zeiten, wegweisend ist nichts von beidem. Nur eine untergeordnete Rolle würde dies spielen, wenn es sich beim Galaxy Alpha um ein Mittelklasse-Smartphone handeln würde, doch angesichts eines Straßenpreises von derzeit mindestens 560 Euro gilt dieses Argument nicht.

Lediglich in drei Punkten ist der Preis angemessen: der übrigen Ausstattung, die vollständig und aktuell ausfällt, der Verarbeitungsqualität sowie der Kameraqualität. Abgesehen davon hat Samsung es geschafft, viele altbekannte - und neuere - Stärken über Bord zu werfen. Der Speicher ist nicht erweiterbar, die Akkulaufzeit trotz Super-AMOLED-Technik nur durchschnittlich und ein IP-zertifiziertes Gehäuse gibt es nicht.

Nicht nur deshalb muss sich das Galaxy Alpha dem iPhone 6 geschlagen geben
Nicht nur deshalb muss sich das Galaxy Alpha dem iPhone 6 geschlagen geben

Geopfert hat man all das dem neuen Design. Mit diesem macht Samsung vieles richtig. Optisch zieht man ein Stück weit mit der Konkurrenz gleich, behält sich eine gewisse Eigenständigkeit aber vor. Gleichzeitig liegt das Smartphone gut in der Hand und strahlt eine gewisser Wertigkeit aus - zumindest in diesem Punkt erscheint der hohe Verkaufspreis gerechtfertigt.

Was dieser Tage aber weitaus wichtiger ist: Im neutralen Vergleich unterliegt das Galaxy Alpha in vielen Punkten dem iPhone 6. Trotz des aufwändig gestalteten SoCs fällt die Leistung geringer aus, trotz Super-AMOLED-Technik unterliegt das Display im direkten Vergleich. Zu guter Letzt liegt Apples Gerät in den Punkten Laufzeit und Wertigkeit vorn.

Soll zwischen beiden Smartphones gewählt werden und spielen Betriebssystem und Preis nur eine untergeordnete Rolle, sollte zum iPhone 6 gegriffen werden. Steht Android hingegen als Plattform fest, dürften das Galaxy S5 ab etwa 470 Euro oder das Galaxy S5 Mini ab circa 330 Euro die bessere Wahl sein.

Eines kann man dem Samsung aber nicht absprechen: Der mit dem Galaxy Alpha eingeschlagene Weg ist der richtige. Deshalb bleibt zu hoffen, dass mit den folgenden Modellen die unübersehbaren Schwächen beseitigt werden.

Positive Aspekte des Samsung Galaxy Alpha:

  • hohe Verarbeitungsqualität
  • überdurchschnittliche Kamera
  • Akku austauschbar
  • vollständige und aktuelle Ausstattung
  • geringes Gewicht
  • aktuelles Betriebssystem
  • kontrastreiches Display

Negative Aspekte des Samsung Galaxy Alpha:

  • Display mit Blaustich
  • Pentile-Matrix
  • Speicher nicht erweiterbar