Seite 1: Acer Liquid E3 Plus und Acer Liquid Z4 im Test

acerliquid teaserDer High-End Markt wird einmal im Jahr komplett erneuert - doch neben den extrem teuren Geräten, die sich viele meist nur mit Vertrag leisten (wollen), gibt es natürlich auch den Kundenkreis, der nicht so viel Geld für ein Smartphone ausgeben möchte. Oft sind die Grenzen zwischen 100 und 250 Euro, Flaggschiffe hingegen kosten bei Veröffentlichung eigentlich regelmäßig über 600 Euro. Wir haben uns zwei Geräte von Acer angesehen, das Liquid Z4 für 99 Euro und das Liquid E3 Plus für 250 Euro. 

Beide Geräte sind mit aktueller Hardware ausgestattet und stehen im Funktionsumfang der Alltagsfunktionen (Browsen, Mail, App-Nutzung etc) den "Großen" in Nichts nach. Einzige Unterschiede: Der Einsatz hochwertiger Komponenten und die Arbeitsgeschwindigkeit. Vor allem interessiert uns in diesem Test jedoch, ob es sich unter den günstigen Geräten lohnt, zum teureren zu greifen oder ob es in diesem Fall genau so gut das 99 Euro Gerät tut. 

Optik, Haptik, Hardware

Zunächst einmal sollte die Namensgebung geklärt werden. Ist bei anderen Herstellern oft Höher = Besser, hat sich Acer anders entschieden. Mit der Z-Serie konzentriert man sich auf die Einsteiger, während die E-Serie schon die Preis-Leistungs-Jäger im Auge hat. In diesem Test nicht vertreten, aber dennoch zu erwähnen: Die S-Serie, die bspw. mit FullHD-Displays die Enthusiasten anspricht. Der erste flüchtige Blick auf beide Geräte zeigt, dass Acer trotz Leistungsklassen-Unterschiede eine ähnliche Designsprache gewählt hat. Die schwarzen Smartphones zeichnen sich durch rote Applikationen im Bereich der (hervorstehenden) Kameralinsen sowie der Lautsprecher/Mikrofone auf der Vorderseite aus. Die Geräte verfügen zudem über kapazitive Buttons unterhalb des Displays (Zurück, Home, App-Switcher) im selben, aber individuellen, Design. Über dem Display prangt in spiegelndem Silber das Acer-Logo.

Doch werfen wir zunächst einen jeweils einzelnen Blick auf die Geräte: Mit dem E3 Plus versucht Acer in erster Linie preisbewusste Käufer anzusprechen, die aber nicht auf jeden Komfort verzichten wollen. Was für unter 100 Euro kaum möglich erscheint, ist mit einem Budget von 250 Euro vielleicht schon drin. Acer setzt beim E3 vor allem auf ordentliche, aber nicht übertriebene Hardware. Mit einem Mediatek Quadcore-SoC (4 x 1,2 GHz) ist die Basis des Gerätes ordentlich ausgestattet und auch die 2 GB RAM, die dem SoC zur Seite stehen, finden sich oft auch in teuren Geräten (neuerdings vereinzelt 3 GB). Das 4,7-Zoll Display ist ebenfalls groß genug, um komfortabel im Internet zu surfen - dabei hilft auch die 720p-Auflösung. 13 MP Kamera, Bluetooth, WLAN und 16 GB interner Speicher runden das stimmige Gesamtpaket ab. Dual-SIM und microSDHC-Slot bieten zudem Vorteile, die nicht sonderlich viele Geräte haben - im Highend-Bereich ist Dual-SIM beispielsweise gar nicht bekannt.


Das Acer Liquid E3: 4,7-Zoll Display mit HD-Auflösung sollen den preisbewussten Käufer überzeugen.

Rein optisch kann sich das E3 auf jeden Fall sehen lassen. Das schwarze Smartphone mit seinen roten Applikationen ist nicht aufdringlich, aber ebenfalls auch nicht langweilig. Die Verarbeitung ist sehr gut, die Spaltmaße sind gleichmäßig und die Einschübe für microSD und microSIM 1 und 2 ordentlich eingepasst. Das Smartphone liegt durch die leicht abgerundeten Kanten gut in der Hand. Etwas bedauerlich: Der Power-Button liegt auf der Oberseite und ist damit relativ schlecht zu erreichen. Hier bringt sich jedoch der auf der Rückseite angeordnete Rapid-Button ein, mit dem das Gerät auch aktiviert und direkt entsperrt werden kann. Zudem ist der Akku fest verbaut. Als Besonderheit dieses Gerätes zählt aber vor allem die Frontkamera, die als Novum mit einem LED-Blitz daherkommt. Acer nimmt das Thema Selfies auf und bietet gerade jugendlichen Käufern für ein geringes Budget nette Features. Wie sich die LED-Unterstützung im Alltag schlägt, haben wir natürlich getestet - mehr dazu im weiteren Verlauf unseres Tests. 

Wieso ist das Gerät so günstig, werden sicherlich einige Fragen. Das ist einfach beantwortet: Acer setzt zunächst auf einen Mediatek SoC, der nicht ganz so performant und sparsam wie die Qualcomm-Alternative ist. Im Alltagsgebrauch sollte sich das jedoch kaum bemerkbar machen. Zudem wird UMTS nur als Dualband angeboten (900/2100), das ist für Deutschland ausreichend, Weltenbummler könnten aber Probleme bekommen. Der letzte Punkt betrifft das System. Hier läuft noch Android 4.2, Acer hat aber bereits ein Update auf Android 4.4 KitKat in Aussicht gestellt.


LG hats vorgemacht, Acer übernimmt es: Der Rear Key mit Auslöse- und App-Funktion.

Die kleinere Variante Liquid Z4 sieht der großen recht ähnlich - die Kanten sind aber deutlich stärker abgerundet, das Display ist mit 4 Zoll deutlich kleiner. Der Preis dafür ebenfalls: unter 100 Euro sind für das Acer Liquid Z4 fällig, womit es sich absolut an die Einsteiger unter den Smartphone-Liebhabern richtet. Das Display löst zudem nur mit 800 x 480 px auf, der Mediatek SoC ist nur ein Dualcore und taktet lediglich mit 1,0 GHz. Auch beim Arbeitsspeicher (512 MB) und beim internen Speicher (4 GB) muss man deutliche Abstriche machen. Des Weiteren gibt es keinen HSPA+ Support und auch das IPS-Panel des E3 Plus musste einem Standard-Panel mit starken Blickwinkelabhängigkeiten weichen. Die Kamera ist mit 5 MP ebenfalls deutlich kleiner dimensioniert, eine Frontkamera fehlt gänzlich.

Das Liquid Z4 sieht sehr ähnlich aus, ist aber runder und kleiner.

Dafür ist die Rückseite abnehmbar, der Akku austauschbar und der Speicher ebenfalls per microSD erweiterbar. Zudem ist auch das Z4 ein Dual-SIM Smartphone, kann also mit zwei SIM-Karten gleichzeitig betrieben werden. Ebenfalls vom großen Bruder übernommen: Der Acer Rapid Key, mit dem das Gerät eingeschaltet, Apps gestartet und die Kamera ausgelöst werden kann. Ansonsten kann auch hier nicht über schlechte Verarbeitung gemeckert werden, das Z4 steht dem E3 Plus in diesem Aspekt in nichts nach.

Außerdem ist der Akku beim günstigeren Gerät entnehmbar.