Seite 1: Huawei Ascend G700 im Test

Vor einiger Zeit konnten wir schon das Dual-SIM Smartphone Ascend G525 von Huawei testen. Heute hat es der große Bruder, das G700, in die Redaktion geschafft. Ob Huawei es bei diesem Gerät geschafft hat, den Preis-Leistungsaspekt noch besser zu treffen als bei dem kleineren Bruder? Wir haben es getestet.

Moderner sieht es schon einmal aus, das Huawei Ascend G700. Teurer ist es aber auch - und zwar deutlich. Mit aktuell rund 215 Euro ist es gut 75 Euro teurer als der kleine Bruder. Was es dafür an Mehrwert bietet, kann man im nachfolgenden Test erfahren.

Optik, Verarbeitung, Hardware

Es fängt bei der Optik an: Das G700 sieht deutlich schicker aus als der kleine Bruder. Das liegt durchaus auch an der flacheren Bauweise: Gut 1 mm weniger misst der Große in der Tiefe - gefühlt hat das G700 aber deutlich mehr abgespeckt, was aber eher mit einer Täuschung durch das vergrößerte Display zu erklären ist. Apropos Hardware. An dieser Stelle hat Huawei den Aufpreis dazu genutzt, das Gerät an allen Stellen zu verbessern.

Noch immer wird ein 1,2 GHz Quad-Core genutzt, dieses Mal aber ein MediaTek-Fabrikat - ob das gut oder schlecht ist, zeigen die Benchmarks am Ende des Artikels bzw. der Abschnitt zur Software. Positiv hervorzuheben ist allemal, dass das Gerät nun HSPA+ beherrscht. Zudem konnte man die Bluetooth-Version von 2.0 auf 4.0 anheben, Android ist in der aktuelleren Version 4.2 verfügbar und auch die eigene Oberfläche ist mit Version 1.6 auf dem aktuellen Stand.

Huawei mausert sich mehr und mehr zum Dual-SIM-Lieferanten für den deutschen Markt. Was das G700 kann, haben wir getestet.

Für Spieler erfreulich: Das Gerät verfügt nun über 2 statt nur 1 GB an Arbeitsspeicher und ist damit für alle Aufgaben mehr als gerüstet - diese Ausstattung bieten sonst gerade einmal High-End-Geräte. Weiterhin beschränkt ist die UMTS-Fähigkeit: Nur im Dualband funkt das Gerät, das kann die Konkurrenz - auch zu diesem Preis - bereits besser. Ein weiterer Kritikpunkt aus unserem vorhergehenden Test des G525 beschäftigte sich mit dem Display. Die Auflösung war zwar ausreichend, hätte aber durchaus noch etwas nach oben geschraubt werden können. Das hat man mit dem nun 5 Zoll großen Display des G700 getan und verbaut ein IPS-Panel mit HD-Auflösung.

Der microUSB-Port ist klassischerweise an der Unterseite angebracht. Schön: Die abnehmbare Rückseite kann mit hoher Passgenauigkeit punkten.

Ebenfalls verbessert wurden die Kameras, die beim kleinen Bruder zu ordentlich Kritik geführt haben. Das G700 kann auf eine 8-MP-Kamera mit LED-Blitz und FullHD-Aufnahme sowie eine 1,3 MP starke Frontkamera für Videochats zurückgreifen. Damit sollten sich die Schnappschüsse auch ohne Schaudern auf einem größeren Monitor betrachten lassen. Statt 4 sind nun 8 GB intern verbaut, wodurch das Gerät nicht so schnell an seine Grenzen gelangt. Zusätzlich lässt es sich durch eine microSD-Karte erweitern. Mit 2150 mAh fällt die Akkukapazität größer aus als beim G525, das bereits eine akzeptable Laufzeit hatte. Es sollte jedoch bedacht werden, dass der große Bruder ein größeres, höher auflösendes Display besitzt.

Wie beim günstigen Bruder G525 setzt Huawei auch hier auf die drei kapazitiven Buttons unter dem Display.

Die Verarbeitung des G700 ist auf dem Niveau des kleinen Bruders und somit durchschnittlich. Die weiße Rückseite lässt sich weiterhin abnehmen, darunter befinden sich die SIM-Slots, der Akku sowie der Zugang zur microSD-Karte. Um an diese zu gelangen, muss der Akku jedoch entnommen werden. Etwas enttäuscht waren wir von der Passgenauigkeit des Covers rund um die Kameralinse. Hier wird leider ein Teil des Metallrings um die Linse vom Cover verdeckt, während dadurch an der gegenüberliegenden Seite ein kleiner Spalt sichtbar wird. Das sieht weder besonders hübsch aus, noch ist es förderlich für den Staubeintrag ins Innere des Smartphones.

Auf der abnehmbaren Rückseite findet neben Kamera, Lautsprecher, Mikrofon und LED-Blitz noch das Huawei-Logo Platz.

Ansonsten ist die Verarbeitung aber auf hohem Niveau. Scharfe Kanten oder unsauber gearbeitete Öffnungen finden sich am G700 nicht. Power-Button (rechts) und Lautstärkewippe (links) machen einen soliden Eindruck und bieten einen strammen, definierten Druckpunkt. Das G700 macht in diesem Fall eine sehr gute Figur.

Ergonomie & Haptik

Mit 14,25 x 7,28 x 0,9 cm ist das G700 natürlich aufgrund des größeren Bildschirms deutlich in Länge und Breite gewachsen. Das kleinere G525, das wir aufgrund der guten Einhandbedienung loben konnten, misst lediglich 13,4 x 6,68 cm. Einhändig ist der große Bruder somit nur von Nutzern mit großen Händen zu bedienen - alle anderen müssen wie so oft bei einem 5 Zoll Gerät die zweite Hand dazu nehmen. Insgesamt ist das G700 aber durch die leicht schmaleren Display-Rahmen im Verhältnis besser zu bedienen. Das zeigen auch unsere Ergonomie-Werte, bei denen das G700 mit 65,7 % Ausnutzung der Fläche durch das Display gut 4 Prozentpunkte über dem günstigeren Bruder liegt.

Das 5 Zoll Display kommt als IPS-Ausführung, löst aber "nur" mit 1280 x 720 px auf.

Erfreulicherweise hat sich am Gewicht nichts geändert. Noch immer wiegt das Gerät 155 Gramm, genau wie der kleine Bruder. Das macht sich natürlich auch im Verhältnis bemerkbar: lediglich 1,66 statt 1,75 g/cm³. Die 155 Gramm sind keinesfalls zu schwer, das Gerät ist gut proportioniert und - viel wichtiger - gut ausbalanciert.