Seite 1: HTC One Mini im Test

image01HTC hat mit dem One seinerzeit großes Aufsehen erregt - ein sehr gut verarbeitetes Smartphone, technisch auf der Höhe und optisch für viele ein Leckerbissen. Mit seinem 4,7-Zoll Display gehört es zu den aktuell kleinsten High-End-Androiden, wobei "klein" hier relativ ist. Kein Wunder, dass eine Nachfrage für eine kleine Variante des Telefons definitiv vorhanden ist. Mit dem HTC One Mini versucht man diese Nachfrage zu befriedigen. In vielen Fällen wird die Hardware bei der Verkleinerung dann aber so weit abgespeckt, dass das Gerät selbst nur optisch dem großen Vorbild ähnelt. Ob HTC das besser gelungen ist und vor allem was die Konkurrenz im "Mini"-Segment zu bieten hat, versuchen wir zu klären.

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Der Name "Mini" verwirrt hier durchaus etwas. Wer wirklich kleine Smartphones gewohnt ist, wie bspw. das Motorola Defy seinerzeit (3,7-Zoll auf 10,7 x 5,9 x 1,3 cm), wird sich fragen, wieso das HTC One Mini den Zusatz überhaupt verdient hat. Immerhin ist es mit 13,2 x 6,3 x 0,9 cm zumindest in der Grundfläche deutlich breiter und länger. Das liegt natürlich auch am größeren Display - doch wer Mini will, muss auch hier Abstriche machen. Aber auch unter den 4,3-Zoll-Geräten gibt es mit dem Motorola Razr i und dem Samsung Galaxy S4 Mini deutlich kleinere Geräte.

Der hohe Längenwert ist beim Mini vor allem den nach vorne abstrahlenden Stereo-Lautsprechern, HTCs viel gelobtem "Boom Sound", geschuldet. Denn sonst ist die Hardware eher durchschnittlich: 4,3-Zoll-HD-Ready Display, die Ultrapixel Kamera, ein Qualcomm Snapdragon 400 SoC mit 2x1,4 GHz und 1 GB Arbeitsspeicher bilden die Basis. Aus der Featureliste hervorstechen können vor allem die LTE-Unterstützung (Triband) und die Verwendung von Aluminium als Hauptmaterial.

Erster Blick und Verarbeitungsqualität

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Die Verarbeitung ist auf ähnlich hohem Niveau wie die des HTC One - hier gibt es also kaum etwas zu mäkeln. Die leicht angepasste Optik mit dem weißen Kunststoffrahmen ist geschmacklich sicherlich streitbar, konnte im Test aber durch die hervorragende Ausführung durchaus auch positive Stimmen gewinnen. Die Haptik - und das ist unbestritten - ist bei einem Aluminium-Gerät deutlich besser als bei den günstigen Kunststoff-Vertretern. Natürlich gibt es auch unter diesen hochwertige Materialien und Aluminium hat, gerade was die Resistenz gegen Kratzer sowie die "Anfass"-Temperatur angeht, auch einige Nachteile. Der erste Kontakt wirkt aber doch oft hochwertiger.

Prozessor 2x 1,4 GHz (Qualcomm Snapdragon 400)
Display & Auflösung 4,3-Zoll SLCD; 1280 x 720 px (341 ppi)
Akku 1800 mAh, fest verbaut
Kamera (sekundär) 1,6 MP
Kamera (primär)

4-MP, 1080p-Video, LED-Blitz, "Ultrapixel"

int. Speicher 16 GB; nicht erweiterbar
Maße / Gewicht 132,0 x 63,2 x 9,25 mm
Die Übersicht aller Features befindet sich auf der letzten Seite des Testberichts.

Der Blick um das Gerät herum lässt die gewohnte One-Optik auf der Vorderseite erstrahlen, aber auch die Rückseite kann entzücken. Die Ultrapixel-Kamera wurde ordentlich eingepasst und leicht versenkt eingebaut; Angst vor Kratzern auf der Linse muss man hier nicht unbedingt haben. Ebenfalls von hoher Qualität erschien der seitlich angebrachte microSIM-Slot. Ein Punkt, an dem nicht öffenbare Geräte, zu denen das HTC One Mini mit seinem 1800 mAh Akku zählt, oftmals in der Verarbeitung durch unsaubere Einpassung patzen. Eine weitere Öffnung für einen microSD-Kartenslot hat man sich dann aber trotz des (mittlerweile als gering zu bezeichnenden) internen Speichers von nur 16 GB gespart. 

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Lässt man den Blick weiter schweifen, gibt es nur noch "Gewohntes" zu sehen: auf der Oberseite wurden die 3,5-mm-Klinkebuchse und der Power-Button platziert; auf der rechten Seite übernimmt die Lautstärkeregelung ein Konglomerat aus zwei einzelnen Buttons und auf der verbleibenden Unterseite sind microUSB-Anschluss sowie ein Mikrofon beheimatet. 

Insgesamt ist HTC durchaus ein Wiederholungstäter: Ein extrem gut verarbeitetes Gerät unter Einsatz hochwertiger Materialien und einer ansehnlichen Optik kommt gut an, ist aber nicht bei jedem der Konkurrenten Standard. In diesem Punkt muss sich das Mini keinesfalls vor dem großen Bruder verstecken.

Ergonomie

Aber auch bei der Ergonomie ist es - man könnte es nach vorangegangener Beschreibung fast vermuten - durchaus auf den vorderen Rängen zu finden. Mit 122 Gramm gehört das HTC One Mini zwar nicht zu den leichtesten Geräten, es wurde aber auch mit Aluminium gearbeitet. Wer hier ein Kunststoff-Smartphone zum Vergleich setzt, sollte sich der Dichteunterschiede beider Materialien bewusst sein (Dichte Polycarbonat: ca. 1,2 g/cm³; Dichte Aluminium: ca. 2,7 g/cm³). Im Verhältnis gehört das One Mini mit 1,58 g/cm³ dann aber wieder zu den leichteren Geräten.

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Aufgrund des schon angesprochenen Boom Sounds kann HTC in der Kategorie Display-Ausnutzung mit 60% nicht wirklich punkten. Hier sollte jeder selbst seine Prioritäten überprüfen - besserer Sound oder kompakteres Gehäuse. Fazit in diesem Bereich: das One Mini ist gut mit einer Hand zu bedienen und (ohne Frage) ein echter Handschmeichler. Im Vergleich zu den ganzen High-End-Geräten, die aktuell auf dem Markt sind, wirkt das Mini trotz seiner nicht ganz "Mini"-Ausmaße durchaus kompakt.

Vergleich mit dem HTC One

Der Vergleich zum "richtigen" One zeigt dann aber recht deutlich, dass auch hier wieder mehr optische als technische Gemeinsamkeiten bestehen. Das Display ist - natürlicherweise bei einer kleineren Ausgabe - geschrumpft; ebenso die Auflösung (dazu später mehr). Aber auch die CPU wurde abgespeckt. Der vormals verbaute Snapdragon 600 Quad-Core muss der 400er-Variante, einem Dual-Core, der ebenfalls aus dem Hause Qualcomm stammt, weichen. Der Arbeitsspeicher wurde halbiert, die Ultrapixel-Kamera um den optischen Bildstabilisator beschnitten und die Frontkamera ihrer Weitwinkel-Funktion beraubt. NFC wurde ebenso gestrichen, wie der IR-Blaster. Auch wenn der interne Speicher beim One ebenfalls nicht erweiterbar war, so gab es zumindest Varianten mit 32 und 64 GB; das One Mini muss mit 16 auskommen. 

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Insgesamt bleibt vom One in der Mini-Version wie so oft nur das Äußere - einen Kommentar zu dieser Praxis haben wir einige Seiten später in diesem Testbericht ebenfalls festgehalten.