Aber bei geringen Temperaturdifferenz von unter 15 K sind die Messfehler einfach zu groß.
JAEIN... Aber wichtig ist, in einem Bereich zu messen, der möglichst realen PC-Gamer-Umgebungen entspricht. Ingenieure können dir die schönsten Dinge berechnen, aber es gibt dann halt doch am Schluss irgendwelche Faktoren, die man dann in die Theorie reinmurksen muss, damit das eben auf die Praxis übertragbar ist.
Mein Ziel war es nicht herauszufinden, ob ich jetzt 1500 Watt oder 1600 Watt herunterkühlen kann oder was in diesem Bereich besser ist. Sondern: Wie komme ich an eine möglichst tiefe Durchschnittstemperatur? Natürlich nicht bei 1000 RPM, sondern eher darunter.
Mit Durchschnittstemperatur meine ich die Temperatur, die austritt und eintritt.
Weil ich kann ja mich selber betrügen und mache 50 L/h weniger Flow und habe dann kühleres Wasser aus dem Radiator. Cool, ja, mein System ist ja super toll, aber die GPU ist am Kochen.
Dazu sollte man zuerst ermitteln, welcher Durchfluss am optimalsten für den Radiator ist. Da wird nicht jeder Radi gleich sein, garantiert. ((Dies ist auch ein Punkt, bei dem man ein paralleles System um ein paar Punkte feiner tunen kann unter gewissen Bedingungen. Weil wir so an der CPU und GPU eher viel als zu wenig Flow wollen, nicht dass wir die Temperatur zu hoch ansteigend haben. Dann hat das Wasser im parallelen Radiator auch mehr Zeit abzukühlen, ist aber immer noch genügend schnell, dass wir eine gute Sättigung haben.))
Ich nutze den Alphacool NexXxoS HPE-45 420er... Ich hatte Tests gefunden im Netz, nach denen der noch bis über 250 L/h skalieren soll. Ich kann dir nur eins sagen: Bei ca. 160–200 L/h und dann bei 220 L/h ist ein starker Kipp-Punkt erreicht, bei dem die effektive Kühlleistung des Radiators einbricht – und zwar im Bezug auf die maximale Kühlleistung an CPU und GPU basierend auf der Durchschnittstemperatur.... Dies gemessen bei 1800 RPM... Kannst du dir ja vorstellen, dass bei 600–1000 RPM dieser Punkt schon früher eintritt, weil der Radiator gesättigt ist.
Ich sage übrigens nicht, dass mehr Flow automatisch immer besser ist. Genau darum geht es mir ja, man muss Serie und Parallel hier differenziert betrachten:
So wie ich sehe, wenn du bei Parallelschaltung auch den Flow anhebst oder zumindest in eine genügende Sättigung bringst, kommst du auf eine höhere oder mindestens auf eine gleichwertige Leistung. Aber das hast du dir ja selber gerade ausgerechnet.
Bitte dich in Zukunft, dass wenn du hier Ingenieur-Rechnungen aufstellst, du auch jeden Schritt algebraisch aufstellst, sodass man nachvollziehen kann, was du da zusammenrechnest.
Denn du gibst einmal den Wert von 53 L/h für einen Einzel-Radiator an – von 1 von 3. Rechnest dann aber mit einem Gesamtflow von 180 L/h, vermutlich weil ich von 90 L/h gesprochen habe, und vergisst dabei den Faktor auf 3 hochzurechnen.
Ah nein, jetzt verstehe ich deine Grafiken erst: In deinem Messaufbau sind es plötzlich nur noch 2 Radiatoren, nicht mehr 3.
Was ich nett finde: Du hast manuell den k-Wert (den Koeffizienten) hochgesetzt, sodass er bei 90 L/h optimal ist. Das ist nett, danke. Aber wenn er ja bei 90 L/h schon optimal ist, bist du dir sicher, dass er dann auch bei 180 L/h wirklich noch genauso gut passt?
Darum sollte man zuerst mal den korrekten Koeffizienten ermitteln. Dies machst du eben über das Ermitteln der besten Durchschnittstemperatur, dann hast du den optimalen Flow.
Weil ja bei 3 Radiatoren das Ergebnis noch eher aussagekräftiger für das parallele Setup wäre.
Ich glaube, du hast verstanden, dass du dein System von eben 3 Radiatoren, das in Serie geschaltet ist, eher mit mehr Flow betreiben musst. Da das Wasser ja vom Anfang an am Radiator noch heiß ist, möchtest du, dass dies auch noch beim letzten Radiator so ankommt. Warum? Für ein möglichst großes Delta, damit der Radiator so effizient wie möglich sein kann.
Da eben ein solch hoher Flow von z. B. 160–265 L/h nicht optimal ist für den einzelnen Radiator (da ist eben nicht jeder Radiator gleich, weil sich die Strömung in den Pipes nicht immer gleich verhält dies ist dein K-wert). Da bei mir, bei meinem Radiator, offensichtlich nicht 220 L/h optimal sind, ist es ein weiterer Vorteil für ein paralleles Setup, um in einen optimalen Bereich zu kommen.
Übrigens: Wenn ich jetzt mein System nochmals bauen würde, würde ich wieder auf parallel gehen, die gleiche Marke, die XT45 HPE 420er, aber die X-FLOW-Variante nehmen und testen. Ich vermute, die wären für mich noch etwas besser bei noch weniger Gesamt-flow – dies ist aber nur eine Vermutung. Kann auch sein, dass der Effekt erst bei 3 Radis auftritt, da sonst das Verhältnis von Flow (CPU+GPU) zu den Radiatoren nicht so passend ist.
Für Ultra-Silent-Freaks, die noch weniger Lüfter-RPM haben wollen, sollten nicht den XT45 nehmen, sondern eher 28–30 mm dicke Radiatoren, aber das wissen viele oder alle hier im Forum. Ausnahme sind die Rudel-Tier-Halter.
Eben das Ziel von PC-Gamer-WaKü-Nerds ist es, eine tiefe Durchschnittstemperatur zu haben bei tiefen Lüfter-RPM.
10% dann nur 0,5 K und schon im Bereich der Messtoleranzen bei den üblichen 10K NTC Temperatursenoren.
Darum betonte ich auch: Du würdest lieber die Lüfter-RPM als Messergebnis nehmen, als irgendwelche Temperaturen oder Berechnungen (praxisbezogen)... Wenn du 10% eines klaren, realen, mathematischen und auch mit der Stromzange messbaren Ergebnisses als "Messtoleranz" bezeichnen möchtest – ok, das darfst du machen. Ich würde dies nicht tun.
PS: CALI Temp4 muss ich tauschen oder Reparieren.
