Seite 16: Fazit

Intel hatte bereits vor dem heutigen Launch leichtes Spiel: Nach dem enttäuschenden Abschneiden des AMD FX-8150 in unserem Test waren weiterhin die Sandy-Bridge-Modelle wie der Core i7-2600K oder der günstigere i5-2500K unsere erste Wahl. Der kürzlich vorgestellte Core i7-2700K wäre gar nicht notwendig gewesen, aber mit dem zusätzlichen Speed Bin hat Intel noch eine Schippe draufgelegt. Insofern ist ein Zweikampf eigentlich nicht mehr vorhanden, wie zu Zeiten des ersten Athlons, wo in den Benchmarks oft auch AMD ganz oben stand.

Sandy Bridge-E ist nun so etwas wie die Luxusklasse unter den Plattformen. Entsprechend wurde es auch Zeit, die angestaubten Core i7-980X/990X-Modelle mit dem ungeliebten X58-Chipsatz gegen etwas aktuelles auszutauschen. Insofern hatte Intel hier schon nachzulegen, denn der bislang einzige Sechskerner war bereits 18 Monate auf dem Markt. Mit der Kombination Core i7-3960X und dem neuen X79-Chipsatz wird man sich aber wohl nicht 18 Monate am Markt breitmachen können, denn der Ivy Bridge-E sollte spätestens Ende nächstes Jahres die Performancekrone übernehmen.

Schaut man auf die Performance, so wundert es kaum, dass Intels neues Flaggschiff meistens oben steht. Das liegt im Endeffekt an drei Dingen:

  • Durch die Sandy-Bridge-Architektur hat der Core i7-3960X eine sehr hohe Pro-MHz-Leistung
  • Durch das Quad-Channel-Speicherinterface steht dem Prozessor eine beeindruckende Speicherbandbreite zur Verfügung
  • Durch die sechs Kerne kann der Prozessor in Multithreaded-Anwendungen und Dank Hyperthreading hervorragend abschneiden

Richtige Schwachpunkte gibt es also nicht - denn bei der hohen Leistung ist es wohl auch hinzunehmen, dass der Prozessor etwas mehr verbraucht. Die komplette Plattform liegt im Idle-Betrieb mit 15 Watt über einer vergleichbaren Z68-Plattform - allerdings sind zwei weitere Speichermodule zu berücksichtigen, sodass der Mehrverbrauch des Prozessors selber sich in Grenzen hält. Unter Last sind es immerhin 50 Watt bei zwei Kernen mehr - auch das Verhältnis ist in Ordnung. Insofern ist der Core i7-3960X sicherlich kein Prozessor für ein kleinen Silent-PC oder einen Strom sparenden HTPC, aber er ist alles andere als ein Stromverbrauchs-Monster.

Für unsere Leser ist zudem auch interessant, was man mit dem Prozessor denn alles im Bereich Overclocking anstellen kann. Hier scheint Intel mit der Clock Rotation eine Möglichkeit gefunden zu haben, die Flexibilität weiter zu erhöhen. Die von uns fast erreichten 5,2 GHz sind ein beeindruckender Wert, zumal wir keine hochklassige Kühlung verwendet haben, sondern "nur" die sehr gute mitgelieferte Wasserkühlung. Bei Extrem-Overclockern oder mit einer sehr guten Wasserkühlung wird sicherlich auch noch ein besserer Wert zu erreichen sein.

Enthusiasten werden mit der Plattform aber bereits ihren Spaß haben, weil tolle, hochgerüstete Mainboards bereitstehen, in welche man mehrere Grafikkarten einsetzen kann, die im CrossFire-X oder Multi-SLI-Betrieb ihren Dienst tun. Insofern wird die neue X79-Plattform sicherlich für viele ein Optimal-Traum, wenn genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.

Das ist sicherlich auch das größte Problem, denn das Topmodell ist mit knapp unter 1000 Euro im Handel erhältlich - ein happiger Preis. Mit einem schnellen Quad-Channel-Speicherkit, einer High-End-Grafikkarte, einem sehr gut ausgestatteten Board wird man so schnell eine Marke erreichen, für die man eigentlich auch drei oder vier gut ausgestattete Mainstream-PCs kaufen könnte.

Positive Eigenschaften des Intel Core i7-3960X:

  • extreme Performance
  • sehr gute Übertaktbarkeit
  • tolle Plattform mit reichhaltigen Features
  • gutes Performance-pro-Watt-Verhältnis

Negative Eigenschaften des Intel Core i7-3960X:

  • sehr hoher Preis
  • X79-Chipsatz ohne nativem USB3.0-Support

Da die meisten Mainboards den fehlenden USB3.0-Support über Zusatzchips bereitstellen, ist dieser Punkt eigentlich zu gering, um einen negativen Beigeschmack zu hinterlassen. Ein Preistipp wird die neue X79-Plattform sicherlich nicht, aber das soll er ja auch nicht - es ist die neue Enthusiasten-Plattform für alle, die etwas mehr Geld in ihren Rechner stecken wollen oder extreme Performance aus irgendwelchen Gründen benötigen. Aus diesem Grund gibt's von uns auch den Excellent-Hardware-Award:

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