Seite 1: Test: Sandy Bridge-E - Intel Core i7-3960X

sbe-logoSandy Bridge-E ist da - Intel stellt am heutigen Tage das neue Flaggschiff vor, den Core i7-3960X. Diesen neuen Sechskern-Renner haben wir im Test und schauen uns die neue Plattform mit Intels X79-Chipsatz genauer an. Im Vergleich zu den Sandy-Bridge-Prozessoren auf Basis des Sockel 1155 sind die neuen Sockel-2011-Prozessoren auf pure Performance ausgelegt. Aber wie hoch kann Intel die Messlatte bei der Leistung legen? Zumindest musste man nicht AMDs FX-8150 in Schach halten, denn AMDs Neuer sieht bereits gegen die Mainstream-Serie recht schlecht aus.

Am 11. März 2010 präsentierte Intel den ersten Gulftown-Prozessor der Core-i7-Reihe, es folgten zahlreiche Modelle auf derselben Architektur, die zuletzt im i7-990X Extreme Edition gipfelten. Der bislang schnellste-Intel-Prozessor kann mit 6x 3,46 GHz aufwarten, basiert aber auf der älteren Westmere-Achitektur. Wer auf der Suche nach der absoluten Desktop-Performance ist, war beim Gulftown bislang genau richtig. Allerdings hat die Plattform mit dem Sockel 1366 in den letzten Monaten starke Konkurrenz aus dem eigenen Lager bekommen, denn Intels "Sandy Bridge"-Architektur mit den neuen Sockel 1155 brachte diverse Verbesserungen mit. Die dort verfügbaren Vierkern-Modelle waren teilweise sogar schneller als Intels High-End-Prozessoren.

Mit dem heutigen Tag bekommt die bisherige Extreme-Plattform in Form des Sandy Bridge-E einen würdigen Nachfolger. Pünktlich zum Launch sind zudem mehr als ein Dutzend Mainboards von verschiedenen Herstellern (Hardwareluxx-Preisvergleich) verfügbar - sowie zwei Prozessoren (Preisvergleich). Auf den folgenden Seiten werfen wir aber zunächst einmal einen Blick auf die Architektur des Sandy Bridge-E sowie den dazugehörigen Chipsatz.

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Die Exklusivität der Plattform wird in einem ähnlichen Bereich bleiben wie beim Sockel 1366: Für das High-End-Modell werden wieder 1000 US-Dollar aufgerufen und auch die Mainboards dürften nur selten unter 200 Euro zu haben sein. Doch Intel ist nach eigener Aussage immer wieder überrascht, wie viele dennoch bereit sind, einen derart hohen Preis zu zahlen und oftmals sind es nicht einmal die Overclocker, die zu den Extreme Editions greifen, sondern "normale" Gamer und solche, die auf eine starke Workstation angewiesen sind. Wir können dies immer wieder an Beispielen in unserer Community sehen, dass viele User sich auch den Top-Prozessor einer Serie kaufen.

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Anfangs werden zunächst einmal zwei Prozessoren verkauft: unter anderem der uns vorliegende Core i7-3960X mit einem Basistakt von 3,3 GHz, sechs Kernen und 12 Threads. Im Turbo-Betrieb können bis zu zwei Kerne auch mit maximal 3,9 GHz arbeiten. Den Kernen zur Seite stehen 15 MB shared L3-Cache. Jeder Kern für sich kann aber auch auf 256 kB L2-Cache zurückgreifen. Die Thermal Design Power liegt für den i7-3960X und die beiden folgenden Modelle bei 130 Watt. Ebenso für alle gleich ist der Support von DDR3-1600 im Quad-Channel-Betrieb und der offene Multiplikator. Erwartungsgemäß wird das High-End-Modell für 990 US-Dollar gelistet.

Der zweite ab heute verfügbare Prozessor ist der Core i7-3930K, der ebenfalls mit sechs Kernen und 12 Threads arbeitet, aber nur mit 3,2 bzw. 3,8 GHz läuft und zudem nur 12 MB L3-Cache hat. Für diese Einschränkungen wird dann auch nur in etwa der halbe Preis aufgerufen - 555 US-Dollar.

Im 1. Quartal 2011 soll dann noch der Core i7-3820 folgen. Neben der Tatsache, dass hier nur vier Kerne und acht Threads arbeiten können, liegt der Takt dafür bei 3,6 bzw. 3,9 GHz. Eine weitere Einschränkung betrifft den L3-Cache, der hier nur mit 10 MB bemessen ist. Intel spricht von "Partially Unlocked", was bedeutet, dass der Multiplikator zwar noch oben hin verändert werden kann, aber nur bis zu einer Obergrenze, die Intel noch nicht näher spezifiziert hat. Einen Preis wollte man zu diesem Modell auch noch nicht nennen.

Alle Intel-CPUs der letzten zwei Jahre haben wir in der Feature-Übersicht in der folgenden Tabelle zusammengestellt:

Prozessor Core i7-8xx
Quad-Core
Core i7-2xxx
Quad-Core
Intel Core i7-9xx
Quad-Core
Intel Core i7-9xx
Six-Core
Intel Core i7-39xx-Serie
Six-Core
Codename Lynnfield Sandy Bridge Bloomfield Gulftown Sandy Bridge-E
Platform Nehalem Sandy Bridge Nehalem Westmere Sandy Bridge
Sockel Sockel 1156 (LGA) Sockel 1155 (LGA) Sockel 1366 (LGA) Sockel 1366 (LGA) Sockel 2011 (LGA)
Spezifikationen der Kerne
Anzahl Cores 4 4 4 6 6
Hyperthreading ja, 8 Threads ja, 8 Threads ja, 8 Threads ja, 12 Threads ja, 12 Threads
Turbo-Betrieb ja ja, 2.0 ja ja ja, 2.0
Core Disable ja ja ja ja ja
SSE SSE4.1 SSE 4.1 und 4.2 SSE4.1 SSE4.1 und 4.2 SSE4.1 und 4.2
AVX nein ja nein nein ja
AES-NI nein ja nein ja ja
Spezifikationen des UnCore-Bereichs
Speichercontroller DDR3-1333,
Dual-Channel
DDR3-1333,
Dual-Channel
DDR3-1066,
Triple-Channel
DDR3-1066,
Triple-Channel
DDR3-1066,
Quad-Channel
QPI nein, DMI-Anbindung
nein, DMI-Anbindung maximal 6,4 GT/s maximal 6,4 GT/s nein, DMI-Anbindung (20 GB/s)
Cache 8 MB L3-Cache 8 MB L3-Cache 8 MB L3-Cache 12 MB L3-Cache 15 MB L3-Cache
Ring-Bus nein ja nein nein ja
PCI-Express integriert, 16 Lanes integriert, 16 Lanes extern, über X58 extern, über X58 extern, über X79
Fertigung
Fertigungstechnik 45 nm HighK +
Metal Gate
32 nm HighK +
Metal Gate
45 nm HighK +
Metal Gate
32 nm HighK +
Metal Gate
32 nm HighK +
Metal Gate
TDP 95 W 95 W 130 W 130 W 130 W
Die-Size 296 mm² 216 mm² 263 mm² 248 mm² 434,7 mm²
Anzahl Transistoren 774 Millionen Transistoren 995 Millionen Transistoren 731 Millionen Transistoren 1,178 Milliarden Transistoren 2,27 Milliarden Transistoren

Mit 2,27 Milliarden Transistoren hat Sandy Bridge-E nicht nur bei der Größe die Nase vorne. Auf den nächsten Seiten schauen wir uns die Technik des neuen Prozessors genauer an.