Seite 4: Display, Software, Kühlung und Laufzeit

Display

Beim Display gibt es beim neuen Medion Erazer X17805 keine Auswahl. Hier verbaut man ausschließlich ein 17,3 Zoll großes Full-HD-Panel mit einer nativen Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten, das dank IPS-Panel sehr blinkwinkelstabil ist. Das LG-Modell erweist sich mit einem Verhältnis von 1.181:1 als sehr kontrastreich und mit einer Helligkeit von 323 cd/m² als relativ hell, womit es auch für den Außeneinsatz geeignet ist. Die Homogenität der Ausleuchtung ist mit fast 92 % sehr gut, wobei zwischen dem hellsten und dunkelsten Wert gerade einmal 27 Candela liegen. Für Spieler wichtige Gaming-Features wie G-Sync gibt es zwar nicht, dafür ist das Display mit einer Bildwiederholfrequenz von 144 Hz sehr schnell. 

Während viele Gaming-Notebooks dieser Preis- und Leistungsklasse mit einem mittleren bis starken Blaustich negativ auffallen, ist das beim Medion Erazer X17805 nicht ganz so schlimm. Durchschnittlich belaufen sich die Farbtemperaturen auf 6.949 K, was zwar immer noch zu kühl ist. Der Optimalwert läge bei 6.500 K. 

Die Software-Ausstattung

Zentrale Anlaufstelle für das Medion Erazer X17805 ist das Gaming Center. Hier lassen sich nicht nur die RGB-Hintergrundbeleuchtung regulieren und anpassen, sondern auch das Leistungsprofil konfigurieren. Ab Werk ist der Gaming-Mode aktiv. Natürlich gibt das Tool auch Auskunft über die Auslastung des Prozessors, informiert über die Ladekapazität des integrierten Akkus und die Netzwerk-Auslastung im Up- und Down-Stream. Insgesamt setzt Medion auf eine saubere Windows-Installation ohne störende Demo-Versionen oder gar Bloatware. Einzig eine 30-Tages-Version für Microsoft Office 365 ist noch vorinstalliert.

Temperaturen

Trotz der kompakten und leichten Bauweise gibt es beim Medion Erazer X17805 keine Probleme bei der Kühlung – vereinzelt wird das Gerät jedoch sehr heiß. Unter absoluter Volllast, die wir wie gewohnt mithilfe von Prime95 und Furmark simulieren, erreicht der Intel Core i7-9750H Temperaturen von bis zu 93 °C und zählt damit klar zu den hitzigsten Modellen. Die NVIDIA GeForce RTX 2070 Max-Q bleibt da mit 76 °C ein gutes Stück kühler. Zu einer thermisch bedingten Leistungsabsenkung kommt es dabei jedoch nicht. Die Intel-CPU macht sich stets mit einer Geschwindigkeit von mindestens 2,9 GHz ans Werk, was den Intel-Vorgaben entspricht. Die RTX-Grafik macht sich hingegen mit mindestens 1.560 MHz ans Werk und übertrifft damit die eigentlich spezifizierten Boost-Frequenzen der kalifornischen Grafikschmiede. 

Die hohen Temperaturen im Inneren machen sich stellenweise an der Oberfläche bemerkbar. In der Spitze erreicht unser Testgerät Temperaturen von bis zu 55,6 °C, was bei Unachtsamkeit schon zu leichten Verbrennungen, zumindest jedoch zu Verbrühungen führen kann. Ein Betrieb auf dem Schoß ist bei einem 17-Zoll-Gerät jedoch ohnehin nicht vorstellbar. Die wärmste Stelle liegt nämlich im zweiten Quadranten an der Unterseite und damit genau dort, wo die Kühlung von Prozessor und Grafikkarte zusammenkommt. Insgesamt wird das Medion-Gerät an der Unterseite etwas wärmer als im Bereich des Topcases. Durchschnittlich haben wir etwa 35,5 und 32,2 °C gemessen. Im normalen Windows-Betrieb werden jeweils nur knapp über 30 °C im Schnitt erreicht, in der Spitze sind es lediglich 34,1 °C. 

Ein Leisetreter bleibt das Medion Erazer X17805 jedoch nicht. Im Worstcase erreicht das Gerät eine Geräuschkulisse von 54,6 dB(A) und ist damit alles andere als leise. Immerhin: Wird nur gespielt und die Hardware damit nicht voll ausgelastet bzw. die Kühlung nicht an ihre Leistungsgrenze gezwungen, bleibt der Schallpegel mit 51,6 dB(A) deutlich darunter, ist jedoch noch immer nicht wirklich leise. Wer sich jedoch ein solches Gerät anschafft, dürfte ohnehin ein Headset aufgeschnallt haben. Im normalen Windows-Betrieb zeigt sich die Kühlung dagegen deutlich laufruhiger. Dann sind es angenehme 34,6 dB(A). 

Akku

Der Akku ist beim TongFang-Gehäuse bzw. beim Medion Erazer X17805 fest verbaut und lässt sich damit nur sehr schwer austauschen. Bei unserem Testgerät bringt er es auf eine Kapazität von 46,7 Wh. Das genügt immerhin für Laufzeiten von rund 251 Minuten im Office-Betrieb, was etwas mehr als vier Stunden entspricht. Wird die Hardware jedoch stärker belastet, dann wird der Bildschirm schon deutlich früher schwarz. Dann ist bereits nach 78 Minuten und damit nach etwas mehr als einer Stunde Schluss. Bei einem 17,3 Zoll großen Display und der leistungsfähigen Hardware ist das jedoch wenig verwunderlich.

Voll aufgeladen genehmigt sich das Testgerät 17,6 W im 2D-Modus, 217,8 W im Spielebetrieb und 233,4 W unter absoluter Volllast, was mit Blick auf die Hardware durchaus in Ordnung geht, sich teilweise jedoch an den Leistungsgrenzen des Netzteils bewegt, denn Medion liefert lediglich ein 230-W-Modell mit. Voll einsatzbereit ist der Akku wieder nach etwa anderthalb Stunden.