TEST

LG UltraFine OLED 32EP950 im Test

Mit Hardware-Kalibrierung und XXL-Kontrast - Messwerte: Farbdarstellung + Kalibrierung

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Farbdarstellung

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Vermessen haben wir den Monitor mit dem Setting "Anwender".

Auch die Farbwiedergabe kann sich bereits im Anwender-Setting bereits sehen lassen. Der Weißpunkt fällt mit 6.522 K optimal aus.

Kleinere Optimierungsmöglichkeiten sehen wir bei der RGB-Balance, denn bei hohen Helligkeiten liegt Grün über der roten Kurve. 

Das macht sich außerdem beim maximalen Graustufen-DeltaE bemerkbar, das bei 4,2 liegt. Die Abweichung kommt lediglich bei höheren IRE-Werten zustande. Im ColorChecker-Test sehen wir bei den DeltaE-Werten im Anwender-Setting ebenfalls Luft nach oben, denn durchschnittlich kommen wir auf 5,4, maximal auf 9,4. Allerdings wird wohl kein farbkritischer Anwender den Monitor so betreiben. Einerseits hat LG diverse Presets integriert, andererseits verfügt der Monitor über eine Hardware-Kalibrierung.


Der sRGB-Farbraum wird ab Werk vollständig abgedeckt. Da LG allerdings auf ein Wide-Gamut-Panel setzt, werden der rote und insbesondere der grüne Bereich übersättigt dargestellt. DCI-P3 wird zu 98,8 % abgedeckt, wobei Grün noch immer leicht übersättigt ist. Sehr gut ist die Abdeckung von AdobeRGB mit 99,2 %. Auf diesen Farbraum ist das Panel nativ abgestimmt. 

Allerdings integriert LG daneben zahlreiche Presets, die wir ebenfalls vermessen haben.

Im sRGB-Setting kann die Helligkeit angepasst werden, ab Werk springt sie jedoch auf einen Wert von 27, was bei unserem Gerät einem Wert von 82,3 cd/m² entspricht. Der Weißpunkt liegt nun bei 6.606 K, das Graustufen DeltaE bei 5,8. Deutliche Fortschritte gibt es beim sRGB-Farbraum, der nun zu 99,2 % abgedeckt wird und passende Eckkoordinaten besitzt. Noch etwas Verbesserungspotential sehen wir weiterhin im ColorChecker-Test. Das gemittelte DeltaE liegt bei 3,1 während das Maximum mit 8,4 zu hoch ausfällt.

Im DCI-P3-Setting fällt die Helligkeit im OSD mit einem Wert von 13 noch einmal niedriger aus, sodass real 49,5 cd/m² erreicht werden – was den offiziellen Vorgaben entspricht. Der Weißpunkt liegt bei 6.652 K, das Graustufen DeltaE bei 5,2. Der DCI-P3-Farbraum wird in unseren Messungen allerdings erweitert dargestellt, die Eckkoordinaten passen nicht wirklich. Im ColorChecker sind wir auf ein gemitteltes DeltaE von 4,3 und ein Maximum von 7,9 gekommen. 

Das Adobe RGB-Preset fällt im Vergleich deutlich heller aus. Im OSD steht der Regler auf 61, was einer Helligkeit von 160,2 cd/m² entspricht. Der Weißpunkt weicht mit 6.709 K etwas stärker ab als zuvor, kann sich allerdings noch immer sehen lassen. Das Graustufen-DeltaE liegt hier bei 5,3 und auch das Gamma sieht erstklassig aus. Aufgrund der nativen Abstimmung wundert es nicht, dass der AdobeRGB-Farbraum sehr gut abgedeckt wird und auch die Eckpunkte sitzen. 

Die Hardware-Kalibrierung ausprobiert

Natürlich haben wir auch die Hardware-Kalibrierung getestet und den 32EP950 auf den sRGB-Farbraum kalibriert. Dazu müssen zunächst das LG Calibration Studio von der Webseite des Herstellers heruntergeladen und der Monitor via USB mit dem Rechner verbunden werden.

Die Software ist sehr übersichtlich aufgebaut, sodass man sich schnell zurechtfindet. Da der Nutzer beim Kalibrierungsprozess gut angeleitet wird, finden sich auch weniger versierte Anwender schnell zurecht. Die wichtigsten Einstellungen können getroffen werden, allerdings könnten sich Profis noch mehr Funktionen wünschen. Der Speicherplatz, auf dem die Kalibrierung abgelegt werden soll, kann ausgewählt werden. Es gibt einen Speicherplatz, der für explizit für die Kalibrierung vorgesehen ist, alternativ können die Werkssettings überschrieben werden. Alle weiteren Schritte laufen weitestgehend automatisch ab. Der Prozess dauerte bei uns rund zehn Minuten.

Im Anschluss kann das Ergebnis direkt in der Software validiert werden. Die Abweichungen zum Soll waren laut der LG-Software minimal. In einer Testmessung mit Calman konnten wir die Ergebnisse der LG-Software bestätigen. Gegenüber den ab Werk hinterlegten Settings wird ein deutlicher Fortschritt geboten, sodass sich jeder Käufer die Zeit für eine Kalibrierung nehmen und sofern nicht vorhanden, in ein Colorimeter investieren sollte. 

Quellen und weitere Links

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