Seite 4: BIOS, RAM-Overclocking und VRM-Wärmebild-Analyse

BIOS

Als wir das MSI MAG B560M MORTAR WIFI das erste Mal in Betrieb genommen haben, war eine frühe Beta-BIOS-Version vom First Release vorinstalliert, doch MSI bot zum Testzeitpunkt bereits das finale BIOS in Version 1.1 an, das wir absolut unproblematisch mit der M-Flash-Funktion aufspielen konnten und neben einer besseren Audio-Kompatibilität einen aktuelleren CPU-Microcode mitbringt.

Bei der UEFI-Oberfläche orientiert sich MSI am bekannten Bild. Natürlich setzt der Hersteller hauptsächlich auf die Farben Rot und Schwarz. Unterschieden wird dabei weiterhin zwischen dem EZ- und Advanced-Modus. Auf dieser Übersichtsseite (EZ-Mode) erhält der Anwender Informationen über die CPU, den installierten Arbeitsspeicher, die angeschlossenen Storage-Geräte und über die Lüfter. Zusätzlich existieren Shortcuts zum M-Flash-Feature, zur Favorites- und Hardware-Monitor-Seite und zusätzlich Buttons, um die RGB-LED-Beleuchtung, die Debug-LED und die CPU-Fan-Warnung zu aktivieren beziehungsweise zu deaktivieren. Anders gestaltet wurde der Game-Boost-Bereich, für den MSI nun sowohl eine CPU- und XMP-Schaltfläche für die Aktivierung und Deaktivierung vorgesehen hat. Die breite Leiste oberhalb vom EZ-Mode wird auch im Advanced-Mode angezeigt, zu dem wir nun kommen.

Ganz oben auf der rechten Seite werden zu jedem Zeitpunkt das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz und die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Unter der Uhrzeit und dem Datum kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und Mainboard-Temperatur.

Der erste Punkt der insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letzteres ist bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle Board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Das Hauptaugenmerk des Boards ist zweifelsohne das Overclocking. Die extrem umfangreichen OC-Funktionen sind im Menüpunkt "OC" zu finden. MSI lässt für den Overclocking-Enthusiasten kaum Wünsche offen. Dazu aber gleich mehr. Das integrierte M-Flash-Feature hat auch beim heutigen Testkandidaten einen eigenen Menüpunkt erhalten. Entweder lässt sich das aktuelle BIOS auf einen Datenträger speichern oder andersherum von einem Datenträger aus aktualisieren. Genauso ist es den Overclocking-Profilen ergangen. Insgesamt können sechs verschiedene OC-Konfigurationen hinterlegt werden. MSI hat auch dieses Mal an eine Import- und Export-Funktion gedacht.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige ausgelesene Daten aufzeigt, wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe fünf Lüfter gesteuert werden. Jeder Lüfter kann in vier Stufen einer automatischen oder manuellen Lüfterkurve angepasst werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Beta Runner", der den Board-Explorer ersetzt und erste Test-Funktionen bereitstellt. Generell ist es auch möglich, die meistgenutzten Funktionen auf insgesamt fünf Favoritenseiten abzuspeichern. Mittels eines Rechtsklicks auf die jeweilige Funktion wird ein kleines Kontextmenü geöffnet, in dem der Anwender anschließend diese Funktion auf eine der fünf Seiten ablegen kann.

Auch dieses Mal konnte das UEFI von MSI auf ganzer Linie überzeugen. Sämtliche ausgewählte Einstellungen wurden problemlos und korrekt umgesetzt. Der Anwender hat dabei die Auswahl, ob er sich per Maus und/oder mit der Tastatur durch die Menüs bewegt.

Overclocking

Aufgrund des B560-PCHs erlaubt das MSI MAG B560M MORTAR WIFI keine CPU-Übertaktung. Dafür jedoch steht einem höheren RAM-Takt nichts im Wege, der auch oberhalb von effektiv 3.200 MHz betrieben werden kann. Dabei wird auch in diesem Fall zwischen dem Gear-1- und Gear-2-Modus unterschieden.

Der BCLK lässt sich nicht verändern und bleibt daher fix bei 100 MHz. In Sachen CPU-Spannung hat der Anwender lediglich die Möglichkeit, per Offset nachzuhelfen, allerdings nur in kleinem Rahmen von -0,050 V bis +0,050 V in 0,005-V-Schritten. Zu den weiteren Haupt-Spannungen zählen SA-, IO- und natürlich auch die DRAM-Spannung.

Bei den RAM-Teilern reicht es von DDR4-800 bis DDR4-8266, wobei ein Betrieb mit einer derart hohen Taktfrequenz sehr unwahrscheinlich ist.

Die Overclocking-Funktionen des MSI MAG B560M MORTAR WIFI in der Übersicht
Base Clock Rate - nicht möglich -
CPU-Spannung -0,050 V bis +0,050 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,850 V bis 2,200 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SA-Spannung 0,850 V bis 1,850 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-IO-Spannung 0,850 V bis 1,750 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-PLL-Spannung - nicht möglich -
PCH-Core-Spannung - nicht möglich -
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen CPU PLL OC, CPU ST, DRAM VTT, DRAM VPP
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 59 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST, Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores), erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und zwei optionale Fans, CPU-LLC Level 1-8

CPU-Overclocking ist mit dem B560-Chipsatz nicht möglich. Zwar lässt sich im BIOS der Multiplikator nach oben hin verändern, umgesetzt wird dies jedoch nicht und das ist auch so beabsichtigt. Die einzige Möglichkeit, etwas mehr Leistung herauszuholen besteht darin, die Power-Limits zu erhöhen, gerade PL2. Durch den kleinen CPU-Voltage-Offset-Spielraum sind hier jedoch Grenzen gesetzt.

RAM-Overclocking wird hingegen offiziell unterstützt und funktionierte mit dem MSI MAG B560M MORTAR WIFI ziemlich gut. Das XMP wurde jedoch mit effektiv 4.000 MHz nicht ganz umgesetzt, denn eigentlich sollten es 4.133 MHz sein. Hierfür jedoch müsste der BCLK um etwa 3 MHz höher takten, was das MSI B560M MORTAR WIFI nicht unterstützt. Im manuellen Modus konnten wir mit DDR4-4266 nicht nur etwas mehr Takt herausholen, sondern auch die Latenzen auf CL19-19-19-40 herabsetzen.

Dies alles geschah natürlich im Gear-2-Mode. Mehr als DDR4-3600 war im Gear-1-Modus nicht drin, aber immerhin ist das der Sweet-Spot.

 

VRM-Wärmebild-Analyse

Um die Hitzeentwicklung des VRM-Bereichs besser beurteilen zu können, haben wir für diesen Test die Flir One Pro (Android USB-C) eingesetzt, die für unser Einsatzgebiet absolut ausreichend ist und Temperaturen von -20 °C bis +400 °C mit einer Genauigkeit von ±3 °C oder ±5 %, je nach Umgebungstemperatur, erfassen kann. Die Wärmebild-Auflösung beträgt 160 x 120 Pixel und das erstellte Bild löst mit 1.440 x 1.080 Pixel auf.

Der Prozessor wird unter Berücksichtigung der BIOS-Default-Settings mit Prime95 inkl. AVX unter Volllast gesetzt. Nach fünf Minuten Laufzeit erstellen wir das Wärmebild.

Die Spannungswandler von SinoPower erzeugen unter Volllast inklusive AVX schon ordentliche Abwärme. Als  Hotspot haben wir knapp über 80 °C gemessen, die zwar hoch, allerdings noch nicht gefährlich hoch liegen. Da die LGA1200-Prozessoren auf dem MSI B560M MORTAR WIFI in der Regel mit Stock-Settings betrieben werden, sehen wir an dieser Stelle keine Probleme. Jedoch können die Temperaturen noch höher ausfallen, wenn ein Core i9-11900K(F) inklusive ABT (Adaptive Boost Technology) zum Einsatz kommt. Für so einen Kandidaten sollte man unserer Ansicht nach jedoch ohnehin eher ein Z590-Mainboard vorziehen.