Seite 2: Overclocking

Der hauptsächliche Grund für diesen Kurztest ist, um festzustellen, inwiefern das Refresh-Modell besser oder schlechter beim Overclocking abschneidet. In der Theorie sollte das ASUS ROG Strix B550-XE Gaming WiFi mit seinen 90-A-Spannungswandlern besser abschneiden. Doch in der Praxis muss dies nicht immer der Fall sein und ist auch davon abhängig, wie effizient die Spannungswandler ans Werk gehen.

Mit diesem Testsystem haben wir das ASUS ROG Strix B550-E Gaming getestet:

Hardware:

  • AMD Ryzen 5 3600X
  • Corsair Hydro H115i
  • 2x8 GB DDR4-4133 (Patriot Viper Gaming, PVS416G413C9K) - @ 2.933 MHz, 16-16-16-35 2T, bei 1,2 V
  • ASUS Radeon R9 380 Strix
  • Seasonic Prime Platinum 1.200W Netzteil
  • Goodram Iridium Pro SSD 240 GB

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

  • Windows 10 Pro 64-Bit, Version 1909 (Build 18363)
  • AMD Chipsatztreiber 2.10.13.408
  • AMD Crimson Edition ReLive 17.7.2

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Angesehen haben wir uns natürlich auch die Overclocking-Einstellungen im BIOS und diese stimmen bis auf zwei Ausnahmen mit dem ROG Strix B550-E Gaming überein. Die VCore per Override lässt sich von 0,75000 V bis 2,00000 V in 0,00625-V-Intervallen einstellen. Bei der VDIMM beträgt der Spannungs-Korridor 1,20000 V bis 1,80000 V und ist damit ordentlich und absolut ausreichend dimensioniert. Die CPU-SOC-Voltage kann hingegen von 0,75000 V bis 1,80000 V in ebenfalls 0,00625-V-Schritten selektiert werden.

Verändert hat ASUS beim ROG Strix B550-XE Gaming WiFi die beiden Offset-Spannungsbereiche, die nun nach oben und nach unten jeweils um 0,50000 V angepasst werden können. Die Intervalle hat ASUS jedoch nicht angerührt. Diese betragen unverändert 0,00625 V.

Die Overclocking-Funktionen des ASUS ROG Strix B550-XE Gaming WiFi in der Übersicht
Base Clock Rate 96 MHz bis 118 MHz in 1-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,75000 V bis 2,00000 V in 0,00625-V-Schritten (Override-Modus)
-0,50000 V bis +0,50000 V in 0,00625-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,20000 V bis 1,80000 V in 0,00500-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SOC-Spannung 0,75000 V bis 1,80000 V in 0,00625-V-Schritten (Override-Modus)
-0,50000 V bis +0,50000 V in 0,00625-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-VDD18-Spannung 1,80000 V bis 2,20000 V in 0,00500-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VDDP-Spannung 0,700 V bis 1,800 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
FCH-Core-Spannung 1,05000 Volt bis 1,10000 Volt in 0,05000-Volt-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen 2,5 V SB, VTTDDR, VPP_MEM, VDDP Standby, VDDG CCD, VDDG IOD
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 44 Parameter
XMP/D.O.C.P. wird unterstützt (D.O.C.P.)
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie AMD Cool & Quiet
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionaler Fan,
CPU-LLC Level 1-5

Zumindest bei unserem Sample hat sich beim CPU-Overclocking mit unserem Prozessor gezeigt, dass die 90-A-Spannungswandler des ROG Strix B550-XE Gaming WiFi keine bessere Performance als mit dem ROG Strix B550-E Gaming bieten, das mit 70-A-MOSFETs ausgestattet ist. Um die 4,3 GHz mit dem Ryzen 5 3600X auf allen sechs Kernen stabil zu bekommen, mussten wir die VCore beim ROG Strix B550-XE Gaming WiFi auf 1,39 V anheben. Zum Vergleich: Beim vermeintlich schlechteren ROG Strix B550-E Gaming genügten laut BIOS bereits 1,325 V, was einer Differenz von satten 0,065 V entspricht und so nicht zu erwarten war.

Mit beiden Mainboards haben wir die Load-Line-Calibration so angepasst, dass sich die VCore unter Last weder senkt noch erhöht, sondern auf Höhe der BIOS-Angabe wildert. Demnach konnten wir einen fairen Vergleich vornehmen.

Prinzipiell sollte sich auch der Arbeitsspeicher höher takten lassen. Dessen Overclocking-Potential ist jedoch nicht nur vom Mainboard, sondern auch von der CPU - genauer dem IMC (Integrated Memory Controller) - abhängig und unterscheidet sich natürlich je nach CPU. Nichtsdestotrotz waren wir vom RAM-Overclocking-Verhalten des ASUS ROG Strix B550-E Gaming etwas ernüchtert, da es nicht mit anderen Platinen mithalten konnte, die teils weit mehr Spielraum boten.

Eine etwas bessere Figur macht dabei das neue ROG Strix B550-XE Gaming WiFi, wobei auch das von uns ermittelte Ergebnis noch nicht rundum zufriedenstellend ist. Anstatt maximal 4.133 MHz beim Non-XE-Modell, waren mit der XE-Variante bis zu effektiv 4.333 MHz möglich. Wir müssen jedoch positiv anerkennen, dass wir die Timings mit CL19-19-19-40 relativ straff ziehen konnten. Wollten wir das System mit CL18 booten, weigerte sich das ASUS ROG Strix B550-XE WiFi allerdings vehement. Wer jedoch eine neue Ryzen-5000-CPU installiert, hat theoretisch gesehen eine bessere Chance, höhere Speichertaktraten zu erreichen.