Seite 4: BIOS, VRM-Lüfter-Analyse und Overclocking

BIOS

Zu dem Zeitpunkt, als wir das ASRock Z490 Taichi in den Händen hatten, konnten wir auf der ASRock-Webseite zwei neue BIOS-Versionen erblicken. Vorinstalliert war die Version P1.20, wesentlich neuer war hingegen P1.70. Folgende Verbesserungen sollen die neuen BIOS-Versionen bringen:

  • Improve Memory compatibility (P1.50)
  • Optimize VRM fan curve (P1.50)
  • Optimize PCIe graphics card compatibility (P1.70)
  • Optimize SATA storage performance (P1.70)

Bei den Z490-Mainboards ist wieder ein EZ-Mode mit an Board, der einen Überblick vermittelt. Links oben ist ganz klar das Mainboard-Modell mit der BIOS-Version erkennbar, direkt darunter der installierte Prozessor, dessen Grundtakt und auch die installierte RAM-Kapazität aufgeführt. Dort wiederum unterhalb ist die DIMM-Verteilung einsehbar und zudem kann von dort aus auf Wunsch auch gleich XMP aktiviert werden. Unter Storage Configuration erhält der Anwender sofort den Überblick, welche Storage-Devices installiert sind.

Aber auf der EZ-Mode-Seite lassen sich noch weitere, nützliche Infos herauslesen, wie die Mainboard- und CPU-Temperatur und auch die Lüfter-Geschwindigkeiten. Ohne in die erweiterten BIOS-Einstellungen gehen zu müssen, kann auch gleich die Boot-Reihenfolge geändert werden. Auch Tools, wie Instant- und Internet-Flash sowie das FAN-Tastic Tuning können direkt aufgerufen werden.

Im Advanced-Mode hat sich hingegen nichts verändert. Beispielsweise fehlt auch hier die "My Favorite"-Funktion nicht. Mit diesem Feature können durch den Anwender sämtliche Funktionen aus dem UEFI, die am meisten verwendet werden, zur "My Favorite"-Liste hinzugefügt werden. Anders als es ASUS gelöst hat, wurde kein eigenständiger Reiter erstellt, sondern nur ein Menüpunkt auf der "Main"-Seite. Auch die Art, wie die Funktionen hinzugefügt werden, ist unterschiedlich. Zunächst einmal muss die Funktion selektiert werden, welche in die Liste aufgenommen werden soll. Oben rechts auf dem Bild befindet sich unterhalb des "Exit"-Reiters eine Schaltfläche "My Favorite". Davor wird ein Stern angezeigt, der lediglich angeklickt werden muss.

Die restliche Struktur bleibt unverändert. Zudem hat der Anwender die Möglichkeit festzulegen, welcher Reiter beim Aufrufen der UEFI-Oberfläche angezeigt werden soll. Unter "OC Tweaker" findet der Anwender sämtliche Overclocking-Funktionen. Statt die meisten Funktionen auf einer Seite zu lassen, wurden sie in vier Menüpunkte aufgeteilt: CPU Configuration, DRAM Configuration und Voltage Configuration. Alle gewählten Einstellungen können auf insgesamt fünf verfügbaren Profilplätzen gesichert werden. Die Profile lassen sich auf einen USB-Stick sichern und auch wieder ins UEFI importieren. Auf der "Advanced"-Seite kann wie immer auf die Einstellungen zugegriffen werden, die sich auf die Onboard-Komponenten beziehen. Weiterhin werden jedoch auch die bereits bekannten Tools angeboten: System Browser, Online Management Guard, UEFI Tech Service, Easy RAID Installer und Easy Driver Installer. Das UEFI kann wahlweise per Instant-Flash oder per Internet-Flash auf die aktuelle Version gebracht werden. Insgesamt lassen sich drei Profile abspeichern, die auch exportiert und importiert werden können.

Mithilfe des Hardware-Monitors erhalten wir stets einen Überblick über die anliegende CPU- und Mainboard-Temperatur, über die Spannungen und Lüfterdrehzahlen und können letztere auch beeinflussen. Im Anschluss folgt der "Security"-Reiter, bei dem das UEFI beispielsweise mit einem Kennwort geschützt werden kann, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Die Boot-Settings werden ebenfalls separat einquartiert. Auf dieser Seite werden die Boot-Prioritäten und andere zum Starten relevante Einstellungen festgelegt. Last but not least sind noch die beiden Punkte "Boot" und "Exit" an Ort und Stelle.

Wir haben am UEFI nichts auszusetzen. Die Steuerung durch die Menüs mit Maus und/oder Tastatur ist von ASRock sehr angenehm ausgeführt worden. Wie es sein soll, wurden zudem alle Einstellungen konsequent umgesetzt und wir hatten auch in dieser Richtung nichts zu bemängeln. Auch war die Stabilität hervorragend.

VRM-Lüfter-Analyse

Genau wie beim bereits von uns getesteten ASRock Z490 PG Velocita (Hardwareluxx-Test), hat ASRock auch beim Z490 Taichi den VRM-Kühler mit insgesamt drei Axiallüftern ausgestattet. Der Kühler am oberen Rand beherbergt zwei vertikal ausgerichtete 30-mm-Lüfter, der Lüfter auf dem zweiten Kühlerblock misst einen Durchmesser von 40 mm und wurde horizontal platziert. Nach jedem Systemstart drehen alle drei Lüfter zwar auf, doch blieben sie in der Redaktion unhörbar. Einzige Ausnahme ist natürlich dann gegeben, wenn man mit dem Ohr direkt an den Lüftern lauscht.

Unter normaler Systemnutzung blieben die Lüfter jedoch stehen. Einzig während der Overclocking-Session begann gerade der 40-mm-Lüfter nach kurzer Zeit mit seiner Arbeit, die Geräuschkulisse hielt sich mit höchstens 2.700 Umdrehungen pro Minute in Grenzen.

Wir wollten ferner natürlich die Maximaldrehzahlen in Erfahrung bringen und haben zunächst im BIOS den 40-mm-Lüfter auf Hochtouren gebracht. Bis auf etwa 7.500 rpm ging es hinauf und dies war auch aus größerer Entfernung deutlich wahrnehmbar. Neben dem unabdingbaren Lüfterrauschen war zusätzlich ein Heulen erkennbar. Überraschenderweise waren die beiden 30-mm-Lüfter mit 100-%-Lüfterdrehzahl wesentlich angenehmer. Und das, obwohl sich diese bis zirka 10.000 Umdrehungen pro Minute bewegen und theoretisch mehr Krach machen müssten.

Glücklicherweise erlaubt ASRock im BIOS die manuelle Steuerung der drei Lüfter. Neben den vorgefertigten Profilen "Standard Mode", "Silent Mode", "Performance Mode" und "Full Speed" sind auch benutzerdefinierte Einstellungen möglich. Bis zu vier Temperatur-Schwellen mit Ziel-Temperaturen lassen sich definieren. Somit kann der Anwender das für sich passende Profil selbst zusammenbasteln.

Overclocking

Auf dem ASRock Z490 Taichi erhält der Anwender eine leistungsstarke CPU-Spannungsversorgung mit 14 Vishay-MOSFETs mit jeweils 50A. Für die VCore zeigen sich 12 Spulen verantwortlich und im BIOS sind zahlreiche Einstellungen verfügbar.

ASRock erlaubt beim Z490 Taichi eine Veränderung des BCLK von 90,0000 MHz bis satte 1.000,0000 MHz. Die Intervalle betragen auch hier feine 0,0500/0,0625 MHz. In Sachen CPU-Spannung hat der Anwender jede Menge Optionen. So stehen ihm die Modi Override und Offset zur Verfügung. Im Override-Modus lässt sich die Spannung von 0,800 V bis 2,200 V in 0,005-V-Schritten einstellen. Im Offset-Modus fällt der Spielraum mit -100 mV bis +300 mV angenehm aus.

Bei den RAM-Teilern reicht es von DDR4-800 bis DDR4-8400, wobei ein Betrieb mit einer derart hohen Taktfrequenz sehr unwahrscheinlich ist.

Die Overclocking-Funktionen des ASRock Z490 Taichi in der Übersicht
Base Clock Rate 90,0000 MHz bis 1.000,0000 MHz in 0,0500/0,0625-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 2,200 V in 0,005-V-Schritten (Override-Modus)
-100 mV bis +300 mV in 5-mV-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,002 V bis 2,298 V in 0,006-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SA-Spannung 0,950 V bis 1,800 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-IO-Spannung 0,850 V bis 1,250 V (1,850 V) in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-PLL-Spannung 0,936 V bis 1,339 V (2,704 V) in 0,013-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,900 V bis 1,300 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen VTTDDR, VCC PLL, CPU Standby, CPU Internal PLL, GT PLL, Ring PLL, SA PLL, MC PLL
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 53 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und sechs optionale Fans, LLC Level Auto (1-2), 3-5

Trotz der sehr ähnlichen CPU-Spannungsversorgung des ASRock Z490 Taichi im Vergleich zum Z490 PG Velocita konnte das ASRock Z490 Taichi wesentlich bessere Overclocking-Performance unter Beweis stellen. Das ASRock Z490 Taichi konnte den Core i7-10700K spielend stabil mit 5 GHz betreiben. Sehr positiv war zu beobachten, dass wir im BIOS eine VCore von lediglich 1,245 V auswählen mussten. Hinzu kommt dann auch noch das Thema Load-Line Calibration. Das ASRock Z490 Taichi hat von sich aus die VCore unter Last nochmals auf 1,224 V abgesenkt, was das ohnehin gute Ergebnis noch besser aussehen lässt.

Absolut problemlos waren auch die Kühler-Temperaturen, die stets unter 60°C geblieben sind, währenddessen die MOSFETs laut HWINFO64 bis auf 80°C hinaufgingen.

Auch beim Thema RAM-Overclocking konnte das ASRock Z490 Taichi besser überzeugen. Der Betrieb mit dem XMP war absolut kein Problem. Manuell waren bis zu effektiv 4.300 MHz mit guten Timings von CL18-18-18-38-2T drin.