Seite 8: Fazit

Mit dem X570D4U-2L2T bietet ASRock Rack eine im Vergleich zu den Vorgänger-Varianten "X470D4U" und "X470D4U-2T" aktualisierte Variante zu den Micro-ATX-Mainboards an, das sich wahlweise als Workstation oder auch als (Home-)Server-Unterbau einsetzen lässt. Die Voraussetzungen hierfür werden sehr gut erfüllt, denn der Anwender bekommt mit dem X570D4U-2L2T nicht einfach eine Micro-ATX-Platine mit dem Sockel AM4 und X570-Chipsatz, sondern außerdem Features, die einfach zu einem Server-Mainboard dazu gehören. Gemeint ist hierbei natürlich der ASpeed AST2500 als BMC (Baseboard Management Controller) zur (Fern-)Verwaltung des Server-Systems, unabhängig vom Betriebszustand. Dabei setzt ASRock Rack auf einen dedizierten Netzwerk-Port für das IPMI (Intelligent Platform Management Interface) und umgeht so das Sharing.

Aus diesem Grund kann ein Administrator auf vier frei nutzbare NICs zurückgreifen, jeweils zwei Stück mit 1 GBit/s (2x Intel I210-AT) sowie zwei Stück mit 10 GBit/s (Intel X550-AT2). Optional ist natürlich auch das Teaming der NICs möglich. Gerade in letzterem Fall bedarf es da natürlich auch entsprechend schnell angebundenem Storage, damit die 10 GBit/s im Bestfall auch übertragen werden können. Und da kommen die beiden M.2-M-Key-Schnittstellen ins Spiel, die beide mit höchstens PCIe 4.0 x4 angebunden sind. Davon ab gibt es aber auch noch achtmal SATA 6GBit/s nativ über den X570-Chipsatz. von denen einer als SATA-DOM (Disk on Module) abgestellt wurde. (Mini-)SAS gibt es beim X570D4U-2L2T jedoch leider nicht. Auch ist kein Hardware-RAID-Controller mit an Bord, der sich bei Bedarf jedoch nachrüsten lässt. An Erweiterungsslots stehen jeweils einmal PCIe 4.0 x16, PCIe 4.0 x8 und PCIe 4.0 x1 bereit.

Es ist natürlich generell der Plattform geschuldet, dass keine DDR4-(L)RDIMMs eingesetzt werden können, sodass es bei DDR4-UDIMM und DDR4-UDIMM-ECC bleibt. Logischerweise können bis zu 128 GB RAM mit maximal 3.200 MHz (effektiv) verbaut werden. Direkt im BIOS lässt sich passend hierzu eine RAM-Disk erstellen. USB-Anschlüsse gibt es nicht viele, dies ist jedoch generell bei Server-Systemen der Fall. Extern über das I/O-Panel sind zweimal USB 3.2 Gen2 erreichbar, intern über den Header immerhin noch zweimal USB 3.2 Gen1. Das IPMI funktionierte größtenteils zufriedenstellend, einzig unter "System Inventory" werden keinerlei Daten angezeigt, sodass ASRock Rack hier also noch etwas nachhelfen sollte. Die Remote Console ist dabei ziemlich nützlich und arbeitete in unserem Fall sehr gut.

Gelistet ist das ASRock Rack X570D4U-2L2T zwar noch nicht, doch ausgehend vom Vorgänger gehen wir davon aus, dass ein Preis von mindestens 400 Euro erwartet werden muss. Gerade für Privatanwender, die sich einen Home-Server erstellen und hinstellen möchten, ist das ASRock X570D4U-2L2T sicherlich eine gute Option, sofern kein Wert auf SAS-Festplatten gelegt wird.

Positive Eigenschaften des ASRock Rack X570D4U-2L2T:

  • sehr gute Leistungsfähigkeit mit einer ausreichenden CPU- und RAM-Spannungsversorgung
  • acht SATA-6GBit/s-Schnittstellen und zwei USB-3.2-Gen2- und zwei USB-3.2-Gen1-Buchsen
  • PCIe-4.0-Unterstützung an drei Slots
  • gute Gesamtperformance
  • zwei M.2-M-Key-Schnittstellen mit PCIe 4.0 x4
  • zweimal Gigabit-LAN, zweimal 10-GBit/s-LAN und ein dedizierter Management-Port
  • IPMI 2.0 über den ASpeed AST2500

Negative Eigenschaften des ASRock Rack X570D4U-2L2T:

  • hoher Preis
  • kein (Mini-)SAS

Immer mehr Heimnutzer wollen sich gerne einen Server anschaffen und müssen dank des ASRock Rack X570D4U-2L2T nicht zwangsläufig einen professionellen Server ala HPE ProLiant oder Dell PowerEdge hinstellen. Für die meisten Anwender reicht ein Mainboard dieser Art völlig aus und lässt sich bei Bedarf zusätzlich erweitern.