Seite 4: BIOS und IPMI über den ASpeed AST2500 (BMC)

BIOS

Anders als bei den normalen Desktop-Mainboards, setzt ASRock Rack beim X570D4U-2L2T natürlich nicht auf die typische UEFI-Oberfläche, sondern auf die (un)gewohnt alte BIOS-Optik. Hierbei lässt es sich ausschließlich per Tastatur durch die Menüs wechseln, was wir jedoch in jedem Fall vorziehen. Während wir bei der ersten Inbetriebnahme der Platine ein sehr frühes BIOS vorfanden, wurden wir von ASRock Rack mit einer wesentlich neueren BIOS-Version (L1.11 statt L0.03) versorgt. Große Unterschiede sind bei der POST-Dauer auszumachen, denn die fällt mit der Version L1.11 wesentlich kürzer aus.

Zum Flashen des BIOS gibt es verschiedene Lösungsansätze: Einerseits über das BIOS direkt via Instant-Flash oder auch über die IPMI-Schnittstelle, zu der wir später noch kommen werden. Wir haben uns für den direkten Weg via Instant-Flash entschieden, bei dem es keinerlei Probleme gab.

Auf der ersten Seite "Main" werden dem Anwender und Administrator nicht nur Informationen zur installierten BIOS- und BMC-Version offenbart, sondern sie verrät auch gleich, welches Prozessor-Modell im CPU-Sockel steckt, dessen Taktfrequenz, Microcode und die Cache-Größen. Des Weiteren wird die RAM-Kapazität sowie das Datum und die aktuelle Uhrzeit angezeigt. Die meisten Einstellungen wurden im Reiter "Advanced" untergebracht. Ob zum Thema CPU, Chipset, Storage und co, alle wichtigen Einstellungen sind dort anzutreffen.

Aber auch besondere Features, wie das Einrichten einer RAM-Disk oder auch zur TLS-Authentifizierung wurden von ASRock Rack berücksichtigt. Die Menüs "AMD PBS", AMD Overclocking" und "AMD CBS" sind auch mit von der Partie, die Teil der AGESA-Programmbibliothek ist. Dennoch ist es ungewöhnlich, dass auf einem Server- und Workstation-Mainboard Overclocking-Einstellungen ermöglicht werden. Und auch wenn wir zum ASRock Rack X570D4U-2L2T keinen Overclocking-Test durchgeführt haben, können wir bestätigen, dass die Overclocking-Einstellungen funktionieren.

Um das BIOS direkt zu flashen, ist auf der Advanced-Seite auch die Instant-Flash-Funktion zu finden.

Der BMC (Baseboard Management Controller) in Form des ASpeed AST2500 wird im BIOS unter "Server Mgmt" konfiguriert. Allen voran kann der Admin die IP-Adresse via DHCP-Server oder manuell und damit statisch einstellen, unter welcher die IPMI-Schnittstelle im Netzwerk erreichbar sein soll und gegebenenfalls auch eine VLAN-ID hinterlegen. Neben IPv4 wird dabei auch IPv6 unterstützt. Unter "Security" lässt sich neben einem Supervisor- und User-Passwort das Secure-Boot-Feature einstellen. Sämtliche Boot-Settings wurden in einem eigenen Reiter untergebracht. Vom klassischen Booten von einem Laufwerk kann auch das Booten via LAN aktiviert werden. Bleibt dann noch "Exit" übrig, dessen Funktionsumfang selbsterklärend ist.

IPMI 2.0 für die Fernverwaltung

Jedes Server-Mainboard sollte über ein IPMI (Intelligent Platform Management Interface) verfügen und dieses fehlt auch beim ASRock Rack X570D4U-2L2T glücklicherweise nicht und liegt in der Version 2.0 vor. Realisiert wird dies über den ASpeed AST2500, der im professionellen Umfeld häufig zu finden ist und dem Administrator das Leben im Regelfall um einiges erleichtern kann. Positiv ist außerdem, dass für das IPMI eine dedizierte Netzwerk-Schnittstelle zum Einsatz kommt und es so zu keinem Sharing kommt.

Der große Vorteil eines IPMI ist, dass das Server-System unabhängig davon, ob es gerade ein- oder ausgeschaltet ist, überwacht und administriert werden kann.

In unserem Fall wurde die IP-Adresse des IPMI auf 192.168.178.110 eingestellt. Mit der Eingabe dieser IP-Adresse in einen beliebigen Internet-Browser kann die IPMI-Oberfläche des ASRock Rack X570D4U-2L2T aufgerufen werden und das Anmeldefenster kommt zum Vorschein. Standardmäßig sind bereits zwei Benutzerkonten aktiv. Einerseits Administrator mit dem Default-Kennwort "superuser" sowie der Nutzername admin mit dem Kennwort "admin". Letzterers Konto besitzt mehr Privilegien, sodass wir dieses Konto verwenden. Nach der erfolgreichen Anmeldung bittet die IPMI-Oberfläche gleich um die Abänderung des Kennworts.

Nach der Anmeldung wird man natürlich direkt auf ein Dashboard weiterleitet, auf dem der Administrator die aktuelle Laufzeit des Systems, die Anzahl an System-Log-Einträgen sowie die Summe der Access-Log-Einträge direkt erkennen kann. Auch werden Informationen zur BIOS- und BMC-Firmware-Version und auch die aktuelle Netzwerk-Konfiguration offenbart. Sollten einige Sensoren Alarm geschlagen haben, so würde dies ebenfalls dort stehen. Details dazu sind unter "Sensor" einsehbar.

Das System-Inventory-Menü sollte eigentlich auflisten, welcher Prozessor, wieviel RAM, welche Erweiterungsskarten und auch, welche Storage-Laufwerke im System stecken. Doch derartige Informationen werden leider nicht angezeigt, was sich unserer Ansicht nach um einen Software-Fehler handeln muss.