Seite 4: BIOS und Overclocking

BIOS

ASUS lieferte unser Sample des ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) mit der BIOS-Version 0504 aus, die als First Release vorgesehen ist. Als wir das Board in der Hardwareluxx-Redaktion getestet haben, wurde mit der Version 0607 ein neues BIOS angeboten, das sich mittels der Instant-Flash-Funktion problemlos aufspielen ließ. Dabei hat ASUS folgende Änderungen berücksichtigt:

  • Improve system performance and stability
  • Improve compatibility with the Intel H10 Optane Module
  • Enhance AI Cooling mechanism

Generell werden dunkle Farben auf den Monitor gezaubert, passend zum ROG-Mainboard. Dabei werden die einzelnen Punkte gelb hervorgehoben und die restlichen Werte in weißer Schrift dargestellt. Oben links angefangen, sind an dieser Stelle das aktuelle Datum und auch die Uhrzeit einsehbar. Rechts daneben kann auch die generelle UEFI-Sprache geändert werden. Mit dabei ist der "AI OC Guide", der eine Art Overclocking-Assistent ist und Neueinsteigern das Overclocking einfacher machen soll. Eingefleischte Overclocker werden von dieser Funktion in der Regel die Finger lassen und stattdessen sämtliche Einstellungen manuell festlegen. Dennoch ist es schön zu sehen, dass Einsteiger nicht im Regen stehen gelassen werden.

In der nächsten Zeile werden die üblichen Vorabinformationen wie das Mainboardmodell inkl. BIOS-Version, die aktuell installierte CPU inkl. Taktfrequenz sowie die Arbeitsspeicher-Kapazität angezeigt. Weiter rechts sind dann auch gleich die CPU- und Mainboard-Temperatur zu sehen, zusätzlich auch die CPU-Spannung. Eine Etage tiefer teilt auf der linken Seite ein ergänzender RAM-Status mit, in welchen Slots aktuell welche Module mit welcher Kapazität und der aktuell anliegenden Taktung installiert sind. Zudem kann auf Wunsch auch gleich ein Extreme-Memory-Profile (kurz: XMP) ausgewählt werden, sofern vorhanden. Wer sich für die derzeit angekoppelten Storage-Gerätschaften interessiert, erhält diese Infos direkt rechts daneben. Hinzu kommen dann wiederum unten noch die Lüftergeschwindigkeiten, die sich mit der Funktion "Manual Fan Tuning" auch gleich individuell festlegen lassen.

Am rechten Rand des Bildschirms kann vom Anwender das grundlegende Funktionsschema ausgewählt werden. Standardmäßig ist der normale Modus aktiviert. Es lassen sich jedoch auch "ASUS Optimal" und der Modus "Power Saving" aktivieren. Während beim "ASUS Optimal"-Modus das System auf gesteigerte Performance ausgelegt ist, lässt sich das Setup mit dem "Power Saving"-Modus effizienter betreiben. Darunter kann die Boot-Reihenfolge mit Leichtigkeit abgeändert werden. Entweder per Klick auf "Advanced Mode" oder mit einem Tastendruck auf "F7" gelangen wir in die erweiterte Ansicht, die wir uns nun anschauen werden.

Advanced-Mode: Optisch genau wie der EZ-Mode, allerdings nach traditioneller Art und Weise strukturiert. Der erste Menüpunkt ist das "My Favorites"-Feature, das die Auswahl der häufig verwendeten Funktionen aus dem BIOS anzeigt, die der Nutzer frei auswählen kann. Für das Hinzufügen oder Entfernen von Funktionen muss dafür oben der Punkt "MyFavorite(F3)" angeklickt oder die Taste "F3" gedrückt werden. Dies öffnet ein eigenständiges Fenster, in dem die Funktionen ausgewählt werden können.

Auf der "Main"-Seite werden noch einmal einige Vorabinformationen wie die BIOS-Version, das installierte Prozessormodell und einige RAM-Infos angezeigt. Auch hier lässt sich die Menüsprache ändern, falls gewünscht. Sämtliche Overclocking-Funktionen sind im Ai-Tweaker-Reiter hinterlegt worden, und es sind wieder einmal sehr viele Funktionen implementiert worden. Ob es nun um die Taktfrequenz von CPU oder Arbeitsspeicher oder doch um die einzelnen Spannungen geht, hier wird der Anwender fündig. Zur Unterstützung wird jeweils unten erklärt, was die einzelnen Funktionen bewirken.

Wie immer können die zahlreichen Onboard-Komponenten mithilfe des nächsten Reiters konfiguriert werden. Auch wenn auf der rechten Seite ständig einige Informationen vom Hardware-Monitor angezeigt werden, hat ASUS eine eigene "Monitor"-Seite umgesetzt, auf der unter anderem die Lüfter gesteuert werden können. Aber auch die Temperaturen und Spannungen werden noch einmal aufgelistet.

Sämtliche Einstellungen, die den Startvorgang betreffen, wurden auf den Reiter "Boot" geparkt. Wer sich von dem Boot-Logo gestört fühlt, kann es dort abschalten. Zusätzlich sind an dieser Stelle die Boot-Overrides untergebracht worden, die man häufig auch auf der letzten Seite findet. ASUS gibt auch hier erneut ein paar Tools mit auf den Weg. Darunter das "ASUS EZ Flash 3 Utility", womit das UEFI entweder über einen USB-Datenträger oder aber über das Internet aktualisiert werden kann. Sämtliche UEFI-Einstellungen können mithilfe des "ASUS Overclocking Profile" in maximal acht Profilen gesichert werden, die auch von einem USB-Stick exportiert und importiert werden können. "ASUS SPD Information" liest die Serial Presence Detect-Werte aus den DIMMs aus. Und unter "Exit" können die gesetzten Settings abgespeichert und auch die Default-Werte geladen werden. Bevor das UEFI die Settings abspeichert, zeigt ein kleines Fenster alle Einstellungen an, die verändert wurden. Wer sich nützliche Notizen anlegen möchte, muss glücklicherweise auf keinen Zettel und Stift zurückgreifen, sondern verwendet einfach das "Quick Note"-Feature.

Die Bedienbarkeit der UEFI-Oberfläche stufen wir als akzeptabel ein. Die Navigation kann durch die Menüs nach langer UEFI-Benutzung in meist ruckeliger Weise durchgeführt werden, was wir schon häufiger kritisieren mussten. Abgesehen von dieser Tatsache wurden alle gewählten Einstellungen zu unserer vollsten Zufriedenheit übernommen. Auch gab es an der Stabilität nichts zu bemängeln.

Overclocking

Mithilfe des Z490-Chipsatzes und mittels der 16 CPU-Spulen ist das ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) in Verbindung mit den zahlreich vertretenen Overclocking-Funktionen hervorragend für die Übertaktung vorbereitet. Wer das System mit flüssigem Stickstoff kühlen möchte, kann dies mit der Platine natürlich tun, denn den LN2-Mode beherrscht das ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) ebenfalls.

ASUS erlaubt beim ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) eine Veränderung des BCLK von 40 MHz bis unnötigerweise 1 GHz. Die Intervalle betragen in diesem Fall feine 0,0500 MHz. In Sachen CPU-Spannung hat der Anwender jede Menge Optionen. So stehen ihm die Modi Override, Offset und Adaptive zur Verfügung. Im Override-Modus lässt sich die Spannung von 0,600 V bis 1,700 V bzw. 2,155 V inklusive LN2-Mode fixieren. Im Offset-Modus fällt der Spielraum mit -0,635 V bis +0,635 V in beide Richtungen ebenfalls sehr ansprechend aus. Das Ganze findet in 0,005-V-Schritten statt. Wer sich für die Adaptive-Spannung entscheidet, kann diese von 0,250 V bis 1,920 V in 0,001-Volt-Schritten auswählen.

Bei den RAM-Teilern reicht es bis DDR4-8533, wobei ein Betrieb mit einer derart hohen Taktfrequenz sehr unwahrscheinlich ist. Die jeweiligen Spannungen in Klammern sind nur dann auswählbar, wenn der LN2-Mode aktiv ist.

Die Overclocking-Funktionen des ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) in der Übersicht
Base Clock Rate 40,0000 MHz bis 1.000,0000 MHz in 0,0500-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,600 V bis 1,700 V (2,155 V) in 0,005-V-Schritten (Override-Modus)
0,250 V bis 1,920 V in 0,001-V-Schritten (Adaptive-Modus)
-0,635 V bis +0,635 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,00000 V bis 2,00000 V in 0,00500-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SA-Spannung 0,70000 V bis 1,80000 V (2,20000 V) in 0,00500-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-IO-Spannung 0,90000 V bis 1,80000 V (2,20000 V) in 0,01000-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-PLL-Spannung - nicht möglich -
PCH-Core-Spannung 0,90000 V bis 1,80000 V in 0,01000-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen CPU Standby, BCLK Aware Adaptive, PLL Termination, Boot Voltages, DRAM REF Voltages, DRAM VTT
VPPDDR, DMI, Internal PLL, GT PLL, Ring PLL, SA PLL, IMC PLL, Eventual PLL Termination
Eventual CPU Standby, Eventual DMI
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 86 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained, Long Duration Power Limit, LLC Level 1 bis 8

Trotz der im Freien herrschenden, hohen Temperaturen haben wir den Core i7-10700K zu etwas mehr Takt überreden können. Die magischen 5 GHz kann das ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) natürlich problemlos halten. Die dafür nötige VCore war jedoch eine regelrechte Überraschung, denn im BIOS mussten wir lediglich 1,210 V fixieren. Dies ist für 5 GHz relativ wenig und hilft dabei enorm, die Kern-Temperaturen unter Last zu senken. Im offenen Aufbau pendelten sich die Kern-Temperaturen bei etwa 80°C ein, was zwar nicht wenig ist, jedoch noch weit von der TJMax (100°C) entfernt ist.

Uns hat davon ab auch die Leistung des umfangreichen VRM-Kühlers interessiert. Wir wissen, dass die Spannungswandler selbst im Vergleich zum Heatsink wärmer werden, aber wenn der Kühler an sich bei um die 50 °C liegt, dann ist dies unserer Einschätzung nach schon eine ordentliche Leistung. Natürlich sieht das Ganze in einem Gehäuse wieder anders aus, sodass dann etwas höhere Temperaturen zu erwarten sind.

Das Extreme-Memory-Profile der DDR4-4133-DIMMs (Patriot Viper Steel, PVS416G413C9K, CL19-21-21-41) wurde vom ASUS ROG Maximus XII Hero (Wi-Fi) absolut schmerzfrei in die Tat umgesetzt und wir mussten in keinster Weise nachhelfen. Dies haben wir jedoch zugegeben auch nicht anders erwartet. Bei der manuellen RAM-Übertaktung haben wir versucht, einen stabilen DDR4-4400-Betrieb zu gewährleisten, es blieb jedoch, unabhängig von der Timing-Einstellung, nur beim Bootstable-Status.

Also gingen wir eine Stufe auf DDR4-4300 zurück und konnten dafür die Latenzen deutlich absenken und zwar auf sehr gute CL17-17-17-36-2T. Insgesamt kann man mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sein.