Seite 4: BIOS und Overclocking

BIOS

Zwar bot ASRock zum Testzeitpunkt mit der Version P1.10A auch ein Beta-BIOS an, doch können wir vor dem Einsatz dieser Version nur eine Warnung aussprechen, denn stabil lief das gesamte System damit nicht. In der Version P1.10A (Beta) wurde nämlich nicht nur das AGESA-Combo-AM4 V2 1.0.0.2 implementiert, sondern außerdem ein SMU-Update (System Management Unit) auf Version 46.61 berücksichtigt, das zumindest in unserem Fall nicht ordnungsgemäß lauffähig war. Als wir dann die Version P1.10 (stable) geflasht haben, war alles bestens.

Farblich wurde das UEFI von ASRock in Türkis und Schwarz angepasst. Die restliche Struktur bleibt unverändert. Zudem hat der Anwender die Möglichkeit festzulegen, welcher Reiter beim Aufrufen der UEFI-Oberfläche angezeigt werden soll. Unter "OC Tweaker" findet der Anwender sämtliche Overclocking-Funktionen. Anstatt das Ganze zu separieren, wurden alle Einstellungen auf einer Seite untergebracht, aber jedoch auch Unterseiten vorgesehen. Alle gewählten Einstellungen können auf insgesamt zehn verfügbaren Profilplätzen gesichert werden. Die Profile lassen sich auf einen USB-Stick sichern und auch wieder ins UEFI importieren. Auf der "Advanced"-Seite kann wie immer auf die Einstellungen zugegriffen werden, die sich auf die Onboard-Komponenten beziehen.

Die sonst umfangreichen Tools wurden recht stark beschnitten: Dort zu finden ist einerseits die Funktion "Easy RAID Installer". Zusätzlich werden das SSD-Secure-Erase und NVMe-Sanitization-Tool zur Verfügung gestellt. Das BIOS lässt sich jedoch wie gewohnt per Instant-Flash aktualisieren.

Mithilfe des Hardware-Monitors erhalten wir stets einen Überblick über die anliegende CPU- und Mainboard-Temperatur, über die Spannungen und Lüfterdrehzahlen und können letztere auch beeinflussen. Im Anschluss folgt der "Security"-Reiter, bei dem das UEFI beispielsweise mit einem Kennwort geschützt werden kann, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Die Boot-Settings werden ebenfalls separat einquartiert. Auf dieser Seite werden die Boot-Prioritäten und andere zum Starten relevante Einstellungen festgelegt. Last but not least sind noch die beiden Punkte "Boot" und "Exit" an Ort und Stelle.

Wir haben am UEFI nichts auszusetzen. Die Steuerung durch die Menüs mit Maus und/oder Tastatur ist von ASRock sehr angenehm ausgeführt worden. Wie es sein soll, wurden zudem alle Einstellungen konsequent umgesetzt und wir hatten auch in dieser Richtung nichts zu bemängeln. Auch war die Stabilität (mit der Stable-BIOS-Version) sehr gut.

Overclocking

Dank des B550-PCHs ist mit dem im Vergleich günstigen ASRock B550 Pro4 eine Übertaktung von CPU und Arbeitsspeicher möglich. Für den Prozessor halten sich dazu acht Spulen bereit.

Mit dem ASRock B550 Pro4 kann eine Veränderung des BCLK von 100,0000 MHz bis 150,0000 MHz in 0,0625-MHz-Intervallen vorgenommen werden. In Sachen CPU-Spannung hat der Anwender zwei Optionen. So stehen ihm die Modi Override und Offset zur Verfügung. Mit dem Override-Modus lässt sich die Spannung von 0,90000 V bis 1,70000 V in 0,00625-V-Schritten fixieren. Im Offset-Modus fällt der Spielraum mit -100 mV bis +250 mV in 6,25-mV-Intervallen ebenfalls komfortabel aus. Wird der OC-Modus aktiviert, sind teilweise höhere Spannungen möglich, die wir jeweils in Klammern gesetzt haben. Alle weiteren Overclocking-Funktionen können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Die Overclocking-Funktionen des ASRock B550 Pro4 in der Übersicht
Base Clock Rate 100,0000 MHz bis 150,0000 MHz in 0,0625-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,90000 Volt bis 1,70000 Volt in 0,00625-V-Schritten (Override-Modus)
-100,00 mV bis +250,00 mV in 6,25-mV-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,100 Volt bis 1,800 Volt in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SOC-Spannung 0,90000 Volt bis 1,70000 Volt in 0,00625-V-Schritten (Override-Modus)
-100,00 mV bis +250,00 mV in 6,25-mV-Schritten (Offset-Modus)
CPU-VDD18-Spannung 1,686 Volt bis 2,118 Volt in 0,048-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VDDP-Spannung 0,700 Volt bis 1,550 Volt in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung - nicht möglich -
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen VPPM
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 34 Parameter
XMP/D.O.C.P. wird unterstützt (D.O.C.P.)
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie AMD Cool & Quiet
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und fünf optionale FANs,
CPU-LLC Level 1-5

Aus vielen vergangenen X570- und B550-Mainboardtests wissen wir, dass unser Ryzen 5 3600X dazu in der Lage ist, eine stabile Taktfrequenz von 4,3 GHz auf allen sechs Pötten zu halten. Dies gelang uns jedoch mit dem ASRock B550 Pro4 leider nicht und wir mussten einen Gang zurück auf 4,2 GHz schalten. Dafür konnten wir die VCore auf 1,231 V (BIOS-Wert) mit der höchsten LLC-Stufe (Load-Line Calibration) fixieren. Was uns dabei aufgefallen ist: Trotz der höchsten LLC-Stufe war der VDroop dennoch sehr hoch, auch wenn die effektive CPU-Spannung laut dem BIOS sehr nahe am BIOS-Wert liegen sollte. Somit ging die Spannung auf 1,21 V zurück.

Gespannt waren wir auch, wie warm der VRM-Kühler werden wird. Aber selbst mit einer hoher VCore von über 1,35 V blieb der Kühler stets unterhalb von 50 °C.

Wird das ASRock B550 Pro4 mit sehr schnellen DIMMs ab effektiv 4.000 MHz kombiniert, muss man etwas aufpassen, denn es kann passieren, dass das Board das XMP-Feature mit sehr hohen RAM-Taktfrequenz nicht zum Laufen bekommt. So wie in unserem Fall mit den DDR4-4133-DIMMs von Patriot. Das ASRock B550 Pro4 startete sich mehrmals neu, hat dann jedoch die Default-BIOS-Werte als Safe-Boot gewählt. Und selbst mit sämtlichen, manuellen Einstellungen war es nicht möglich. Höchster Takt waren dann schließlich die effektiv 4.000 MHz, wohingegen die strafferen Latenzen gut verkraftet wurden.