Seite 8: Fazit

Vor dem Launch der Cascade-Lake-X-Prozessoren hat sich auch ASUS dazu entschlossen, drei neue X299-Mainboards auf die Beine zu stellen. Dazu gehört auch das von uns getestete ROG Strix X299-E Gaming II, das bereits die dritte Version darstellt und als Re-Refresh fungiert. Und rein von der Ausstattung her können wir ASUS durchaus loben, denn sowohl die Ausbaustufe der CPU-Spannungsversorgung mit 13 Spulen, sowie die Kühlung wurden absolut angemessen umgesetzt.

Mittlerweile sind zwischen der ersten und neuen Version des Strix-Modells zwei Jahre vergangen und so wurden die restlichen Ausstattungsmerkmale modernisiert. Dies trifft zwar nicht auf die acht DDR4-DIMM-Speicherbänke und die nahezu identischen Erweiterungssteckplätze zu, allerdings wurden nun fünf USB-3.2-Gen2-Ports bereitgestellt. Gewünscht hätten wir uns allerdings auch einen USB-3.2-Gen2x2-Port (20 GBit/s) über ASMedias neuem ASM3242, wie MSI dies bei den neuen X299-Modellen umgesetzt hat.

Das Realtek-RTL8822BE-WLAN-Modul mit maximal 867 MBit/s wurde gegen das aktuelle Intel-Wi-Fi-6-AX200-Modul getauscht, das bis zu 2,4 GBit/s funken kann und Bluetooth in der Revision 5.0 unterstützt. In der kabelgebundenen Variante ist es nicht nur beim Intel I219-V geblieben, sondern ASUS hat noch den Realtek-RTL8125-CG draufgepackt, der Datenraten bis 2,5 GBit/s beherrscht. Weiterhin werden zwei M.2-M-Key-Schnittstellen über die CPU bereitgestellt, doch darüber hinaus auch ein weiterer M.2-M-Key-Anschluss über den X299-Chipsatz.

Es gibt allerdings auch aktuelle Schattenseiten, die uns beim ASUS ROG Strix X299-E Gaming II aufgefallen sind. Das BIOS generell reagiert gefühlt etwas träge und das ASUS-MultiCore-Enhancement arbeitete genau in die falsche Richtung, was die Effizienz-Vergleichswerte schwierig gestaltet. An dieser Stelle kann ASUS jedoch mittels BIOS-Update für Abhilfe sorgen. Darunter fallen hoffentlich auch Optimierungen für höhere Transferraten.

Dadurch, dass Intel die Preise der Cascade-Lake-X-Prozessoren verglichen mit Skylake-X (Refresh) nahezu halbiert hat, kann generell etwas Geld eingespart werden. Aktuelle Listungen zeigen für das ASUS ROG Strix X299-E Gaming II einen Preis von 400 Euro. Ohne Frage ist das eine Menge Geld für ein HEDT-Mainboard, jedoch handelt es sich immerhin um ein Oberklasse-Modell. Ob sich ein Wechsel auf das neue Modell lohnt, hängt davon ab, ob einerseits ein neuer Prozessor verwendet werden soll und ob erweitertes Overclocking ein Thema ist.

Positive Eigenschaften des ASUS ROG Strix X299-E Gaming II:

  • sehr gute Leistungsfähigkeit mit einer sehr guten CPU-Spannungsversorgung und vielen Overclocking-Funktionen
  • gute Ausstattung, u.a. acht SATA-Schnittstellen, sechs USB-3.1-Gen1-Anschlüssen und fünf USB-3.1-Gen2-Buchsen
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an drei PEG-Slots
  • sehr gute Gesamtperformance und gute Stabilität
  • drei M.2-M-Key-Schnittstellen
  • guter Onboard-Sound-Bereich
  • groß dimensionierter VRM-Kühler inklusive Lüfter
  • zwei 8-Pin-Stromanschlüsse

Negative Eigenschaften des ASUS ROG Strix X299-E Gaming II:

  • hoher Preis
  • BIOS aktuell noch nicht optimiert (MultiCore-Enhancement)

Das ASUS ROG Strix X299-E Gaming II ist von ASUS gestaltet worden, wie es eigentlich gleich von Anfang an hätte sein sollen. Die Platine besitzt eine sehr gute CPU-Spannungsversorgung und eine ebenso gute VRM-Kühlung.

Persönliche Meinung

Von der Hardware-Seite her wurde ich vom ASUS ROG Strix X299-E Gaming II nicht enttäuscht, allerdings schon etwas vom BIOS, was ich so von ASUS nicht gewohnt bin. Allerdings bin ich mir sicher, dass ASUS ziemlich schnell neue BIOS-Updates bereitstellen wird, welches das MultiCore-Enhancement-Feature wieder richtig arbeiten lässt.

Wenn man die erste und neue Version miteinander vergleicht, dann liegen bezogen auf die CPU-Spannungsversorgung und dessen Kühlung regelrecht Welten dazwischen. (Marcel Niederste-Berg)

Preise und Verfügbarkeit
ASUS ROG Strix X299-E Gaming II
Nicht verfügbar 389,82 Euro Ab 382,62 EUR