Seite 8: Fazit

Das CPU-Overclocking erfreut sich weiterhin einer großen Beliebtheit im Consumer-IT-Segment. Im letzten Jahr hat Intel mit dem Core i5-6600K und dem Core i7-6700K zwei Prozessoren auf den Markt gebracht, die zusammen mit einem Z170-Mainboard per offenem Multiplikator ordentlich übertaktet werden können. Davon unberührt blieben zunächst die Non-K-CPUs auf Skylake-Basis, was natürlich von Intel beabsichtigt ist. Zwar haben Hersteller wie ASUS, ASRock und Biostar für einige Z170-Modelle entsprechende BIOS-Versionen veröffentlicht, mit denen das Overclocking der Non-K-Prozessoren ermöglicht wurde, allerdings war dies ansonsten mit keinem H170-Mainboard möglich. Bis Supermicro das nun getestete C7H170-M im Micro-ATX-Format auf den Markt gebracht hat.

Mittels eines Clock-Generators und einer angepassten BIOS-Version ist es mit dem C7H170-M ohne Weiteres möglich, den Skylake-S-Prozessor - egal ob K- oder Non-K - über den BCLK zu übertakten. Auf diesem Wege bleibt der fest spezifizierte Multiplikator unberührt und man geht stattdessen den Umweg über den Grundtakt. Dies konnten wir zuvor mit dem Core i5-6500T unter Beweis stellen sowie nun auch mit dem Core i5-6600K, mit dem wir das Mainboard durch unseren Parcours gejagt haben. Dabei setzen die US-Amerikaner auf insgesamt acht CPU-Spulen, die von leistungsstarken International-Rectifier-MOSFETs angetrieben werden.

Das Grundgerüst des Supermicro C7H170-M besteht aus einem Micro-ATX-PCB, auf dem sich mithilfe von vier DDR4-Speicherbänken bis zu 64 GB RAM aufhalten dürfen. Zumindest eine Grafikkarte kann im PCIe-3.0-x16-Slot Platz nehmen. Des weiteren halten sich ein PCIe-3.0-x4- und PCIe-3.0-x1-Steckplatz bereit. Der Storage-Bereich wird von sechs SATA-6GBit/s-Ports und einer M.2-Schnittstelle anständig abgedeckt. Insgesamt darf sich der Besitzer über sechs USB-3.0- (4x extern und 2x intern) und vier USB-2.0-Anschlüsse (2x extern und 2x intern) freuen. USB 3.1 sucht man beim Supermicro C7H170-M allerdings vergeblich, was wir gerade für den verlangten Preis dieses Mainboards (dazu später mehr) nicht nachvollziehen können.

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Über den Intel-I219-V-PHY lässt sich eine 1-GBit/s-Netzwerkverbindung aufbauen. Der Sound hingegen wird vom Realtek ALC1150 berechnet. Am I/O-Panel stehen dafür nicht nur sechs 3,5-mm-Audiobuchsen bereit, sondern auch einmal Toslink. Auch die in den Prozessoren integrierte Grafikeinheit kann je nach Bedarf über jeweils einen HDMI-, DVI-D- und DisplayPort-Grafikausgang angesteuert werden. Wenn auch minimalistisch, gehören jeweils ein kleiner Power-, CMOS-Clear- und BIOS-Restore-Button, ein BIOS-Restore-Switch sowie zahlreiche Jumper zum Onboard-Komfort. An dieser Stelle hätten wir allerdings gern noch einen Reset-Button gesehen.

Die gebotene UEFI-Oberfläche lässt sich mit der Maus angenehm steuern, jedoch fehlt eine Screenshot-Funktion. Auch wurden einige vorhandene Funktionen, wie der CPU-Multiplikator (mit dem Core i5-6600K) oder der RAM-Teiler regelrecht ignoriert. Dies hängt mit dem H170-PCH zusammen, doch dann steht weiter die Frage im Raum, aus welchem Grund solche Funktionen angeboten werden. Absolut überraschend und definitiv positiv ist die Leistungsaufnahme zu beurteilen. Sowohl im Idle als auch unter Last hat das Supermicro C7H170-M einen neuen Redaktions-Rekord aufgestellt.

Sehen wir uns den verlangten Preis für das Supermicro C7H170-M an, kann mit großer Wahrscheinlichkeit festgehalten werden, dass der Absatz dieses Modells nicht groß ausfallen wird. In unserem Preisvergleich ist das Mainboard derzeit nur bei einem Händler für 183,77 Euro zu erstehen, sodass wir hier von dem teuersten H170-Mainboard sprechen, das es aktuell zu kaufen gibt. Schaut man bei anderen Shops nach diesem Modell, so stellen die 183,77 Euro derzeit das Minimum dar. Für diesen Preis lohnt es sich, gleich auf ein Z170-Mainboard zu setzen, mit dem das Non-K-Overclocking je nach BIOS ebenfalls möglich ist.

Positive Eigenschaften des Supermicro C7H170-M:

  • gute Leistungsfähigkeit mit einer sehr guten CPU-Stromversorgung
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an einem PEG-Slots
  • sehr gute Gesamtperformance, gute Stabilität und hervorragende Effizienz
  • schneller M.2-Slot
  • BCLK-Overclocking mit K- und Non-K-Modellen

Negative Eigenschaften des Supermicro C7H170-M:

  • sehr hoher Preis
  • kein USB 3.1
  • UEFI ohne Screenshot-Funktion

Ein Argument kann man dem Supermicro C7H170-M nicht nehmen: Es ist das einzige Mainboard mit Intels H170-Chipsatz, mit dem es möglich ist, K- und Non-K-Prozessoren auf Skylake-Basis über den BCLK zu übertakten. Die restliche Ausstattung ist allenfalls als moderat zu bezeichnen und rechtfertigt nicht den hohen Preis.

Alternativen? Für einen geringeren Preis wäre das Gigabyte GA-Z170X-Gaming 3 eine Alternative, das ebenfalls eine gute, moderate Ausstattung bietet und ebenfalls USB 3.1 an Bord hat. Ansonsten lohnt sich auch ein Blick auf das MSI Z170A Gaming M5.

 

Persönliche Meinung

Im Bezug auf das BCLK-Overclocking ist das Supermicro C7H170-M technisch gesehen definitiv interessant. Erblickt man dann den Preis für dieses Mainboard, so wird man in der Regel feststellen, dass es wirtschaftlich gesehen keinen Sinn ergibt, auf dieses Mainboard zu setzen. Stattdessen lohnt sich der Kauf eines Z170-Mainboards, mit dem je nach BIOS die Freiheit ebenfalls vorhanden ist und sogar eine bessere Ausstattung bekommt. (Marcel Niederste-Berg)