Seite 1: Der Watercool Heatkiller V auf der Radeon RX 6900 XT im Test

watercool-heatkiller5Zu kaum einer GPU-Reihe haben wir uns derart viele Wasserkühler angeschaut wie zur Radeon-RX-6000-Serie von AMD. Dank des Vorhandenseins des Referenzdesigns wird es uns auch relativ leicht gemacht, sich hier ein umfassendes Bild des Angebotes zu verschaffen. Heute schauen wir uns den Heatkiller V von Watercool an, auf den auch viele Wasserkühlungsfans aus der Community lange gewartet haben. Nach einigen Schwierigkeiten und auch einer ersten Nachbesserung ist es nun aber so weit.

Bereits mehrere Wasserkühler für die Radeon RX 6900 XT haben wir uns angeschaut: Den Corsair Hydro X XG7 RGBAlphacool Eisblock Aurora Acryl GPX-A, den EK Water Blocks EK-Quantum Vector und zuletzt den GPU-Wasserkühler für die Radeon-RX-6000-Serie von TechN, einem noch recht unbekannten deutschen Hersteller, der vor allem durch seine schlichte Optik auf sich aufmerksam gemacht hat. Mit dem neuen Heatkiller V von Watercool kommt nun vermutlich der letzte Wasserkühler im Custom-Segment hinzu.

Der Heatkiller V ist ein Fullcover-Wasserkühler für Grafikkarten im AMD-RX-6800/6900XT-Referenzdesign. In der fünften Generation stellt er die aktuellste Entwicklungsstufe für solche Wasserkühler aus dem Hause Watercool dar. Der Hersteller spricht von "aufwendigen Optimierungen" und "20-Jahre Know-How in der Entwicklung und Fertigung von Hochleistungswasserkühlern". Dies gilt es nun zu beweisen.

Uns stand die Variante mit transparentem Kunststoff-Deckel (Plexiglas) und einer in schwarz eloxierten Abdeckung zur Verfügung. Die Plexiglasabeckung lässt den Blick auf die Wasserfühung im Kühlblock frei. Da der Kühlkörper nicht das komplette PCB abdeckt, installiert Watercool auf der rechten Seite eine kleine Abdeckung, die in das größere Fenster hineinragt. Darauf befindet sich dann auch ein "Navi 21-Schriftzug, der den Kühler klar der Radeon-RX-6000-Serie zuordnet.

Der Watercool Heatkiller V misst  270 mm x 128 mm (inkl. Terminal) x 28,5 mm (inkl. Backplate). Die Dichtigkeit wird bis 2 bar vom Hersteller geprüft.

Die Verbesserungen sollen folgende Punkte umfassen:

  • Dual Layer Einströmung
  • verfeinerte, vertikale Kühlstruktu
  • gesteigerter Durchfluss
  • symmetrisches Kühldesign
  • schraubenlose Abdeckung
  • Heatkiller High-Luminous aRGB als Standard
  • isolierende Abstandshalter aus Hochleistungskunststoff (Peek)
  • CNC geschnittene Wärmeleitpads
  • Kryonaut Wärmeleitpaste

Auf einige der oben erwähnten Punkte werden wir gleich noch eingehen.

Ein Blick auf die Rückseite des Kühlers zeigt noch einmal dessen Aufbau. Der eigentliche Wasserkühler ist nur etwa 2/3 so lang, wie die Abdeckung. Er wird aus Kupfer gefräst und dann vernickelt. Um die verschiedenen Bauhöhen der Komponenten auszugleichen, befinden sich entsprechende Vertiefungen und Erhebungen im Kühler. Der direkte Kontakt zwischen Kühler und Komponenten wird zwischen der GPU, den acht Speicherchips sowie den VRMs der Spannungsversorgung hergestellt. Auf diese Bauteile müssen wir dann auch noch Wärmeleitpads bzw. die Wärmeleitpaste aufbringen.

Eine der wichtigsten Änderungen des Heatkiller V im Vergleich zum Vorgänger ist in der Führung des Wassers durch den Wasserkühler zu suchen. Eine Dual-Layer-Einströmung verteilt das Wasser auf zwei Ebenen. Dies soll für eine um mindestens 30 Prozent höhere Einströmung sorgen. Zudem wurden die feinen Kühlfinnen neu angeordnet. Die besonders breit angelegten und symmetrisch ausgeführten Strömungswege sollen zudem Stellen reduzieren, an denen das Wasser steht.

Die Einbindung an den Wasserkühlungskreislauf erfolgt einmal mehr über vier G1/4-Zoll-Anschlüsse, die sich an einem Anschlussterminal auf der Kopfseite der Karte befinden. Der Nutzer hat hier die Wahl, ob er die Schläuche oder Harttubes von der Vorder- oder Rückseite an die Karte führen will. Der Zufluss erfolgt in jedem Fall durch den hier linken Anschluss und der Rückfluss erfolgt über den rechten Anschluss.

Auch an der Plexisglasabdeckung sind die Spuren der Verarbeitung zu sehen. Rechts oben am Kühlkörper sind zudem die neu entworfenen Abstandshalter aus Kunststoff (PEEK) zu sehen, die den Kupferblock bestmöglich von der Platine isolieren sollen.

Der Aufbau des Kühlkörpers zeigt sich sehr schön bei einer seitlichen Draufsicht. Erste Ebene (von unten) ist der vernickelte Kupferblock. Darüber liegt der Abdeckung aus Plexiglas und wiederum darüber befindet sich die schwarz-eloxierte Aluminiumabdeckung.

Auf der Stirnseite des Anschluss-Terminals darf auch der Watercool-Schriftzug nicht fehlen. Über zwei Schrauben und eine Abdichtung wird das Terminal auf dem Kühler montiert – dies ist aber schon ab Werk der Fall.

Optional ist eine Backplate erhältlich, die wir ebenfalls verbaut haben. Sie besteht aus Aluminium und dient hauptsächlich dem Schutz des PCBs. Die Originale Backplate passt optisch natürlich nicht mehr zum Heatkiller V und so ist die Installation der Backplate eigentlich notwendig.

Auch auf der Backplate sind die Spuren der Verarbeitung bzw. der Herstellung durch eine CNC-Maschine zu erkennen. Auf einige Flächen werden Wärmeleitpads aufgebracht, die dann die Abwärme von der Rückseite des PCBs aufnehmen und in die Backplate überführen sollen.