Seite 11: Fazit

Für einen Preis von knapp 36 Euro (UVP: 42,90 Euro) erhält man mit dem be quiet! Shadow Rock 2 einen optisch sehr ansprechenden Kühler, der gut verarbeitet ist und mit einem sehr leisen Serienlüfter ausgeliefert wird. Das ist seine Kernkompetenz: Wenn man ein einfaches System kühlen will und keine Extremübertaktung vornehmen will, kann der Shadow Rock 2 als besonders leiser Kühler auftrumpfen. Allerdings müssen, wie in dieser Preisklasse meist üblich, auch ein paar Zugeständnisse gemacht werden. Dies trifft beim Shadow Rock 2 vor allem bezüglich der Montage zu, die deutlich Verbesserungspotential aufweist. In den meisten Gehäusen dürfte ein Ausbau des Mainboards zur Montage des Kühlers unumgänglich sein, wenn der Shadow Rock 2 nachgerüstet werden soll.

Wie immer gilt es im mittleren Preis-Leistungs-Segment zu sondieren, wie viel Leistung die potentiellen Käufer des Shadow Rock 2 wirklich für ihr Geld bekommen. Mit langsam drehenden Lüftern hat unser Testkandidat immer wieder zu kämpfen, was aber nicht unbedingt schlimm ist, da der Lüfter dann auch wirklich sehr leise ist. Unsere Befürchtungen bezüglich des großen Kühlkörpers mit nur vier Heatpipes, einem geringem Lamellenabstand und nur einem einzigen 120-mm-Lüfter scheinen sich bestätigt zu haben - zumindest dann, wenn man den Shadow Rock 2 auf einer CPU wie unserem Xeon E5 2678W einsetzt, die sehr viel Abwärme erzeugt. Wird aber ein aktueller Mainstream Prozessor eingesetzt, fällt deutlich weniger Abwärme an, sodass sich der Kühler hier deutlich besser verkaufen sollte. Wir "überfordern" mit unserem Test generell die kleineren CPU-Kühler, die für ein solches CPU-Monster mit 8 Kernen und 16 Threads nicht konzipiert wurden.

Der Serienlüfter zeigt allerdings eine gute Leistung und bleibt dafür beachtliche leise. Unser Referenzlüfter konnte die Temperaturen, vor allem in den Testszenarien mit langsamer und mittlerer Drehzahl des Lüfters, nur um bis zu 3,5 °C verbessern.

Abseits der Leistung bei extremster Beanspruchung, für welche be quiet! auch eher die Dark-Rock-Serie vorhält, müssen in qualitativer Hinsicht keinerlei Abstriche gemacht werden. Lediglich die Lamellen hätten für unseren Geschmack noch einen kleinen Tick verwindungssteifer ausfallen können, aber das ist in diesem Preissegment ein eher unerheblicher Punkt. Eine Kaufempfehlung kann daher für den Shadow Rock 2 ausgestellt werden, wenn Verarbeitungsqualität, das Design des Kühlers und eine geringe Lautstärke des Serienlüfters stark im Vordergrund der Kaufentscheidung stehen.

Alternativen zum be quiet! Shadow Rock 2 stellen zum einen der Arctic Cooling Freezer i30 da, der in unserem Test sehr gute Werte erreichte und sogar noch etwas billiger zu erwerben ist, als der Shadow Rock 2. Dieser geht dafür aber auch etwas lauter zu Werke, ist nicht so gut verarbeitet und hat eine deutlich schlechtere (semi-)passiv Leistung. Weitere Alternativen mit ähnlichem Preis wären mit 39,26 Euro der Scythe Ashura, der EKL Alpenföhn Brocken 2für 35,69 Euro oder der unlängst getestete Raijintek EreBoss für 34,83 Euro.

Positive Aspekte des be quiet! Shadow Rock 2:

  • Leiser Serienlüfter mit guter Leistung
  • Montage des Lüfters in vier Richtungen möglich
  • 3 Jahre Garantie
  • Gute Verarbeitung

Negative Aspekte des be quiet! Shadow Rock 2:

  • Montage mit Tücken
  • Leistung mit mittleren und langsamen Drehzahlen für High-End-CPUs nicht optimal