Seite 2: Die Hardware-Ausstattung

Bis vor kurzem war der AMD RYZEN 7 1700 das kleinste Modell unter den neuen AMD-Prozessoren – inzwischen wurde die Produtkfamilie aber auch durch 6- und 4-Kern-Modelle der RYZEN-5-Reihe nach unten hin abgerundet. Im Vergleich zum Topmodell und dem direkt darüber angesiedelten X-Ableger gibt es weiterhin acht Rechenkerne und 16 Threads, die Taktraten aber wurden vor allem im Basistakt deutlich nach unten korrigiert. Dafür sinkt die Leistungsaufnahme von 95 auf nun 65 W TDP, was die Kühlung einfacher macht.

Während sich der AMD RYZEN 7 1800X als aktuelles Topmodell unter den RYZEN-Prozessoren mit einer Geschwindigkeit von bis zu 4,1 GHz im XFR ans Werk macht, ist der AMD RYZEN 7 1700 mit einem Takt von bis zu 3,75 GHz etwas langsamer unterwegs. Vor allem aber reduziert sich der Basistakt von 3,6 auf nun 3,0 GHz. Die acht Rechenkerne, die 16 Threads und den 16 MB großen L3-Cache gibt es aber weiterhin. Gefertigt werden die neuen RYZEN-Prozessoren bereits im fortschrittlichen 14-nm-Verfahren.

In unserem Test entpuppte sich der RYZEN 7 1700 als einer der derzeit interessantesten Achtkern-Prozessoren, was auch in der attraktiven Preisgestaltung zu begründen ist. Rund 359 Euro möchte AMD für seinen bislang kleinsten Achtkern-Prozessor haben. In unserem Preisvergleich wechselt das Modell derzeit sogar schon für unter 339 Euro seinen Besitzer. Vor kurzem legte AMD auch mit kleineren 6- und 4-Kern-Modellen nach, die preislich noch einmal ein gutes Stück darunter liegen.

Während Medion bei seinem Erazer P7734 D auf einen vergleichsweise leistungsstarken Prozessor der RYZEN-7-Familie setzt, greift man bei der Grafikkarte hingegen zu einem 3D-Beschleuniger, welcher ein paar Modellnummern kleiner ausfällt. Zum Einsatz kommt eine NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti, welche auf den bislang kleinsten Grafikprozessor der Pascal-Architektur setzt und damit eher im Bereich der unteren Mittelklasse einzuordnen ist. Zum Einsatz kommt die GP107-GPU, welcher auf einer Fläche von etwa 132 mm2 rund 3,3 Milliarden Transistoren unterhält und damit deutlich weniger komplex als der GP106-Chip der größeren GeForce GTX 1060 ausfällt. Dafür halbieren sich die Einheiten fast.

Die GP107-GPU organisiert sich in zwei Graphics Processing Clustern mit sechs Streaming-Multiprozessoren zu jeweils 128 ALUs, womit der Ti-Variante in der Summe 768 Shadereinheiten zur Verfügung stehen. Da an jeden Shadercluster wie bislang acht Textureinheiten angeschlossen werden, gibt es derer 48. Kleinere Abstriche gegenüber dem nächst größeren Schwestermodell muss man außerdem beim Speicherausbau hinnehmen. Hier hat NVIDIA ebenfalls zum Rotstift gegriffen und einen weiteren 64-Bit-Controller sowie ein paar Speicherbausteine gestrichen, um die Kapazität abzuspecken. Bei der NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti kommen damit nur 128 Datenleitungen zum Einsatz, an die insgesamt 4 GB Videospeicher angeschlossen werden. Immerhin setzt man weiterhin auf schnelle GDDR5-Chips, womit die Speicherbandbreite bei einer Geschwindigkeit von 1.752 MHz nicht drastisch abfällt und rund 112,1 GB/s erreicht.

Bei den Taktraten aber fährt NVIDIA ein gewohnt hohes Level und lässt den GP107-Grafikprozessor mit einem Basis- und Boost-Takt von 1.290 bzw. 1.392 MHz arbeiten. In der Praxis werden je nach Kühlung und Lastzustand auch höhere Werte erreicht, was auch für unser Modell im Medion Erazer P7734 D gilt. Dieses erreicht je nach Benchmark und Spiel einen Boost-Takt von etwa 1.683 MHz.

Die restliche Hardware-Ausstattung

Die restliche Hardware setzt sich aus einem Micro-ATX-Mainboard mit B350-Chipsatz zusammen, auf dem 16 GB DDR4-Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von 2.400 MHz stecken und der im Dual-Channel-Modus zusammengeschaltet wird. Das Betriebssystem installiert Medion auf einer 256 GB große M.2-SSD mit PCI-Express-Anbindung vor, hat als zusätzliches Datengrab aber auch eine 2-TB-Festplatte im 3,5-Zoll-Format verbaut. Ein optisches Laufwerk, einen Kartenleser und moderne Anschlüsse wie beispielsweise USB 3.1 Gen2 Typ-C (allerdings ohne Thunderbolt 3) gibt es ebenfalls. Beim Gehäuse setzt man auf die Marke Eigenbau, welche in Sachen Verarbeitungsqualität eher den günstigeren Eindruck hinterlässt. Zwar gibt es außen kein scharfen Kanten, die Materialwahl ist mit Kunststoff und Stahlblech jedoch sehr günstig und nicht wirklich hochwertig gewählt. Optisch setzt man auf einen futuristischen Lock mit carbon-ähnlichen Elementen an der Front. Laufwerk und Kartenleser, sowie das I/O-Panel verstecken sich direkt dahinter.

Für all das bezahlt man derzeit rund 1.200 Euro. Überzogen ist das nicht, kostet ein Vergleichsrechner ähnlich viel Geld, wenngleich man hier auf teils höherwertigere Komponenten – wir denken hier vor allem an das Netzteil – setzen kann. Ganz sinnvoll ist die Zusammenstellung in unseren Augen jedoch nicht. Besser wäre es gewesen, man hätte dem Medion Erazer P7734 D einen kleineren RYZEN-Prozessor spendiert, dafür jedoch bei der Grafikkarte zu einer höheren Modellnummer gegriffen. Das hätte im Endeffekt das gleiche gekostet, wäre bei der Spieleleistung allerdings deutlich schneller gewesen.

Fairerweise muss man aber erwähnen, dass es die kleineren RYZEN-5-Modelle zur Vorstellung der drei Medion-Rechner noch nicht gab. Vermutlich wird man hier in Kürze entsprechende Geräte nachliefern.

Die Software

Lobenswert: Bei der Software verzichtet Medion größtenteils auf den Einsatz von Bloatware und liefert seinen Erazer P7734 D fast ohne unnötige Demoversionen und Tools aus. Einzig eine 30-Tages-Version des McAfee-Virenscanners sowie ein App-Installer, über den sich mit wenigen Klicks Anwendungen wie Spotify oder Google Maps herunterladen und installieren lassen, sind vorinstalliert. Weitere Programme, mit denen man beispielsweise die Auslastung von Grafikkarte und Prozessor hätte auslesen können oder Einflus auf die Lüftersteuerung nehmen hätte können, sind nicht mit dabei – genau wie eine Spiele-Vollversion. Insgesamt aber setzt Medion auf eine sehr saubere Installation mit fast allen Updates für Windows 10.