Seite 1: Medion Erazer P7734 D im Test: AMD kehrt zurück

AMD ist zurück! Nachdem man in den letzten Wochen und Monaten im Bereich der Komplettsysteme fast ausschließlich auf Intel-Prozessoren traf, entdecken immer mehr Hersteller die RYZEN-Prozessoren für sich. Kein Wunder, schließlich können die neuen AMD-CPUs trotz ihres sehr attraktiven Preises leistungsmäßig wieder mit der Konkurrenz mithalten. Ein solches Komplettsystem ist der Medion Erazer P7734 D, welchen wir uns nun für diesen Hardwareluxx-Test einmal näher angeschaut haben.

In den letzten sechs Monaten hatten wir elf Komplettsysteme im Test, die entweder richtige Midi-Tower der Desktop-Klasse waren oder aber deutlich kompakter ausfielen und den traditionellen Spielekonsolen im Wohnzimmer den Kampf ansagen sollten. Eines aber hatten sie alle gemeinsam: Sie wurden durchgehend von einem Intel-Prozessor angetrieben. Auf AMD setzte mit Ausnahme der Grafikkarte keiner unserer Testrechner. Auch im Rahmen der letzten Buyer's-Guide-Rechner empfahlen wir durchgehend Spielerechner auf Intel-Basis – lediglich im Einstiegsmodell erwähnten wir eine AMD-Plattform als Alternative. Der Grund: Bei der Leistung, vor allem aber der Leistungsaufnahme konnte AMD im Prozessor-Bereich mit der Konkurrenz kaum mithalten; da halfen auch günstige Preise nicht viel, zumal die AM3-Plattform damals im Hinblick auf die Anschlüsse veraltet war und ohnehin in Kürze durch AM4 ersetzt werden sollte.

Mit der RYZEN-Plattform, welche AMD erst vor wenigen Wochen in den Handel entließ, hat sich dies nun komplett geändert. Mit seinen RYZEN-7-Prozessoren der 8-Kern-Klasse ist die US-Amerikanische Chipschmiede wieder in gefährliche Nähe zur Konkurrenz aufgerückt und setze diese abermals mit vergleichsweise günstigen Preisen kräftig unter Druck. Gleiches gilt für die neuen Mittelklasse-Modelle, welche erst zu Beginn des Monats in die Läden geschickt wurden. Kein Wunder, dass AMD unter den Komplettsystem-Herstellern wieder an Interesse gewinnt.

Drei Modellvarianten mit RYZEN-Prozessor

Als einer der ersten Hersteller hat Medion die neuen RYZEN-Modelle für sich entdeckt und Ende März drei Spielerechner und Multimedia-PCs angekündigt. Der Medion Erazer X7731 D ist dabei das Flaggschiff der Serie. Er wird von einem AMD RYZEN 7 1800X mit acht Kernen und einem Takt von bis zu 3,6 GHz angetrieben, kann auf eine NVIDIA GeForce GTX 1080 mit 8 GB GDDR5X-Videospeicher zurücksetzen und besitzt massig Speicher, welcher sich aus einer Kombination aus Flash- und Magnetspeicher zusammensetzt.

Der Erazer X6632 D ist das kleinere Schwestermodell, welches mit einem AMD RYZEN 7 1700X und einer NVIDIA GeForce GTX 1060 ausgerüstet ist und damit noch immer ausreichend Performance für alle aktuellen Grafikkracher bieten dürfte. Der Medion Erazer P7734 D wird zwar ebenfalls als Gaming-Rechner klassifiziert und kann weiterhin mit einem schnellen Achtkern-Prozessor aufwarten, wurde allerdings bei der Grafikleistung kräftig beschnitten, womit der Midi-Tower eher als Multimedia-Rechner zumindest aber als ein guter Allrounder für Core-Gamer bezeichnet werden kann. Um die 3D-Beschleunigung kümmert sich hier nämlich nur eine NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti mit 4 GB Videospeicher. Für Full HD sollte die Kombo aber noch immer ausreichend flott sein. Dazu gibt es 16 GB an DDR4-Arbeitsspeicher, eine 256 GB große SSD sowie eine 2-TB-Festplatte als zusätzliches Datengrab.

Mit der Vorstellung der neuen RYZEN-5-Familie und der für das dritte Quartal erwarteten RYZEN-3-Reihe dürfte Medion in den nächsten Wochen und Monaten noch weitere Modellvarianten in sein Sortiment aufnehmen.

Für unseren Test versorgte uns Medion zunächst mit seinem Einstiegsmodell in die Welt der neuen RYZEN-Prozessoren bei AMD. Der Medion Erazer P7734 D setzt auf ein hauseigenes Midi-Tower-Gehäuse, welches auf ein sportliches Design mit vielen carbon-farbenen Elementen auf sich aufmerksam macht. Im Inneren gibt es einen bis zu 3,75 GHz schnellen AMD RYZEN 7 1700, den bislang kleinsten Achtkern-Prozessor von AMD, und eine NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti, die auf einen 4 GB großen GDDR5-Videospeicher zurückgreifen kann.

Das Betriebssystem – Windows 10 Home in der 64-Bit-Version – installiert man auf einer 256 GB großen PCI-Express-SSD im M.2-Format vor, als Datengrab dient eine zusätzliche 3,5-Zoll-Festplatte mit einer Kapazität von satten 2 TB. Moderne Anschlüsse wie USB 3.1 Typ-C – allerdings ohne Thunderbolt 3 – zahlreiche USB-Schnittstellen, Wireless-LAN und Bluetooth sowie ein Kartenleser und DVD-Brenner als optisches Laufwerk runden das Gesamtkonzept weiter ab.

Im hauseigenen Onlineshop werden dafür derzeit 1.199 Euro ausgerufen – verfügbar ist das System derzeit allerdings noch nicht.

Der Medion Erazer P7734 D in der Übersicht
Hersteller und BezeichnungMedion Erazer P7734 D
Straßenpreis: ab 1.199 Euro
Homepage: www.medion.com/de
Hardware 
Abmessungen: 185 x 430 x 380 mm (B x T x H)
Prozessor: AMD RYZEN 7 1700, 8x bis zu 3,75 GHz
Grafikkarte: 1x GeForce GTX 1050 Ti, 4 GB GDDR5
Massenspeicher: 1x 256 GB SSD
1x 2 TB HDD
Arbeitsspeicher: 16 GB – 2x 8.192 DDR4-2400
Netzteil: 450 W (ATX)
Anschlüsse: 6x USB 3.1 Gen1 Typ-A
1x USB 3.1 Gen2 Typ-C
2x USB 2.0 Typ-A
1x HDMI
1x DisplayPort
1x DVI
1x Gigabit-LAN (RJ45)
7x 3,5-mm-Klinke
1x S/PDIF
Sonstiges: Multikartenleser, Windows 10, Bluetooth 4.0, WLAN-AC

Wie sich der Medion Erazer P7734 D in Sachen Performance, Lautstärke- und Temperatur-Verhalten schlägt, das erfährt man auf den nachfolgenden Seiten dieses Hardwareluxx-Testartikels.