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Call of Duty: Modern Warfare mit RTX im Benchmark-Test

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call-of-duty-mwMit etwas Verspätung wollen wir einen Blick auf Call of Duty: Modern Warfare werfen. Es handelt sich um einen weiteren Titel mit RTX-Effekten, also der Ray-Tracing-Umsetzung mittels DXR-Schnittstelle, die durch NVIDIAs Turing-GPU hardwarebeschleunigt werden. Wir haben uns einige Grafikkarten mit AMD- und NVIDIA-GPU geschnappt und diese durch einen Benchmark geschickt.

Das neue Call of Duty: Modern Warfare soll die CoD-Serie wieder auf den alten Weg führen. Dies betrifft vor allem die technische Umsetzung. Im Falle der PC-Version soll der Titel auch ohne RTX bereits überzeugen – mit der realistischen Berechnung einer Grafikeffekte soll Call of Duty: Modern Warfare dann grafisch das Nonplusultra darstellen.

Grundlage von Call of Duty: Modern Warfare ist die neue IW-Engine – bzw. diese wurde runderneuert. Infinity Ward hat aus dieser Basis extrem viel herausholen können, denn das neueste CoD macht optisch einiges her. Bereits ohne die RTX-Effekte sind die meist nächtlichen Missionen ein Grafik-Feuerwerk. Die Kampagne findet hauptsächlich zu nächtlichem Missionszeiten statt. Bei Tageslicht fällt die Optik minimal zurück, ist aber noch immer beeindruckend. Der Multiplayer leidet etwas darunter, denn die Schlachten finden hier tagsüber statt.

Nicht weiter beurteilen wollen wir die spielerische Qualität von Call of Duty: Modern Warfare. Allerdings sind die ersten Kritiken eher positiv als negativ zu bewerten – der neueste Titel schneidet demnach ganz gut ab.

Grafikeinstellungen

Die Grafikeinstellungen von Call of Duty: Modern Warfare sind umfangreich. Allerdings verzichtet man auf Presets, sodass das Auffinden der richtigen Einstellungen für die jeweiligen Hardware nicht immer ganz einfach ist.

Das Grafikmenü lässt zahlreiche Optionen zu. Neben der Ausgabe- und Renderauflösung wird hier auch die Zusammenarbeit mit NVIDIA deutlich, denn die NVIDIA Highlights lassen sich auch direkt im Grafikmenü aktivieren. Weiterhin kann die Qualität der Texturen, Partikel, und des Texturfilters in vier Stufen ausgewählt werden.

Danach geht es zu den Einstellungen für Licht und Schatten und hier lassen sich dann auch die Raytracing-Effekte aktivieren. Es gibt in diesem Bereich aber noch viele weitere Einstellungen, die mal einen größere und mal einen kleineren Einfluss auf die Darstellungsqualität und Leistung haben. Unser Fokus liegt auf dem Raytracing bzw. einer groben Gesamtübersicht der Leistung in Call of Duty: Modern Warfare.

Bevor wir nun aber zu den Benchmarks kommen, noch ein paar Screenshots, die ohne und mit aktivierten Raytracing-Effekten erstellt wurden.

Gleich in einer der ersten Szenen bewegt sich der Spieler mit einer Spezialeinheit durch ein Waldstück. Hier wären eigentlich viele per Raytracing berechnete Schatten zu erwarten – an dieser Stelle greift Call of Duty: Modern Warfare aber offenbar noch rein auf vordefinierte Shadowmaps zurück. Die RTX-Effekte zeigen sich an dieser Stelle noch nicht.

Der nächste Vergleich ist schon etwas ersichtlicher. Die komplexe Beleuchtungssituation in einer Ecke mit zahlreichen Objekten ist mit RTX-Effekten deutlich realistischer.

Ohne RTX-Effekte kann es bei der Schattenberechnung sogar zu Fehlern kommen, wie der erste Screenshot zeigt. Runde Oberflächen sind aber auch ohne RTX-Effekte ein eigentlich gelöstes Problem.

Anstatt harter Schatten ab Boden werden diese mit aktivierten Raytracing-Effekten weicher und damit realistischer dargestellt. Auch die Schatten der Bücher im Regal können überzeugen, denn solche, die etwas weiter nach hinten geschoben im Regal stehen, werden gar nicht mehr beleuchtet – so wie man das eigentlich auch erwartet.

Auch das Licht, welches durch die Fenster fällt und die Rahmen, die einen Schatten werfen, werden mit und ohne RTX anders behandelt. Anstatt der einfachen harten Schatten werden diese mit RTX korrekt berechnet.

Benchmarks

Wir haben Call of Duty: Modern Warfare mit unserem Grafikkarten-Testsystem sowie dem neuesten GeForce 411.08 getestet. Als Testsequenz haben wir eine frühe Mission der Kampagne gewählt und bewegen uns darin 60 s durch abgestellte Wagons einer Eisenbahn und in deren Umgebung. Die Mission findet Nachts statt und zahlreiche Lichtquellen lassen mindestens ebenso viele Schatten durch die Raytracing-Algorithmen berechnen. Getestet wurde in drei Auflösungen, namentlich 1.920 x 1.080, 2.560 x 1.440 und 3.840 x 2.160 Pixel. Die weiteren Grafikeinstellungen waren auf das Maximum voreingestellt.

Nun aber zu den Leistungsmessungen:

Call of Duty: Modern Warfare

1.920 x 1.080 Pixel (DX12, Hoch, RTX: Hoch)

155.2 XX


106.1 XX
146.2 XX


96.8 XX
134.8 XX


100.8 XX
125.1 XX


98.0 XX
123.6 XX


91.5 XX
117.6 XX


83.5 XX
117.5 XX


73.7 XX
106.3 XX


75.8 XX
101.3 XX


68.2 XX
94.2 XX


63.8 XX
84.8 XX


60.3 XX
Bilder pro Sekunde / 99th Percentile
Mehr ist besser

Call of Duty: Modern Warfare

2.560 x 1.440 Pixel (DX12, Hoch, RTX: Hoch)

120.6 XX


84.8 XX
104.3 XX


73.7 XX
96.1 XX


75.4 XX
88.2 XX


61.1 XX
85.6 XX


71.8 XX
84.9 XX


68.2 XX
83.2 XX


65.6 XX
74.1 XX


55.2 XX
63.8 XX


47.1 XX
58.3 XX


41.6 XX
Bilder pro Sekunde / 99th Percentile
Mehr ist besser

Call of Duty: Modern Warfare

3.840 x 2.160 Pixel (DX12, Hoch, RTX: Hoch)

68.3 XX


49.7 XX
57.6 XX


45.2 XX
51.4 XX


40.2 XX
49.3 XX


40.1 XX
49.2 XX


39.1 XX
45.3 XX


35.2 XX
44.5 XX


34.8 XX
38.2 XX


29.6 XX
29.3 XX


18.4 XX
26.5 XX


16.2 XX
Bilder pro Sekunde / 99th Percentile
Mehr ist besser

Grundsätzlich ist das Aktivieren der Raytracing-Effekte auf allen GeForce-RTX-Karten möglich. Je nach gewünschter Auflösung muss natürlich die entsprechende Hardware vorhanden sein. Für 1.920 x 1.080 Pixel ist auch eine GeForce RTX 2060 Super ausreichend. Bei 2.560 x 1.440 Pixel müssen schon ein paar Einschränkungen gemacht werden und wir würden den Schnitt bei einer GeForce RTX 2070 Super machen wollen. RTX und 4K sind dann eigentlich nur noch mit einer GeForce RTX 2080 Ti in allen Lebenslagen flüssig spielbar.

Ohne die RTX-Effekte liegt die Leistung der Karten im zu erwartenden Bereich. Interessanterweise ist eine Radeon RX 5700 XT schneller als eine Radeon VII. Die drei AMD-Karten (die Radeon RX 5700 hinzugerechnet) bewegen sich zwischen der GeForce RTX 2070 Super und der GeForce RTX 2080 Super. Ohne die RTX-Effekte ist eine GeForce GTX 1660 Super, der die speziellen Hardwarebeschleuniger dazu fehlen, meist schneller als eine GeForce RTX 2060 Super und GeForce RTX 2070 Super mit den Raytracing-Effekten.

Fazit

Call of Duty: Modern Warfare weiß aus technischer Sicht zu überzeugen. Auf die einfache "Schwarz/Weiß"-Thematik des spielerischen Inhalts wollen wir nicht weiter eingehen, sondern haben uns auf die Technik konzentriert. Bugs hat ein jedes Spiel, größere Probleme sind uns im Zusammenhang mit Call of Duty: Modern Warfare aber nicht aufgefallen.

Obwohl das Spiel bereits ohne die RTX-Effekte sehr gut aussieht, hält sich der Hardware-Hunger in Grenzen. In 2.560 x 1.440 Pixel lässt es sich sogar auf einer Radeon RX 590 oder GeForce GTX 1660 Super noch sehr gut spielen. Allerdings sollte man hier zwischen Singleplayer und Multiplayer unterscheiden. Der Multiplayer-Modus ist meist etwas fordernder, allerdings hat Infinity Ward etwas die Detailschraube zurückgedreht, sodass auch der Multiplayer mit weniger starken Karten kein Problem ist. Ohnehin lässt sich über die Grafikeinstellungen viel an der Leistung optimieren, ohne dass die Optik gleich allzu stark zurückfällt.

Wer ein Blick für das Detail hat wird von den per Raytracing berechneten Schatten überzeugt sein. Aber noch einmal: Call of Duty: Modern Warfare sieht auch ohne diese Effekte schon sehr gut aus. Der Mehrwert ist vorhanden, aber er kostet eben abermals viel Leistung. Ohne die RTX-Effekten erreichen die GeForce-RTX-Karten um 30 bis 50 % höhere Frameraten. Im Mulitplayer spielen sie aufgrund der Darstellung zur Tageszeit fast gar keine Rolle, kosten aber ebenfalls Leistung.

Wie groß der Gesamteinfluss auf die Darstellungsqualität ist, kann man schwer sagen. Wenn man erst einmal einen Blick für die "falschen" Schatten hat, ist man über die RTX-Schatten sehr dankbar. Das letzte Losbrechmoment kann NVIDIA damit aber sicherlich noch nicht bei jedem Spieler überwinden. Dazu muss das Raytracing noch großflächiger zum Einsatz kommen – nicht nur in mehr Spielen, sondern auch in mehr Effekten. Damit dies gelingen kann, muss die Leistung in der Raytracing-Berechnung der Hardware aber deutlich gesteigert werden.