Seite 20: Fazit

Es wurde in den vorangegangenen Generationen fast schon zu einem Ritual, dass AMD und NVIDIA neben den Single-GPU-Grafikkarten auch solche mit zwei Chips entwickelten und auch verkauften. Einen besseren Werbeträger für die eigenen Multi-GPU-Systeme CrossFire und SLI kann es auch kaum geben. Folglich hatte NVIDIA bereits sehr früh mit der GeForce GTX 690 seine Dual-GPU-Karte auf Basis der "Kepler"-Architektur am Markt. AMD kündigte zwar bereits vor einem Jahr eine Karte namens "New Zealand" an, auf den Markt geschafft hat es diese aber noch immer nicht. Statt dessen präsentierte man im Sommer eine aufgebohrte Radeon HD 7970 und die ersten Gerüchte zu einem Verzicht der Radeon HD 7990 machten die Runde.

Hersteller wie PowerColor und HIS sprangen in die Bresche. Mit der PowerColor Devil13 HD7990 hatten wir eine solche Karte auch bereits im Test. ASUS hat noch auf die eben erwähnte GHz Edition der Radeon HD 7970 gewartet sowie weitere Entwicklungsarbeit investiert und präsentierte auf der CES die Ares II. Auffällig ist zunächst einmal die Kompromisslosigkeit, mit der ASUS ans Werk geht. So nimmt man die beiden GPUs der Radeon HD 7970 GHz Edition nicht mit ihrem Standard-Takt, sondern lässt diese bereits ab Werk übertaktet arbeiten. Weiterhin wird eine Kombination aus Flüssigkeits- und klassischer Luftkühlung gewählt, um die nötige Abwärme auch aus einem Dual-Slot-Design abführen zu können.

Doch was kommt letztendlich dabei heraus? Schlicht und ergreifend die schnellste Grafikkarte der Welt - zumindest bis AMD und/oder NVIDIA ihre nächsten GPU-Generationen bzw. die entsprechenden Dual-GPU-Karten vorstellen. Keine der bisher getesteten Karten reicht an die ASUS Ares II heran. Erst das Quad-SLI-System bestehend aus zwei GeForce GTX 690 kann die Ares II schlagen. Gleich zwei dieser Karten überfordern alle übrigen Komponenten des Systems. Dies beginnt bei unserem 1000-Watt-Netzteil und endet bei der Limitierung durch die CPU oder die jeweilige Game-Engine. Das Thema Mikroruckler gehört natürlich auch zu einem CrossFire-Setup und soll nicht unerwähnt bleiben. Das Phänomen ist von Spiel zu Spiel unterschiedlich und lässt sich nicht verallgemeinern. Ein Worst-Case-Szenario sind die Framebereiche von 50 FPS und weniger, die es zu vermeiden gilt. Abhilfe kann auch ein Frame-Limiter schaffen, der allerdings auf die jeweiligen Anforderungen angepasst werden muss.

Doch all das hat seinen Preis. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn mit 1425 Euro ist eine Ares II fast so teuer wie zwei GeForce GTX 690. Durch die gebotene Leistung wird dieser Preis sicherlich nicht gerechtfertigt, denn zwei Radeon HD 7970 GHz Edition sind bereits für 750 Euro zu haben. Exklusivität und eine einzigartige Hardware sollen die Käufer ansprechen. Doch nicht nur die Anschaffungskosten sind ein Punkt, den man im Auge behalten sollte. Auch der Stromverbrauch ist nicht zu verachten. Dies liegt aber mehr an AMD als an ASUS selbst, denn die Radeon HD 7970 GHz Edition ist gerade unter Last nicht als besonders sparsam bekannt.

Durch die externe Flüssigkeitskühlung wird zum einen das Problem mit der Abwärme gebannt und die Temperaturen bleiben in einem guten Bereich. Der Nutzer muss allerdings auch den nötigen Platz haben, um den 120-mm-Radiator samt Lüfter unterzubringen. Hinzu kommt, dass ASUS ein proprietäres System verwendet und keine Standard-Anschlüsse, die es möglich gemacht hätten, die Karte in einen vielleicht bereits bestehende Kühlkreislauf einzubinden. Allzu einfach wäre dies aber ohnehin nicht möglich gewesen, da sich die beiden Pumpen im jeweiligen GPU-Kühler befinden.

Für wen ist eine solche Karte also interessant? Für alle, die von einzigartiger Hardware angezogen sind und solche, die auch von einem Preis von über 1400 Euro nicht abgeschreckt werden. Sinnvoll ist der Einsatz einer solchen Karte natürlich auch nur, wenn mindestens ein Monitor mit 2560x1600 Pixel vorhanden ist, besser sind sogar z.B. 5760x1080 Pixel in einem Setup bestehend aus drei Displays.

Positive Aspekte der ASUS Ares II:

  • schnellste Grafikkarte am Markt
  • auch unter extremen Auflösungen (5760x1080 Pixel) immer flüssige Frameraten
  • niedrige Temperaturen durch eine externe Flüssigkeitskühlung
  • 4x DisplayPort + 2x DVI
  • PCI-Express 3.0
  • DirectX 11

Negative Aspekte der ASUS Ares II:

  • hoher Stromverbrauch
  • hoher Preis
  • proprietäre Wasserkühlung

eh asus ares II s

Aufgrund der enormen Performance und Exklusivität der Hardware verleihen wir
der ASUS Ares II den "Hardwareluxx Excellent Hardware"-Award.