Seite 7: Fazit

Bei einem kompakten Mini-ITX-Gehäuse stellt sich dem Hersteller die Frage, wofür der knappe Platz möglichst sinnvoll eingesetzt wird. Cooler Master war es beim MasterCase H100 wichtig, dass auch lange ATX-Netzteile weitergenutzt werden können. Der Kunde spart sich so den Kauf eines kleineren Netzteils, beispielsweise eines SFX-(L)-Modells. 

Allerdings geht diese Entscheidung klar zu Lasten der CPU-Kühlerkompatibilität. Hohe Luftkühler können wegen der Netzteilplatzierung nicht genutzt werden. Weil flache Top-Blow-Kühler in der Regel weniger leistungsstark sind, muss mit höherer Lüfterdrehzahl und entsprechend höherer Lautstärke gerechnet werden. Alternativ kann zwar eine Wasserkühlung mit Single-Radiator montiert werden, dafür fallen üblicherweise aber höhere Kosten an. Wegen der geringen Gehäusetiefe wird auch die Grafikkartenlänge stark limitiert. Wer eine wirklich leistungsstarke Grafikkarte nutzen möchte, sollte sich deshalb nach speziellen Mini-Modellen umsehen. Der riesige 200-mm-Frontlüfter kann gerade die Grafikkartenkühlung nach unseren Eindrücken wirkungsvoll unterstützen. Dazu prägt er mit seiner RGB-Beleuchtung auch entscheidend die Optik des ansonsten schlichten Gehäuses. 

Dass der Platz in einem ähnlich großen Mini-ITX-Gehäuse auch ganz anders ausgenutzt werden kann, hat zuletzt Streacom mit dem DA2 gezeigt. In diesem 180 x 286 x 340 mm großen Aluminiumgehäuse kann optional zwar auch ein ATX-Netzteil genutzt werden, empfehlenswerter ist aber ein SFX- oder SFX-L-Modell. Denn dann nimmt das DA2 eine bis zu 33 cm lange Grafikkarte auf. Und weil der Kühler bis zu 14,5 cm hoch sein darf, lassen sich sogar manche Tower-Kühler nutzen. Für eine leistungsstarke Luftkühlung und lange Grafikkarten ist ein Layout wie beim DA2 also ganz klar besser geeignet. Das gilt umso mehr, weil es mittlerweile durchaus leistungsstarke SFX-L-Netzteile im Handel gibt. Preislich spielen beide Mini-ITX-Gehäuse allerdings in völlig unterschiedlichen Ligen.

Wenn ein günstiges und kompaktes Mini-ITX-Gehäuse gesucht wird, bietet Cooler Master mit dem MasterCase H100 eine frische Wahl an. Attraktiv ist dieses Modell dabei vor allem dann, wenn ein ausgewachsenes ATX-Netzteil weitergenutzt werden soll. 

Positive Aspekte des Cooler Master MasterCase H100:

  • platzsparend und leicht
  • die meisten ATX-Netzteile können weitergenutzt werden
  • riesiger 200-mm-Lüfter kühlt den gesamten Innenraum, Drehzahl kann weit reduziert werden
  • alternativ Single-Radiator bis 200 mm möglich
  • RGB-Beleuchtung des Lüfters über Mainboard, mitgelieferten Controller oder Reset-Taster steuerbar
  • vier Laufwerksplätze, dabei einer auch für 3,5-Zoll-HDD, HDD-Entkopplung

Negative Aspekte des Cooler Master MasterCase H100:

  • enge Limits für CPU-Kühler und Grafikkarte
  • kein richtiger Frontstaubfilter (nur Mesh, dafür wird Airflow weniger eingeschränkt)
  • kaum werkzeuglose Montagelösungen

Preise und Verfügbarkeit
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