Seite 3: Leistung, Laufzeit, Fazit

Leistung

Mit dem Ascend P7 stellte Huawei vor einigen Monaten ein Flaggschiff vor, das eigentlich nur einen großen Schwachpunkt hat: Die vergleichsweise geringe Leistung. Schuld daran war und ist der veraltete SoC. Im größeren Ascend Mate 7 kommt nun ein neues Modell zum Einsatz, das eingangs näher beschrieben wurde. In den üblichen Benchmarks zeigt sich, dass das Modell Kirin 925 deutlich mehr Performance als sein Vorgänger bietet - wenn denn die Software optimiert ist.

Denn in so manchem Test, als Beispiel sei Linpack genannt, kann nicht das volle Potential genutzt werden. In anderen Versuchen platziert sich das Testgerät hingegen weit oben, so beispielsweise im 3DMark (Ice Storm Unlimited). Hier werden gut 14.200 Punkte erreicht, was immerhin für Platz sieben reicht. Noch besser sieht es unter AnTuTu aus. Sowohl in der Gesamtwertung als auch beim GPU-3D-Resultat werden Bestwerte ausgewiesen. Heterogener fallen die Browser-Tests aus: Während Sunspider eine hohe Leistung attestiert, spricht Browsermark 2 von einer eher geringen Performance.

AnTuTu

Punkte
Mehr ist besser

Im Alltag zeigt sich das Ascend Mate 7 aber durchgängig von seiner besten Seite. Ruckler oder ähnliches sind nicht vorhanden, auch die Ladezeiten bewegen sich im üblichen Rahmen. Und selbst bei anspruchsvollen Spielen reicht die vorhandene Leistung mehr als aus.

Laufzeit

Viel Platz im Gehäuse hat man dem Akku gegönnt. Denn dieser bietet eine Kapazität von 4.100 mAh und damit deutlich mehr als die Masse an Smartphones. Dementsprechend gut fallen die Laufzeiten aus. Im standardisierten Video-Test reichte eine Ladung für rund 12,5 Stunden Wiedergabe, im Alltag musste das Handy nach etwa drei Tagen wieder an das Ladegerät angeschlossen werden. Durch das große Display sowie die leistungsstarke Hintergrundbeleuchtung kann letzterer Wert aber auch deutlich geringer ausfallen, bei gleichem Einsatz - aber voller Helligkeit - musste schon nach eineinhalb Tagen zum Kabel gegriffen werden. Eine andere Schwäche: Huawei hat den Energiespeicher fest verbaut.

Fazit

Jenseits der 5,5 Zoll wird die Luft dünn. Gibt es im Bereich zwischen 5,3 und 5,7 Zoll, in dem beispielsweise das Galaxy Note 3 eine wichtige Rolle spielt, mittlerweile zahlreiche Kandidaten, sieht es darüber schon schlecht aus. Berücksichtigt man die verschiedenen Farben, stehen gerade einmal drei Dutzend Handys zur Auswahl. Eines davon ist das Ascend Mate 7, das sich lediglich zwei ernsthaften Mitbewerbern stellen muss: Dem Sony Xperia Z Ultra sowie dem Nokia Lumia 1520. Ersteres fällt nochmals größer aus, bietet jedoch ein IP-zertifiziertes Gehäuse, letzteres punktet mit seiner sehr guten Kamera.

Verstecken muss sich Huaweis großes Handy vor beiden jedoch nicht. Das Display gefällt mit seiner hohen Helligkeit sowie dem sehr guten Kontrast, hinzu kommen das schnelle LTE-Modem sowie der überzeugend integrierte Fingerabdrucksensor. Ebenfalls für das Ascend Mate 7 sprechen die guten bis sehr guten Akkulaufzeiten sowie die Kamera, die klar über dem Durchschnitt liegt.

Viele Stärken, wenige Schwächen: Das Huawei Ascend Mate 7
Viele Stärken, wenige Schwächen: Das Huawei Ascend Mate 7

Echte Schwächen sind hingegen nicht zu erkennen. Zwar liegt man hinsichtlich der Verarbeitung nicht auf dem höchsten Niveau, grobe Schnitzer gibt es aber nicht. Ähnlich kleine Makel gibt es beispielsweise beim WLAN-Modul, das keine ac-Unterstützung bietet, aber auch in Hinblick auf die RAM-Bestückung sowie den Verzicht auf die Dual-SIM-Tauglichkeit in Deutschland.

Am Ende ist das Ascend Mate 7 aber dennoch ein sehr gutes Smartphone, das aber nur dann empfohlen werden kann, wenn exakt ein solch ausgestattetes Gerät gesucht wird. Ist man nicht auf Android festgelegt, dürfte das Lumia 1520 die bessere Wahl sein, kann man auf den Fingerabdrucksensor verzichten und darf das Smartphone noch größer sein, bietet des Xperia Z Ultra für etwa den halben Preis eine ähnliche Leistung. Soll hingegen ein Stift genutzt werden, dürfte das Galaxy Note 3 der Favorit sein.

Das große Teile der Front einnehmende Display sowie der Fingerabdrucksensor sind echte Hightlights
Das große Teile der Front einnehmende Display sowie der Fingerabdrucksensor sind echte Hightlights

Am Ende muss der knapp 500 Euro teure Neuling seine Lücke deshalb erst noch finden. Dass sich diese auftun wird, gilt als sicher angesichts des Trends hin zu immer größeren Smartphones.

Positive Aspekte des Huawei Ascend Mate 7:

  • helles Display
  • sehr guter Display-Kontrast
  • gute Ausnutzung der Frontfläche
  • schnelles LTE-Modem
  • Speicher erweiterbar
  • eigene Oberfläche mit sinnvollen Erweiterungen
  • hohe Systemleistung
  • präziser und komfortabler Fingerabdrucksensor
  • gute Laufzeiten

Negative Aspekte des Huawei Ascend Mate 7:

  • hohes Gewicht
  • Akku fest verbaut
  • Ausstattung nicht immer auf dem aktuellen Stand