[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

was ein gejammer hier manchmal...
 
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Ich weiß nicht wohin damit, daher hier:
Wegen ein bisschen hin und her habe ich nicht wie geplant Anfang der Woche gekündigt. Habe auch noch ein paar Tage Zeit, soll aber morgen o. übermorgen geschehen.
Ich verdanke meinem Chef wirklich viel, er hat mich komplett in meinem Beruf (rund 5 Jahre) ausgebildet und zwar auch die letzten "extra-Meter" die sich viele Chefs im gleichen Berufsfeld sparen, so dass ich die Möglichkeit habe selbstständig zu werden.
Aktuell überlege ich ihm als Dankeschön zur Kündigung einen Gutschein für ein nahe gelegenes Sternerestaurant zu schenken (er ist großer Kulinarik-Fan). Weiß aber nicht so recht, ob die Übergabe zur Kündigung passend ist.
Möchte es auch machen, damit man aus dem Gespräch mit zumindest einem bisschen positiven Vibe rausgeht. Aber es soll auch nicht als "Bestechung" rüberkommen, oder in anderer Weise komisch.
Was meinen die Beruf-Profis hier?
 
Kommt ggf. auf die Dymanik des Gesprächs oder der Informationsübergabe an.
Mag Situationen geben, wo das passt, und andere, wenn der durch deine Kündigung sich persönlich beleidigt fühlt, dann lass den Gutschein in deiner Tasche und erwähne ihn nichtmal.
 
Kommt ggf. auf die Dymanik des Gesprächs oder der Informationsübergabe an.
Mag Situationen geben, wo das passt, und andere, wenn der durch deine Kündigung sich persönlich beleidigt fühlt, dann lass den Gutschein in deiner Tasche und erwähne ihn nichtmal.

Guter Hinweis, auf die Idee bin ich jetzt erstmal nicht gekommen, Danke. Man muss ja nicht mit der Übergabe ins Gespräch starten.
 
Wenn der sagt, er kannst verstehen und findests schade und wünscht dir alles gute von Herzen, dann könnts passen.
Aber je mehr Herzblut jemand in dich gesteckt hat, desto mehr wird den deine Kündigung kränken. Zumindest meistens.
 
Würde ich auch so machen, den Gutschein kannst du ihm doch zum Abschied dann schenken? Das muss ja nicht sofort bei der Kündigung sein. Auf jeden Fall ne nette Geste.

Aber je mehr Herzblut jemand in dich gesteckt hat, desto mehr wird den deine Kündigung kränken.
Kommt auf den Menschen an, gibt auch genügend die verstehen, dass ein Wechsel einen weiter bringt und sie wünschen einem, trotz ihrem persönlichen Nachteil, alles Gute.
 
Mich wundert ehrlich gesagt ein wenig warum ihr deine Selbstständigkeit nicht schon vorher mal thematisiert habt?
 
Gab keinen Grund dazu. War für alle Seiten fein die Regelung bisher, irgendwann kommt der Go or No Go Moment.
Der war für mich jetzt als ich mit meinen persönlichen „Wertekompass“ entschieden habe, dass ich dem Unternehmen genug zurück gegeben habe. Über Übergangszeit und co. kann man dann ja immernoch so reden dass es für alle cool ist.

Dass ich irgendwann in den Sack haue war aber generell absehbar. Macht jeder in dem Berufsfeld.
 
Würde ich auch so machen, den Gutschein kannst du ihm doch zum Abschied dann schenken? Das muss ja nicht sofort bei der Kündigung sein. Auf jeden Fall ne nette Geste.
Unterschreibe ich so.
Den Gutschein kannste ja dabei haben, für den Fall der Fälle. (ist ja kein m² Plakat)
Ich würde den aber am letzten Tag mit nem klassichen "Merci" übergeben und mich für die Zeit, Vertrauen, aber auch die Zusammenarbeit auf persönlicher Ebene bedanken. -> man sieht sich immer 2x im Leben, besonders, wenn man nicht 55 ist

Ne Kündigung in so einer, scheinbar, Vertrauensstellung ist nicht zwingend einfach, aber ein Thema, was mehr oder minder Alltag ist.
Dass jemand von der Ausbildung bis zur Rente in der Bude bleibt, ist nicht mehr der Standard, besonders nicht in kleinen Firmen.
Der Planet und die eigene Welt drehen sich weiter.

PS: Wichtig ist glaube, dass es kein Thema der Abneigung etc. ist, sondern eben einen in sich gerichtete Entscheidung.
Was man nicht machen sollte, dieses Engagement mit verbrannter Erde danken. Solche Leute und den Einsatz (was man hier halt so rauslesen kann...) sind eben nicht unbedingt üblich bei Führungskreisen. Dementsprechend sollte man das Feld so hinterlassen, dass es auch einer nach einem noch bestellen kann.

PPS:
Was ist das denn für nen Berufsfeld, dass sowas üblich ist?
 
Zuletzt bearbeitet:
Sachverständigenwesen.


Dass man alles gut übergibt und keine Brücken abreißt ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Daher auch der Wille es möglichst gut auseinander gehen zu lassen. Es ist auch nichts vorgefallen. Einfach der Wunsch auf eigenen Beinen zu stehen.
 
Sachverständigenwesen.


Dass man alles gut übergibt und keine Brücken abreißt ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Daher auch der Wille es möglichst gut auseinander gehen zu lassen. Es ist auch nichts vorgefallen. Einfach der Wunsch auf eigenen Beinen zu stehen.
Und Cheffe ist noch nicht alt genug, dass er evtl. einen Nachfolger sucht/aufbauen will, der seinen Laden/Kundenstamm mal übernimmt?
 
Und Cheffe ist noch nicht alt genug, dass er evtl. einen Nachfolger sucht/aufbauen will, der seinen Laden/Kundenstamm mal übernimmt?

Doch, gibt es schon. Möchte mich aber nicht einkaufen, sondern mein eigenes Ding machen :) War tatsächlich eine Option.
Hab ehrlich gesagt keinen Bock auf Verantwortung von jetzt auf gleich für 20+ Leute.
 
Ok, wenn es schon jemanden gibt, dann dürfte er ja nicht enttäuscht sein in der stillen Hoffnung, dass du den Laden mal übernehmen würdest.
Dann Kündigung raus und wenn danach die Stimmung noch passt beim Abschied den Gutschein übergeben.
 
Ich könnte mir gut vorstellen irgendwann selbst dann Angestellte zu haben. Ich hab allerdings auch im Arbeitsumkreis immer wieder beobachtet wie schnell sowas in die Hose geht.
Da übernehmen Leute mit 0 Führungskompetenz oder Erfahrung dann ganze Büros und sind auf einmal Chef.
Als erstes muss ich bei so einer Nummer - meiner Meinung nach - fachlich noch sattelfester werden. Da reichen keine 10 Jahre Erfahrung, sondern mMn sind da 20-30 Jahre erforderlich, damit man wirklich in jeder Lebenslage fundiert zur Seite stehen kann. Und dann muss man dadurch auch die Kapazitäten haben sich aktiv damit zu beschäftigen, wie man wirklich Chef wird und sich persönlich qualifiziert anstatt nur fachlich.
Daher war es für mich - auch wenn finanziell sehr reizvoll - keine Option in "jungen Jahren" direkt Geschäftsführer zu werden.
 
Kann ich bestätigen.
Ich hatte in meiner letzten Verwendung 10 Leute unter mir, aus 4 Fachrichtungen (in nur einer war ich auch selbst ausgebildet) und war der zweitjüngste von uns.
Es ging nicht in die Hose, aber man hat deutlich gemerkt, dass es besser ist wenn die Person auf den Posten schon etwas Erfahrung mitbringt und nicht direkt aus der Ausbildung dort landet.
 
Kündigung ist durch. Gespräch war sehr wertschätzend und ich darf jeder Zeit - sollte ich aus irgendeinem Grund zurück ins Angestelltenverhältnis wollen - wiederkommen. Übergabe des Dankeschöns fühlte sich trotzdem komisch an und erfolgt dann Ende Juni.
 
Ja sowas gehört in den letzten Tag.

Dann viel Erfolg bei dem was Du in Zukunft tust!
 
Am Freitag gab es ne Betriebsversammlung. Normal wird das Gehalt immer Rechtzeitig früher bezahlt, doch dieses mal hat man es gnadenlos ausgereizt. Hat nun nicht gereicht, Geld ist heute nicht drauf und morgen ist 1 Juni und damit Verzug. Einige Kollegen überlegen, morgen nicht zur Arbeit zu gehen oder dort nichts zu machen. Der Chef sagte am Freitag, das die Gehälter überwiesen worden sind, weil doch einige Fragten. Hat nur nicht geklappt.
Das wird morgen früh wohl ziemlich spannend. So ein Scheiß. Warum macht man sich als Betrieb so einen Stress... Wenn der Chef nicht gelogen hat, muss das Geld am Montag ja eingehen. Das Niederlegen der Arbeit ist nicht erlaubt, wenn mit einen Geldeingang zu rechnen ist. Also erst ab Dienstag dann :)
Für mögliche Schäden ist der AG trotzdem ersatzpflichtig.
Schlimmer finde ich, das der AGG das wohl eher aus anderen Gründen macht und diese keine guten Gründe sind für folgende Lohnzahlungen...
 
Mist, aber Gehalt am Ersten wäre doch noch rechtzeitig, oder? Hab früher mein Gehalt immer erst am 1. bekommen.
Wenn der AG plötzlich später bezahlt als normal, würde ich mir auf jeden Fall sorgen machen. Hast du du was mitbekommen ob es Liquiditätsprobleme gibt?
 
Es scheint wohl wirklich Probleme mit dem Geld zu geben, da wir ziemlich große Projekte bearbeiten und wohl irgendein Zahlungsziel nicht pünktlich erreicht worden ist. Am 1 des Monats ist zu spät. Am Ende mache ich deshalb kein Fass auf, aber es ist schon beunruhigend für die Zukunft. Ich habe bereits 1 Pleite hinter mir. Dank dem Insolvenzgeld sind die Gehälter ja absolut sicher. Nur sind Überstunden dann wertlos. Und genau das wird aktuell angefordert.
 
Das Niederlegen der Arbeit ist nicht erlaubt, wenn mit einen Geldeingang zu rechnen ist.
Wenn das Geld notfalls eh durch Insolvenzgeld gesichert ist, warum dann niederlegen? Wäre ja im Zweifelsfall sogar kontraproduktiv, wenn der Betrieb dann nichtmal mehr liefern kann weil keiner arbeitet. Oder verpass ich was? Oder sind alle so weit im Überstundenkonto und haben deswegen schon Angst?
Drück dir die Daumen, dass das morgen wirklich ankommt. Du kommst ja sicher auch erstmal mit Rücklagen über die Runden, aber gibt bestimmt einige Kollegen die sich jetzt zwischen Miete und Essen entscheiden dürfen.
 
Naja aktuell habe ich 1 Woche an Plusstunden. Die sind bei Insolvenz oder Kündigung quasi weg, da man irgendwann (oder sofort) freigestellt wird und diese dann als abgefeiert gelten. Wer keine Stunden hat, verliert auch nichts. Also ist es nicht schlau, Stunden zu haben. Ich habe den Spaß vor 8 Jahren schonmal durch.
Noch hofft man ja auch aufs Beste, das setzt aber auch voraus, das in Zukunft genügend Geld reinkommt. Wenn jetzt dieser Monat knapp ist, wird der nächste Monat mit halben Gehalt extra an Urlaubsgeld wirklich spannend.
Ich kann einige Monate ausgleichen, spaß macht das aber auch nicht. Ich habe den Mist halt schonmal hinter mir. Habe gar kein Bock auf neuen Job.
 
Überstunden sind bei Kündigung auch mit Freistellung nicht automatisch weg. Bei Insolvenz weiß ich es nicht.
 
Bei Insolvenz weiß ich es nicht.
Das ist aber genau der Punkt.
Ü-Stunden sind, wenn man so will, nicht ausbezahlte Gehälter.
Man könnte sogar sagen, dass sie, wenn die im Abgesang massiv eingefordert werden, sogar Teil der Strategie sind. (Leistung ohne (direktes) Gehalt)
Egal wie man es dreht, die gehen, wie auch sonstige Gehaltsforderungen, in die Insolvenzmasse ein. Und solche Forderungen werden als letztes bedient.
-> man hat also Gehalt verloren, auch wenn man normal weiterbezahlt wurde oder Insolvenzgeld bekommen hat.
 
Überstunden sind bei Kündigung auch mit Freistellung nicht automatisch weg. Bei Insolvenz weiß ich es nicht.
Überstunden sind bei Kündigung als auch Insolvenz in soweit "weg", weil sie mit der Freistellung abgegolten sind. Wer nicht Freigestellt wird, der verliert auch nicht die Überstunden. Bei Kündigung bekommt man sie natürlich dann ausgezahlt, nur meistens wird man freigestellt, wenn man gekündigt wird. Bei einer Insolvenz sind Überstunden Teil der Insolvenzmasse und werden mit den Gläubigern aufgeteilt. Da man bei einer Insolvenz ohne Aussicht auf Erfolg irgendwann freigestellt wird, sind die Überstunden damit dann auch abgegolten (wenn die Stunden dafür reichen). Die Kündigungsfrist ist nicht ganz unrelevant, da man da zwar erstmal ALG1 erhält, aber der restliche Betrag zum vollen Gehalt Teil der "aktuellen Löhne" wird und je nachdem ernsthafte Aussichten auf Erfolg haben kann. Ich habe 1,5 Jahre später die restlichen 40% (60% ALG1) vom Lohn ausgezahlt bekommen aus der Konkursmasse 2019. Lieber spät als nie und ich habe nicht damit gerechnet. Habe mich echt gefreut, war bei mir 2x 0,4 = 0,8 Monatsgehalt einfach "so aus den Nichts".

Die Reihenfolge ist wie folgt bei Insolvenz:
1. Der Insolvenzverwalter bekommt natürlich immer sein Geld, genau so der Staat
2. Die aktuellen Löhne der Angestellten kommen direkt danach
3. die Gläubiger, dazu gehören auch Dinge wie Überstunden der Angestellten, welche vor der Insolvenz angesammelt worden sind

Geld kam heute übrigens an. Das Ding war, das auf eine bezahlte Rechnung auf ein Projekt gewartet wurde, welches unsere Löhne die nächsten Monate bezahlt. Ein typisches Problem bei sehr großen Projekten mit großen Meilensteinen für die Zahlungsziele.
 
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