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AMD vergleicht 128 EPYC-Kerne gegen 56 Xeon-Kerne (Update)

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amd-romeAuf der Computex hat AMD weitere Details zu den EPYC-Prozessoren der zweiten Generation verraten und verweist dabei zunächst auf die Ankündigung des Frontier-Supercomputers. Dieser soll 2021 den schnellsten Supercomputer darstellen und setzt dabei auf eine der nächsten Generationen der EPYC-Prozessoren und Radeon-Instinct-Karten.

Auf Basis der aktuellen Generation verkünden AMD und Microsoft, dass ein Teil der Azure Cloud mit 11.500 Prozessoren bestückt wird, die in einem Cluster zusammengeschaltet werden können. Dies ist die bislang größte zusammenhängende Cloud-Instanz mit EPYC-Prozessoren.

Die EPYC-Prozessoren der zweiten Generation sollen im dritten Quartal auf den Markt kommen. Die Verdopplung der Anzahl der Kerne soll passend für eine Verdopplung der Rechenleistung in den meisten Anwendungsfeldern sorgen, für Fließkommaberechnungen spricht AMD von einer Vervierfachung die Leistung. Aufgrund der Verwendung von PCI-Express 4.0 verdoppelt sich die Datenrate für die Anbindung entsprechender PCI-Express-Hardware.

Erneut wagt sich AMD an einen Leistungsvergleich mit Intel und vergleich dabei zwei EPYC-Prozessoren mit jeweils 64 Kernen gegen zwei Intel Xeon Platinum 8280 mit jeweils 28 Kernen. Wieder einmal wird dabei die Simulation eines Moleküls verwendet und die Rechenleistung dahingehend bewertet.

AMD nutzt hier erstmals an einen Dual-Sockel-Vergleich, bisher hat man sich nur auf einem Sockel mit Intel duelliert. Das Ergebnis sind 9,71 ns/Tag Simulation auf den beiden Xeon Platinum 8280 und 19,56 ns/Tag auf den beiden EPYC-Prozessoren mit jeweils 64 Kernen. AMD vergleicht hier mit Hilfe einer Anwendung, die offensichtlich sehr gut mit der Anzahl der Kerne skaliert. Wie unser Test der beiden Xeon Platinum 8280 gezeigt hat, profitieren aber bei weitem nicht alle Anwendungen in dieser Form von einer höheren Anzahl an Kernen.

Im Vergleich zu den Werten, die Intel für Cascade Lake erhoben hat und denen, die AMD zur CES (AMD: 64 Kerne, 9,8 ns/Tag) zeigte, sind die Unterschiede nur sehr gering. Es gab also keine weitere Verbesserung der Leistung für diesen Test, AMD hat nur die Anzahl der Kerne variiert und ebenso ist Intel vorgegangen.

Update:

Intel schlägt zurück und reagiert damit auf die von AMD gezeigte Präsentation der Leistung der EPYC-Prozessoren. Die von AMD auf der Computex gezeigten Daten sprechen für den gewählten Benchmark von 19,56 ns/Tag auf den beiden EPYC-Prozessoren mit jeweils 64 Kernen. Zur CES zeigte man diesen Benchmark mit einem 64-Kern-EPYC-Prozessor und erreichte 9,83 ns/Tag. Die Leistung zweier Prozessoren skaliert also sehr gut im Vergleich mit dem Ergebnis eines Prozessors, allerdings konnte AMD im Zeitraum von Januar bis Ende Mai auch keine wesentliche Zugewinne für sich verbuchen. Dies wäre auf Seiten der Softwareoptimierung ebenso zu erwarten wie beim Takt.

Natürlich wollte Intel den Vergleich zwischen 2x 28 vs. 2x 64 Kerne nicht einfach so stehen lassen und hat nun nachgelegt. Gezeigt wurden zwei Intel Xeon 9242 Platinum, die über jeweils 48 Kerne verfügen. Das Ergebnis sind 19,88 ns/Tag und damit ist man wieder auf Augenhöhe mit AMD. Ergebnisse für zwei Xeon Platinum 9282 mit jeweils 56 Kernen will Intel noch nachreichen. Hier dürfte man die beiden EPYC-Prozessoren sicherlich hinter sich lassen.

Allerdings gilt zu bedenken, dass ein Intel Xeon 9242 auch über eine Thermal Design Power von 350 W verfügt und als Teil der 9200-Serie von Intel auch nicht mehr gesockelt angeboten wird, was den Preis eines solches Systems nach oben treibt. Auf der anderen Seite scheint AMD mit der Keynotepräsentation auch kein glückliches Händchen gehabt zu haben, denn offenbar wurde hier eine falsche Version des NAMD (Nanoscale Molecular Dynamics Program) verwendet.