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Apple iPhone XS: Mehr RAM, weniger Akku, kleinerer Chip

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apple iphone xsSeit vergangenen Freitag sind zumindest die beiden Topmodelle der neuen iPhone-Generation von Apple erhältlich und das zu gewohnt hohen Preisen, die im Vergleich zum Vorjahr noch einmal kräftig angezogen haben. Während man für das iPhone XS mit 64 GB Speicher 1.149 Euro auf den Ladentisch legen muss, werden für das iPhone XS Max mit 512 GB sogar 1.649 Euro ausgerufen. Da Apple wie gewohnt nicht alle technischen Daten veröffentlicht, muss man auf die ersten Tests und Teardowns warten, die nun nach und nach veröffentlicht werden.

Eines zeigt sich dabei schnell: Sowohl das Apple iPhone XS wie auch das Apple iPhone XS Max können auf einen 4 GB großen LPDDR4X-Arbeitsspeicher zurückgreifen und legen damit gegenüber dem iPhone X aus dem letzten Jahr ein weiteres Gigabyte obendrauf. Der neue A12-Chip besitzt zwar weiterhin sechs CPU-Kerne, die machen sich nun jedoch mit bis zu 2,49 GHz ans Werk, wohingegen es beim A11-Vorgänger noch 100 MHz weniger waren. Zudem wurde der L1-Cache auf 128 KB vergrößert. Zu beachten ist jedoch, dass es im Apple A12 Bionic zwei High-Performance-Cores und vier auf Effizienz getrimmte Kerne gibt, die deutlich langsamer arbeiten. Sie benennt Apple mit Vortex und Tempest wie schon beim Vorgänger nach Stürmen, wo sie als Monsoon und Mistral bezeichnet wurden.

Insgesamt ist der Apple A12 Bionic mit einer Fläche von rund 83 mm² ein gutes Stück kleiner geworden und beherbergt nun etwa 6,9 Milliarden Transistoren. Der A11-Vorgänger war mit 87 mm² nicht ganz so kompakt und mit 4,3 Milliarden Transistoren weniger komplex. Grund hierfür ist der Shrink von 10 nm auf 7 nm. Es ist der erste Smartphone-Chip, der in diesem Fertigungsverfahren vom Band läuft und tatsächlich verfügbar ist. Die Grafikeinheit des SoCs wurde ebenfalls überarbeitet und soll dank der vier statt wie bislang drei Kernen rund 50 % schneller arbeiten. Welche Aufgaben welcher Einheit des A12 zugeordnet werden, darüber entscheidet die Neural Engine, die nun acht Kerne bietet. 

Ebenfalls spannend ist das LTE-Modem, denn hier verbaut Apple im neuen iPhone XS (MaX) ausschließlich ein Modul von Intel, konkret setzt man auf das XMM 7580. Vermutlich zum Trotz, denn mit Qualcomm liegt man bekanntlich im Streit. Erst in dieser Woche warf Qualcomm Apple die Weitergabe geheimer Daten an Intel vor. Jedoch scheint sich derzeit auch ein neues Antennagate abzuzeichnen.

Ansonsten steckt im Apple iPhone XS ein 2.659 mAh starker Akku, dessen Kapazität gegenüber dem iPhone X von 2.750 mAh gesunken ist. Das größere iPhone XS Max bietet hingegen einen 3.179 mAh starken Akku. Trotz der nominell geringeren Akku-Laufzeit und der gesteigerten Rechenleistung des A12-SoCs sollen die neuen iPhones etwa 30 Minuten länger durchhalten.

Beim Zusammenbau setzt Apple laut der Reparaturprofis von iFixit abermals auf viel Klebstoff – vermutlich um die IP68-Zertifitizerung zu erreichen. Vor allem wenn das Display bricht, müssen viele Bauteile ersetzt werden, wie zum Beispiel die Selfie-Kamera und die Hardware für Face ID. Da Apple sowohl auf der Vorder- wie auch auf der Rückseite auf Glas setzt, soll sich das Risiko von Sturzschäden beim iPhone XS verdoppeln. Ist die Rückseite gebrochen, müssen sogar alle Komponenten entfernt und der gesamte Rahmen ausgetauscht werden. iFixit vergibt daher nur sechs von möglichen zehn Reparatur-Punkten – genauso viele wie beim Vorgänger iPhone X. 

Techinsights liefert nicht nur nähere Informationen zum A12 Bionic, sondern hat auch die ungefähren Materialkosten berechnet. Die sollen beim Apple iPhone XS gegenüber dem Vorgänger noch einmal deutlich angestiegen sein. Während die Kalkulation für das iPhone X rund 396 US-Dollar vorsieht, sollen es für den 2018er-Nachfolger 443 US-Dollar sein. Die teuerste Komponente ist natürlich abermals das Super-Retina-Display, für welches 80,50 US-Dollar in der Kalkulation stehen. Danach folgen der SoC und das Modem mit rund 72 US-Dollar und der Speicher mit etwa 64,50 US-Dollar. Die Kamera-Technik soll immerhin noch 44 US-Dollar kosten, der Zusammenbau 58 US-Dollar und die danach folgenden Tests etwa 24,50 US-Dollar. 

Nicht einberechnet sind wie üblich die Kosten für die Entwicklung, das Marketing und den Vertrieb sowie etwaige Service-Leistungen. Die Marge dürfte am Ende also deutlich niedriger ausfallen, wenngleich Apple pro verkauftem Gerät noch einiges verdienen dürfte.

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