Seite 1: Das war 2017 – Teil 1

2017Die letzten Stunden des Jahres 2017 sind angebrochen. Bevor wir uns nach dem großen Weihnachtsfest mit leckerem Braten, zahlreichen Plätzchen und einigen Geschenken auf die Silvester-Feicherlichkeiten stürzen und die Sektkorken und natürlich auch die Raketen wieder knallen lassen werden, wollen wir die vergangenen zwölf Monate aus Sicht der IT-Branche noch einmal Revue passieren lassen. Auch in diesem Jahr gab es wieder zahlreiche frische Hardware-Komponenten und viele neue Services sowie Software-Produkte und auch die Politik brachte ihre neuesten Ideen wieder ins Netz. Mit dabei waren wieder viele kuriose, ärgerliche und lustige Dinge, auf die wir noch einmal in alphabetischer Reihenfolge blicken wollen. Heute folgt der erste Teil unseres Jahresrückblicks. 

Wir beginnen mit den Buchstaben A bis M.

A wie Ankündigungsweltmeister

Blender oder Visionär? An Elon Musk scheiden sich die Geister. Nicht wenige vergleichen ihn mit Steve Jobs, aus seinen Produkten macht er fast so etwas wie eine Religion, Fans verhalten sich nicht selten wie Gläubige. Das zeigt sich vor allem bei Tesla.

Der unter anderem von Musk gegründete Autobauer schreibt noch immer rote Zahlen und erreicht selbst gesteckte Ziele regelmäßig nicht, wird von der Börse aber (noch) hofiert. Vielleicht, da er auf Kritik gar nicht erst eingeht.

Auf mehrfache Verzögerungen während des Produktionsstarts des Model 3 sowie deutlich verfehlte Produktionsziele reagierte Musk einfach mit der Vorstellung der zweiten Roadster-Generation. Der neue Roadster soll dabei nicht nur das schnellste Auto der Welt werden, sondern mit einer Akku-Ladung auch noch eine Reichweite von 1.000 km haben.

Auf Äußerungen von Experten, der zeitgleich vorgestellte Semi Truck, widerspräche dem aktuell technisch Möglichen, begegnete Musk bislang lediglich mit immer neuen Bestellungen. Fragen, ob der Tesla-LKW für das Unternehmen wirtschaftlich überhaupt einen Sinn ergebe, werden ebenfalls ignoriert. Nicht nur das lässt einige vermuten, dass sich Tesla inzwischen zu einem großen Schneeballsystem entwickelt hat. Ankündigungen folgen auf Ankündigungen, Handfestes gibt es kaum. Deshalb trägt das Unternehmen zurecht den Titel des Ankündigungsweltmeisters 2017.

B wie Bling-Bling

Zwar sind RGB-LEDs bei Komponenten, Gaming-Notebooks und Eingabegeräten grundsätzlich nichts Neues mehr, kaum aber wurde deren Verwendung so auf die Spitze getrieben wie in diesem Jahr. Inzwischen gibt es die wild-farbenfrohen Blinkedinger nicht mehr nur auf dem Mainboard, der Grafikkarte oder der Tastatur, sondern auch beim Arbeitsspeicher. G.Skill und Corsair liefern ihre Module je nach Modell gerne auch mit RGB-LEDs aus, die sich natürlich mit der restlichen Systembeleuchtung und der passenden Software synchronisieren lassen.

Sogar die erste Soundkarte mit RGB-Beleuchtung wurde in diesem Jahr vorgestellt. Die Creative Sound BlasterX AE-5. Gaming-Monitore wie der ASUS ROG Swift PG27VQ zeichnen ganze Hologramme auf den Schreibtisch, auf dem Maximus X Formula des gleichen Herstellers befindet sich sogar ein kleines OLED-Display, das jede Menge Zusatzinformationen wie POST-Code, Taktfrequenzen, Temperaturen und sogar ganze GIF-Animationen anzeigen kann.

Immerhin: Wer etwas Zeit investiert, kann somit sein ganzes Spielezimmer passend zur Musik oder dem Spielgeschehen beleuchten. Wer’s mag!

C wie CeBIT

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit - ein Sprichwort, das nicht erst in diesem Jahr die Lage der CeBIT passend beschreibt. Das ehemalige Flaggschiff der IT-Messen befindet sich zumindest mit Blick auf die Besucherzahlen auf einen steilen Weg nach unten. Aber auch das Interesse der Aussteller hat nachgelassen. Doch woran liegt es?

Glaubt man den Veranstaltern, wünschen sich viele Aussteller weniger Privatbesucher. Die konnte man mit hohen Preisen einerseits abschrecken, auf der anderen Seite brachte man in jedem Jahr tausende Freikarten unters Volk. Nicht genug, um alle Aussteller zu halten. Vor allem PC- und Komponentenhersteller liefen zuletzt in Scharen weg oder igelten sich im Reseller-Bereich ein.

Nun soll es 2018 mit einem neuen Konzept wieder besser werden - gefühlt die zwanzigste Neuausrichtung in den vergangenen 15 Jahren. Den großen Ausstellern will man genügend Luft für wichtige Geschäftsabschlüsse bieten, die kleineren Herstellern den Kontakt mit Verbrauchern sowie der digitalen Jugend interessante Diskussionsrunden und Konzerte. Und damit niemand im unberechenbaren norddeutschen März nach Hannover reisen muss, findet die Messe nun im unberechenbaren Juni statt.

D wie Differenzierung

Kaum ein IT-Bereich stagnierte zuletzt so deutlich wie der Markt für kompakte Notebooks. Gefühlt glichen sich die Modelle in weiten Teilen, Unterschiede gab es lediglich beim Hersteller-Logo und mit Glück bei den Gehäusefarben. Doch so mancher Anbieter hat die Lage erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen. Die fielen 2017 allerdings sehr unterschiedlich aus. In Erinnerung dürften vor allem zwei Ansätze bleiben: Huaweis MateBook X und Microsofts Surface Laptop.

Mit dem MateBook X (Test) will Huawei so etwas wie die Quadratur des Kreises erreichen. Ein flaches und elegantes Notebook, das trotz hoher Leistung mit einer geräuschlosen Lüftung auskommen soll. Vermarktet wurde das werbewirksam als Weltraumtechnik. Im Test funktionierte das nur bis zu einem gewissen Punkt, womit das MateBook X zwar ein gutes, aber kein überragendes Notebook ist.

Ganz ähnlich schnitt Microsofts Surface Laptop (Test) ab. Ziemlich gewöhnlicher Technik stellt man hier ein ungewöhnliches Äußeres gegenüber. Mit Alcantara statt Aluminium, Kohlefaser oder Kunststoff ist die Wahl vielleicht nicht jedermanns Geschmack, ein Alleinstellungsmerkmal hat das Notebook damit aber auf jeden Fall. Hygiene und Robustheit sind allerdings Punkte, die die Freunde schnell verderben könnten - Langzeiterfahrungen gibt es noch nicht.

Für 2018 bleibt deshalb zu hoffen, dass die Notebook-Hersteller auf ein anderes Differenzierungsmerkmal zurückgreifen: den Preis. Denn 2017 war auch diesbezüglich keine Offenbarung.