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Wolfenstein 2: The New Colossus im Benchmark-Test

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wolfenstein2Es ist der Herbst der großen Spieleankündigungen. Entsprechend haben wir uns auch die Leistung einiger Spieler mit unterschiedlichen Grafikkarten angeschaut. Zuletzt waren die die Open-Beta von Star Wars: Battlefront 2 und Destiny 2. Heute nun wollen wir uns Wolfenstein 2: The New Colossus einmal etwas genauer anschauen. Das auf der id-Tech-6-Engine basierende Spiel soll sich durch zahlreiche Grafikoptionen auszeichnen und auch die neuesten Funktionen der Grafikkarten nutzen. Die Entwickler MachineGames haben offenbar eng mit AMD und NVIDIA zusammengearbeitet. Welche Funktionen verfügbar sind, schauen wir uns nun genauer an.

Als bisher erstes und einziges Spiel setzen die Macher MachineGames komplett und einzig auf die Vulkan-API. Dies ist ein Novum. Sollten keinerlei Probleme auftreten, wäre es aber auch ein gutes Beispiel dafür, dass auf DirectX 11 und 12 durchaus verzichtet werden kann. Mit der Nutzung von Vulkan geht auch die Hoffnung einher, dass die hardwarenahe Funktionsweise ihre Vorteile auch ausspielen kann.

AMD nutzt Wolfenstein 2: The New Colossus als öffentliche Technik-Demo, denn erstmals verwendet ein Spiel auch Hardwarefunktionen, die bisher nur von AMD in der Vega-Architektur angeboten werden. So unterstützen die Radeon RX Vega 64 und Radeon RX Vega 56 die mit 16 Bit (FP16) nur halb so großen Shaderinstruktionen, was für manche Berechnungen eine deutliche Beschleunigung bedeuten soll, da nicht ein voller FP32-Shader verwendet werden muss.

Weiterhin bieten die Grafiksteinstellungen eine Vielzahl an Anti-Aliasing-Modi und auch kleine "Sonderfunktionen" wie Deferred Rendering, GPU-Culling und Async Compute. Nicht alle diese Funktionen sind auch auf jeder Hardware verfügbar. Auf die Details gehen wir aber dann mit den einzelnen Benchmarks genauer ein.

Für die Benchmarks zum Einsatz kam unser neues Grafikkarten-Testsystem bestehend aus:

AMD Ryzen Threadripper 1950X
ASUS ROG Strix X399-E Gaming
G.Skill FlareX DDR4-3200 CL14-14-14-34 (4x 8 GB)
Noctua NH-U14S-TR4-SP3
Seasonic Prime Titanium 850
Samsung 960 Pro 512 GB
Seagate Firecuda 2 TB
Fractal Design Define XL R2

Als erstes wollen wir uns den Einfluss der verschiedenen vordefinierten Grafikeinstellungen anschauen, wie im Grafikmenü von Wolfenstein 2: The New Colossus angeboten werden. Exemplarisch haben wir uns für die AMD Radeon RX Vega 64 und GeForce GTX 1080 entschieden, da diese auch direkte Gegenspieler sind.

Wolfenstein 2: The New Colossus

Qualitätsstufen: 2.560 x 1.440 Pixel

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Zunächst einmal haben wir uns die verschiedenen Presets angeschaut. Diese reichen von "Niedrig" bis "Mein Leben" – Wolfenstein-typisch wird das höchste Preset etwas umschrieben benannt. Bereits in diesen ersten Benchmarks fällt auf, dass die Radeon RX Vega 64 deutlich schneller ist, als die GeForce GTX 1080. Dies sorgte bei den ersten Benchmarks für etwas Kopfzerbrechen, denn so gerne man AMD den Leistungsplus gegenüber NVIDIA wünscht, etwas ungewöhnlich ist dies zunächst schon.

Bei den verschiedenen Presets fällt auf, dass die Leistungseinbußen bei den ersten Qualitätsstufen noch recht groß sind, je höher die Qualität, desto geringer ist der Unterschied, wenngleich wir noch immer von substanziellen Leistungsanforderungen sprechen.

Wolfenstein 2: The New Colossus

AA-Modi: 2.560 x 1.440 Pixel - Mein Leben

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Mehr ist besser

Wolfenstein 2: The New Colossus bietet in den Grafiksteinstellungen gleich sieben verschiedene Anti-Aliasing-Modi. Einige davon werden im Post Processing durchgeführt und benötigen wegen der dafür dediziert zur Verfügung stehenden Hardware nur wenig Leistung – die FPS bleiben recht stabil. Andere hingegen haben höhere Hardwareanforderungen. Für einige AA-Modi fällt auf, dass diese auf der Radeon RX Vega 64 mehr Leistung benötigen, als dies bei der GeForce GTX 1080 der Fall ist.

Wolfenstein 2: The New Colossus

Deferred Rendering: 2.560 x 1.440 Pixel

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Das Deferred Rendering beschreibt eine Methode, die die eigentliche Berechnung der 3D-Objekte von der Lichtberechnung trennt. Dies hat vor allem dann Vorteile, wenn sich viele Lichtquellen in der Szene befinden. Das ist bei Wolfenstein 2: The New Colossus standardmäßig ausgeschaltet, was offensichtlich auch einen guten Grund hat, denn sowohl die GeForce GTX 1080 als auch die Radeon RX Vega 64 verlieren leicht an Leistung.

Wolfenstein 2: The New Colossus

GPU-Culling: 2.560 x 1.440 Pixel

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Das GPU Culling ist eine Methode, die ohnehin nicht sichtbare Polygone verwirft. Karten mit einer GPU von NVIDIA können GPU Culling nicht aktivieren. Auf Karten mit AMD-GPU lässt sich die Option ein- und ausschalten. Mit eingeschaltetem GPU Culling ist die Radeon RX Vega 64 etwas langsamer. So wirklich sinnvoll sind das GPU Culling und Deferred Rendering also derzeit noch nicht.

Wolfenstein 2: The New Colossus

HBCC: 2.560 x 1.440 Pixel

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Mit den Radeon-RX-Vega-Karten führte AMD eine Technologie namens HBCC ein. Der High Bandwidth Memory Controller ist in den Standardeinstellungen des Treibers aber noch deaktiviert. Dennoch haben wir uns einmal angeschaut, ob die Mitbenutzung des Arbeitsspeichers einen Vorteil bietet.

Mit eingeschaltetem High Bandwidth Memory Controller läuft Wolfenstein 2: The New Colossus auf der Radeon RX Vega 64 etwas besser, wenngleich wir uns im niedrigen einstelligen Prozentbereich bewegen. Mit nur 12 GB Zuteilung kommen wir sogar auf mehr FPS, als mit einer Zuteilung von 16 GB.

Wolfenstein 2: The New Colossus

Async Compute: 2.560 x 1.440 Pixel

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Async Compute lässt sich für NVIDIA-Grafikkarten ausschalten, ist standardmäßig aber immer aktiv. Ein Abschalten resultiert in geringfügig verminderter Leistung. Auf allen NVIDIA-Grafikkarten mit Pascal-Architektur ist Async Compute immer aktiv, die Maxwell-Generation und älter unterstützt dies jedoch bisher nicht. Bei Grafikkarten mit AMD-GPU scheint Async Compute immer aktiv zu sein. Eine entsprechende Option findet sich in den Grafikeinstellungen nicht.

Kommen wir nun zum Vergleich einiger verschiedener Grafikkarten mit AMD- und NVIDIA-GPU.

Wolfenstein 2: The New Colossus

1.920 x 1.080 Pixel - Extreme - TSSAA

146.6 XX


112 XX
143.2 XX


110 XX
132.8 XX


104 XX
129.3 XX


101 XX
105.4 XX


88 XX
92.2 XX


66 XX
81.7 XX


54 XX
79.6 XX


53 XX
77.4 XX


50 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Wolfenstein 2: The New Colossus

2.560 x 1.440 Pixel - Extreme - TSSAA

94.3 XX


69 XX
88.1 XX


65 XX
86.2 XX


64 XX
73.4 XX


51 XX
70.6 XX


57 XX
69.8 XX


55 XX
50.6 XX


44 XX
49.7 XX


43 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Wolfenstein 2: The New Colossus

3.840 x 2.160 Pixel - Extreme - TSSAA

54.3 XX


45 XX
51.8 XX


43 XX
50.9 XX


44 XX
39.6 XX


26 XX
36.6 XX


25 XX
31.7 XX


22 XX
27.4 XX


20 XX
25.6 XX


19 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Wolfenstein 2: The New Colossus dürfte ein Paradebeispiel für AMD und die gebeutelte Radeon Technologies Group sein. Zwar verkauft AMD aktuell aufgrund des Mining-Booms jede einzelne Radeon RX Vega 64 und Radeon RX Vega 56, die in den Handel geschickt wird, ein großer Erfolg dürfte die Vega-Generation aber zunächst einmal nicht werden – zumindest nicht im Vergleich zu den Ryzen-Prozessoren. Wolfenstein 2: The New Colossus zeigt, dass es auch anders gehen kann. Die Radeon RX Vega 64 und Radeon RX Vega 56 liegen beide meist vor der GeForce GTX 1080, die GeForce GTX 1080 Ti besetzt aber weiterhin die Spitzenposition.

Das Bild ändert sich aber etwas, wenn es an die höheren Auflösungen geht. In UHD spielen die Karten mit NVIDIA-GPU offenbar wieder ihre Vorteile aus. Gleiches gilt für höhere Qualitätseinstellungen. Wer aber nur für Wolfenstein 2: The New Colossus die Anschaffung einer neuen Grafikkarte plant, kann diese Entscheidung auch durchaus von der verwendeten Auflösung abhängig machen.

Größere technische Probleme konnten wir mit Wolfenstein 2: The New Colossus nicht ausmachen. Die Konzentration auf die Vulkan-API scheint sich ausgezahlt zu haben. Bildfehler konnten wir nur nach Aktivierung des Deferred Renderings feststellen. Da diese Option aber ohnehin keinerlei Vorteile bietet, ist es derzeit nicht zwingend notwendig diese auch zu aktivieren.

Die enge Zusammenarbeit zwischen MachineGames und AMD wird bei Wolfenstein 2: The New Colossus deutlich. Rapid Packed Math, also die Verwendung der FP16-Shader, ist immer aktiv, wenn eine Grafikkarte mit Vega-Architektur zum Einsatz kommt. Umgekehrt ist Async Compute nur auf NVIDIA-Karten mit Pascal-Architektur aktiv. NVIDIA dürfte mit einem nächsten Treiber aber auch noch etwas nachbessern können. Große Sprünge erwarten wir aber nicht mehr.

Pünktlich zum Wochenende bleibt nur noch zu sagen: Viel Spaß mit Wolfenstein 2: The New Colossus!

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