Seite 3: Testsystem und Setup

Da die ASUS HYPER M.2 x16 Gen4 Card anders als beispielsweise die Gigabyte Aorus RAID SSD keinen dedizierten RAID-Controller besitzt, ist vor Inbetriebnahme ein genauer Blick in die Systemanforderungen ratsam. Grundsätzlich empfiehlt ASUS den Betrieb auf Plattformen mit AMD TRX40 oder X570, wobei wir mit unserem B550-Testsystem keine plattformspezifischen Einschränkungen hatten. Hintergrund ist der, dass bei Nutzung der Karte die PCIe-Lanes nur durchgereicht werden. Die Ansteuerung erfolgt über das Mainboard selbst, das dementsprechend über den PCIe RAID Mode verfügen muss. Außerdem muss das Board dabei in der Lage sein, 16 Lanes auch an den jeweiligen Slot zu bringen. Dies bedeutete bei unserem ASUS Strix B550-E Gaming, dass wir die Hyper M.2 X16 Gen4 Card in den oberen Slot stecken und den mittleren x16-Slot leer lassen mussten. Außerdem gilt zu beachten, dass auch beispielsweise der UEFI Mode Grundvoraussetzung für einen RAID-Betrieb ist. CSM muss daher deaktiviert werden. 

Durch das veränderte Test-Setup mussten wir in unserem speziellen Fall für das Review auch die Grafikkarte wechseln. Da wir für die GPU nur noch den untersten PCIe-Slot zur Verfügung hatten, unser Enermax Saberay jedoch bündig mit dem Mainboard unten abschließt, konnten wir die Zotac GeForce GTX 1070 AMP! nicht mehr einbauen, sondern mussten auf eine GPU mit nur einem Slot Dicke ausweichen. Glücklicherweise war eine AMD Radeon Pro WX 3200 aus einer kleinen Workstation zu entleihen. Auch wenn die ASUS HYPER M.2 x16 Gen4 Card in Verbindung mit einem aktuellen Mainboard grundsätzlich alle benötigten Features bietet, sollte das Thema Kompatibilität in jedem Fall im Vorfeld genau analysiert werden. Die verschiedenen Konfigurationen und Aufteilung der vorhandenen PCIe-Lanes ist je nach Chipsatz und Mainboard sehr unterschiedlich. Betreibt man die ASUS HYPER M.2 x16 Gen4 Card beispielsweise nur mit vier Lanes, wird auch nur eine SSD ans System angebunden - nicht etwa alle vier mit je x1 oder etwa so, dass die Bandbreite nach Bedarf verwendet wird. Will man also alle Slots mit je vier Lanes verwenden, sind auch sechszehn vom Mainboard bereitzustellen - unabhängig von einem RAID. Somit ist es empfehlenswert, die Karte tatsächlich mit einem X570- oder TRX40-Mainboard zu verwenden, da hier ausreichend Lanes und Slot zur Verfügung stehen. 

Nachdem wir die Hardware also entsprechend konfiguriert hatten und mit einem leicht veränderten Setup die Tests starten wollten, mussten wir leider weitere Eigenheiten der ASUS HYPER M.2 x16 Gen4 Card, bzw. dem AMD RAIDxpert2 feststellen. Obwohl alle vier SSDs korrekt erkannt wurden und auch die Erstellung eines Arrays im UEFI gespeichert wurde, ließ sich die bisherige Installation von Windows 10 nicht zu einem RAID überreden. Lediglich das Software-RAID der Windows-Bordmittel aus der Datenträgerverwaltung ließ sich anstoßen, war jedoch nicht zielführend, da wir lediglich Übertragungsraten von etwa 11 GB/s messen konnten. Die Lösung, die nach Rücksprache mit ASUS bestätigt wurde, besteht darin, bei einer neuen Windows-Installation die Treiber direkt zu integrieren und Windows anschließend auch auf das Array zu installieren. 

Für unsere Tests war dies aus mehren Gründen ärgerlich. Ein Laufwerk mittels Benchmarks zu messen, das zeitgleich das Betriebssystem verwaltet und daher ebenfalls auf den Speicher zugreift, ist nie ideal. Außerdem war es uns technisch nicht möglich, unsere bewährten Tests mit Iometer und SSDStresstest durchzuführen. Selbes gilt zudem für den Belastungstest, da diese Benchmarks das Laufwerk ohne Partitionen ansprechen müssen. 

Wir wollen daher an dieser Stelle an die erschwerte Vergleichbarkeit dieses Reviews mit unseren anderen Tests hinweisen. Viel mehr geht es in diesem Review um eine besondere technische Lösung und deren Sinnhaftigkeit. Eben ganz getreu dem alten Hardwareluxx-Motto: Your guide for luxorious Hardware! 

Die verwendete Software im Einzelnen:

  • Microsoft Windows 10 Home (Build 2004)
  • AS SSD Benchmark 2.0.6485.17676
  • Futuremark PCMark 8 v2.0.228
  • CrystalDiskMark 8

Die genutzte Hardware im Einzelnen:

  • AMD Ryzen 5 3600
  • ASUS ROG Strix B550-E Gaming
  • Patriot Viper RGB DDR4-3200
  • AMD Radeon Pro WX 3200
  • Enermax Saberay