Seite 2: Die TeamGroup T-Force Cardea C440 im Detail

Wie bereits erwähnt, ist bei der T-Force Cardea C440 der verbaute Keramikkühler Namensgeber und Alleinstellungsmerkmal in einem. Die verbaute Hardware kennen wir bereits von anderen SSDs wie der Seagate FireCuda 520 oder bekommen sie auch von TeamGroup in Form der Cardea Zero Z440. Das ist jedoch nicht negativ zu verstehen, da diese grundsätzlich auf einem hohen Niveau performen und zu überzeugen wissen. Verbaut ist also bei unserem Testmuster der bewährte BiCS4-NAND, den wir abgesehen von der Samsung SSD 980 PRO sowieso bei jeder erhältlichen PCIe4-SSD ermitteln können. Dasselbe gilt auch für den Controller PS5016-E16 von Phison, der mit acht Kanälen die Transferraten von bis zu 5 GB/s ermöglichen soll. Unterstützt wird er dabei von DDR4-Speicher von SK hynix, wie wir ihn unter dem Produktaufkleber auf der Unterseite der SSD finden.

Insgesamt ist die T-Force Cardea C440 eines der dickeren M.2-Laufwerke. Durch die doppelseitige Bestückung und natürlich die Keramikplatte kommt unser Testmuster auf eine Dicke von knapp 5 mm. Ein Einbau in Notebooks oder unterhalb von Mainboard-Kühlern dürfte also ohne Weiteres nicht möglich sein und zumindest bei unserem Exemplar raten wir auch eher davon ab. Anders als der Kühler der Corsair ForceSeries MP600 beispielsweise lässt sich die Keramikplatte nicht einfach abschrauben oder stecken, sondern sitzt mit Wärmeleitpads gut verklebt direkt auf Controller und Speicherbausteinen.

Allerdings dürften wohl auch nur die wenigsten ein echtes Interesse daran haben, die Platte zu entfernen. Schon die baugleiche T-Force Cardea Zero Z440 wäre hier die sinnigere Alternative, ganz ohne Verlust der Garantie. Außerdem ist abseits des allgegenwärtigen RGB-Trends genau das strahlende Weiß des Keramiks zusammen mit dem goldenen Schriftzug der Hingucker der Cardea C440. Leider sind Mainboards mit weißem PCB durchaus selten, denn genau hier würde die Keramikplatte erst so richtig begeistern.

Doch abseits der Optik verspricht TeamGroup auch einen praktischen Nutzen des Keramikeinsatzes. So soll der ungewöhnliche Heatspreader die unter Hochlast entstehende Abwärme abführen und dadurch eine Drosselung der Transferrate verringern. Grundsätzlich ist die Idee dabei nicht schlecht, scheitert jedoch in der Praxis. So wird die Keramik im Dauerbetrieb zwar heiß, bietet als einfache Platte jedoch kaum mehr Fläche, um die Wärme abzuführen. Letztlich wäre also für eine effektive Kühlung immer noch ein direkter Luftzug nötig.

Betrachten wir also unser Messergebnis zur temperaturbedingten Performance könnten wir zurecht enttäuscht sein. Ein Einbruch auf praktisch 0 MB/s kennen wir jedoch von einer anderen SSD, die wir zuletzt in unserem Testparcours begrüßen durften: der Seagate Firecuda 520. Tatsächlich haben wir dort den selben typischen Verlauf messen können. Der Unterschied liegt im Detail. Während die Seagate die kritischen 82°C bereits nach 118 Sekunden erreichte, konnten wir die T-Force Cardea C440 gut 190 Sekunden belasten. Zwar scheint dann wiederum die Keramikplatte die Wärme einen Tick länger zu halten als es bei der nackten FireCuda 520 der Fall war, doch die Kurve geht anschließend flacher weiter. Die Seagate brach im gemessenen Testzeitraum sogar zwei Mal komplett ein.

Die Keramikplatte ist daher letztlich eher als optisches Feature zu sehen, das zwar durchaus einen kühlenden Effekt besitzt, jedoch nicht in einer Liga mit einem echten Heatspreader spielt. Natürlich müssen wir an dieser Stelle differenzieren, dass das verwendete Testsystem eine große Rolle spielt, bereits ein leichter Luftzug kann hier große Auswirkungen haben. Auch die Anwendung muss dabei natürlich erwähnt werden. Bis zum gemessenen Leistungseinbruch sprechen wir immerhin von gut 760 GB transferierten Daten. Dennoch ist der Einbruch auf 0 MB/s natürlich enttäuschend.

Abseits der Optik gilt weiter unser Fokus der Leistungsfähigkeit. Wie gewohnt werden die beworbenen Transferraten schreibend nur durch einen (Pseudo-)SLC-Cache ermöglicht. In Abhängigkeit des Füllstandes der SSD kann so die SSD mit (Pseudo-)SLC-NAND arbeiten und die Daten schnellstmöglich speichern. Bei der TeamGroup T-Force Cardea C440 sprechen wir hier im Idealfall von satten 328 GB, ehe wir in den TLC-NAND direkt schreiben mussten. Wie in der Vergangenheit bereits ermittelt, zeigt sich der BiCS4-Speicher hier relativ performant. Weitere 40 Sekunden konnten wir mit 1.000 MB/s schreiben, ehe wir uns auf etwa 700 MB/s einpendelten. 

Dass der BiCS4-Speicher dabei grundsätzlich schneller beschrieben werden kann, zeigt unser Test mit einer Dreiviertelbelegung. Hier kann der (Pseudo-)SLC-Cache nur für eine kurze Leistungsspitze die beworbenen 4 GB/s abrufen, jedoch fällt die Transferrate nun dauerhaft auf relativ starke 1 GB/s. Hintergrund dürfte sein, dass parallel zur Schreibleistung nicht der zuvor gefüllte Cache umgeschichtet werden muss.

Wie im Feedback der Community gewünscht, werden wir hier zukünftig vermehrt ein Augenmerk darauf lenken.

Maximale Schreiblast

Modell

240 - 280 GB400 - 512 GB800 - 1.024 GB1.500 - < 4.000 GB>= 4.000 GB
TeamGroup T-Force Cardea C440
--1,8 PB
3,6 PB
-
Samsung SSD 980 PRO
150 TB300 TB600 TB1,2 PB-
Crucial P5
150 TB
300 TB
600 TB
1,2 PB
-
TeamGroup T-Force Cardea Zero Z340
380 TB800 TB1,66 PB--
Samsung SSD 870 QVO
--370 TB720 TB 
1,44 - 2,88 PB
Kingston DC1000M
--1,7 PB
3,4 PB - 6,7 PB
13,5 PB
Kioxia Exceria Plus
-200 TB
400 TB800 TB-
Kioxia Exceria
100 TB
200 TB400 TB--
Kioxia Exceria SATA
60 TB
120 TB240 TB--
Gigabyte Aorus RAID SSD 
---4 x 700 TB-
Western Digital WD Blue 3D NAND SATA SSD100 TB
200 TB400 TB500 TB 
600 TB
Corsair Force Series MP600-900 TB
1,8 PB3,6 PB
-
Seagate FireCuda 520 SSD
-
850 TB
1,8 PB
3,6 PB
-
Seagate FireCuda 510 SSD
-
-
1,3 PB
2,6 PB
-
Toshiba RC500
100 TB
200 TB
-
-
-
Intel Optane SSD 905P-8,76PB17,52 PB27,37 PB-
Western Digital WD Black SN750200 TB300 TB
600 TB1,2 PB
-
Samsung SSD 970 EVO Plus-300 TB
600 TB
1,2 PB
-
Samsung SSD 860 EVO150 TB
300 TB
600 TB
1,2 PB
2,4 PB
Samsung 970 PRO
-600 TB
1,2 PB
--
Corsair MP510400 TB
800 TB
1,7 PB
3,12 PB
-

Wie nicht anders zu erwarten, können uns die TBW-Angaben zur Einschränkung der Garantie absolut überzeugen. Die T-Force Cardea C440 liegt gleichauf mit den PCIe4-Modellen von Seagate und Corsair - aufgrund der identischen Hardware natürlich wenig überraschend.