Seite 2: Die Kingston DC1000M im Detail

Betrachten wir die Kingston DC1000M etwas näher, fallen zunächst ein paar offensichtliche Merkmale auf. Zwar für den Betrieb irrelevant, aber doch augenscheinlich ist zuerst die Verpackung der SSD. Haben wir doch schon verschiedenste Ausführungen, von hochwertigen Kartons mit Schaumstoffbezug bis hin zu dünnwandigen Pappeschachteln mit Eurolochaufhängung, in unseren Händen gehalten. Unser Testexemplar kommt trotz entsprechendem Preis und Zielgruppe in letztgenannter Verpackung und wirkt damit auf den ersten Blick wie eine überdimensionierte Speicherkarte. Nimmt man die Packung jedoch in die Hand, merkt man schnell den Unterschied, denn mit 160 Gramm zählt die SSD sicherlich zu den schwersten Testkandidaten, die wir bislang ausgepackt haben.

Das Gewicht kommt allerdings nicht ohne Grund zustande, denn das Gehäuse besteht anders als typische 2,5-Zoll-Laufwerke aus einem hochwertigen, vermutlich eloxierten Aluminium. Damit soll die DC1000M auch bei intensiver Last keine Probleme der Überhitzung bekommen; ein Merkmal, das wir auch ohne Überraschung an dieser Stelle vorweg nehmen können. Beim Einsatz in entsprechenden Serverumgebungen bieten zudem Lüftungsschlitze an Vorder- und Hinterseite jeweils die Möglichkeit, die Kühlung entsprechend zu optimieren.

Öffnet man (natürlich mit Verlust der Garantie) das Gehäuse der Kingston DC1000M, erscheint das Innere in zwei PCB-Schichten per Flexkabel verbunden. Hier können wir einen genauen Blick auf die verbauten NAND-Bausteine, den Controller und den DRAM-Cache werfen. Kingston setzt dabei auf NANDs vom Typ FB12808UCT1-61, die wir auch schon in anderen Kingston-SSDs gesehen haben und vermutlich von Toshiba/Kioxia gefertigt werden. Controller und NAND sitzen auf der Unterseite des unteren PCBs, sodass mittels Wärmeleitpad der Controller die Wärme direkt ans Gehäuse abgeben kann. Leider ist dieses Pad verklebt, sodass wir hier auf eine Demontage verzichtet haben. Dennoch konnten wir den Controller als SiliconMotion SM2270 bestimmen, dem insgesamt vier DRAM-Module mit der Bezeichnung 1910Y6186.00 von Kingston zur Verfügung stehen. Leider konnten wir dazu keine weiteren Informationen finden.

Begünstigt durch die 16(!) Kanäle des Controllers kann die Kingston DC1000M auch mit entsprechender Bandbreite die NANDs zeitgleich ansprechen, sodass auf einen (Pseudo-)SLC-Cache offenbar verzichtet werden kann. Stattdessen konnten wir mit unserem hauseigenen SSDStresstest konstant etwa 1.700 MB/s schreiben und auch nach fünf Minuten Dauerfeuer keinen Einbruch der Übertragungsgeschwindigkeit feststellen. Das kennen wir so von keiner TLC-SSD sondern sonst eher von der Intel Optane mit 3D-XPoint-Speicher. Selbes gilt auch für die temperaturbedingte Drosselung, die wir trotz sommerlichen Temperaturen im Dachgeschoss nicht nachweisen konnten. Auch hier konnten wir nach fünf Minuten Dauerfeuer keine Veränderung der Kurve feststellen - wie bereits oben erwähnt, haben wir das aber auch nicht erwartet. 

Maximale Schreiblast

Modell

240 - 280 GB400 - 512 GB800 - 1.024 GB1.500 - < 4.000 GB>= 4.000 GB
Kingston DC1000M
--1,7 PB
3,4 PB - 6,7 PB
13,5 PB
Kioxia Exceria Plus
-200 TB
400 TB800 TB-
Kioxia Exceria
100 TB
200 TB400 TB--
Kioxia Exceria SATA
60 TB
120 TB240 TB--
Gigabyte Aorus RAID SSD 
---4 x 700 TB-
Western Digital WD Blue 3D NAND SATA SSD100 TB
200 TB400 TB500 TB 
600 TB
Corsair Force Series MP600-900 TB
1,8 PB3,6 PB
-
Seagate FireCuda 520 SSD
-
850 TB
1,8 PB
3,6 PB
-
Seagate FireCuda 510 SSD
-
-
1,3 PB
2,6 PB
-
Toshiba RC500
100 TB
200 TB
-
-
-
Intel Optane SSD 905P-8,76PB17,52 PB27,37 PB-
Western Digital WD Black SN750200 TB300 TB
600 TB1,2 PB
-
Samsung SSD 970 EVO Plus-300 TB
600 TB
1,2 PB
-
Samsung SSD 860 EVO150 TB
300 TB
600 TB
1,2 PB
2,4 PB
Samsung 970 PRO
-600 TB
1,2 PB
--
Corsair MP510400 TB
800 TB
1,7 PB
3,12 PB
-

Wie bereits erwähnt, kann die Kingston DC1000M bezüglich der vermeintlichen Langlebigkeit der NAND-Bausteine vollkommen überzeugen. Alles andere wäre allerdings bei einer Enterprise-SSD mit dem Fokus auf Datenbanken und Virtualisierungen kaum zu rechtfertigen. Lediglich die Intel Optane 905P bleibt bislang unter unseren Testexemplaren unerreicht.