Seite 1: Kingston DC1000M im Test: TLC für Datenbanken & Co.

img 6290bAuch wenn wir bei Hardwareluxx selbstverständlich den Fokus auf Consumer-Hardware setzen, schauen wir dennoch gerne von Zeit zu Zeit über den Tellerrand hinaus. So haben wir bei unseren Storage-Reviews auch den ein oder anderen exotischen Massenspeicher durch unseren Testparcours gejagt und damit unsere Vergleichsdatenbank entsprechend erweitert. Heute ist es wieder so weit und ein vorrangig für Enterprise-Lösungen konzipierter Speicherriese stellt sich unseren Benchmarks: Die Kingston DC1000M mit 1,92 TB Speicher. Wie diese sich auch in alltäglichen Anwendungen und Tests schlägt, klären wir in unserem Review.

Gut ein Jahr nach der ersten Vorstellung der DC1000M konnte Kingston seine neue Enterprise-Serie für den Handel vervollständigen. Im Jahre 2020 läuft eben alles ein wenig anders als gewohnt. Mit Modellen von 960 GB bis 7,68 TB soll die DC1000M Übertragungsraten von mehr als 3.100 MB/s lesend ermöglichen. Anders als in unseren Reviews gewohnt, wird dazu aber nicht die verbreitete SATA- oder M.2-Schnittstelle verwendet, sondern passend zum Business-Anspruch das U.2-Interface, das mit vier PCIe3-Lanes das NVMe-Protokoll nutzt. 

Dabei wird die Kingston DC1000M entsprechend ihrem Namen als M-Modell für den "Mixed-Use" beworben, also explizit für Anwendungen mit Lese- und Schreibaufkommen. Kingston selbst hebt dabei vor allem Virtualisierungen, Cloud-Service, Webhost-Caching, Medienstreaming und ERP-Workloads als typische Beispiele. Passend dazu wirbt Kingston bei der DC1000M mit HotPlug-Fähigkeit, Stromausfallschutz (PLP) und einer hohen Zuverlässigkeit.

Werben können Hersteller jedoch meist gut, ein Blick ins Datenblatt kann allerdings meist vieles bereits relativieren. Bei der Kingston DC1000M fallen daher zunächst ein paar Fakten ins Auge. So ist die maximale Schreibgeschwindigkeit stark von dem jeweiligen Modell und dessen Gesamtkapazität abhängig. Unser heutiger Testkandidat ist bereits mit fast doppelter Schreibrate angeführt als das kleinste Modell mit 960 GB.

Herstellerangaben der Kingston DC1000M
Modell Kingston DC1000M (1,92 TB)
Controller SiliconMotion SM2270
NAND Kioxia 3D-NAND TLC (64 Layer)
Kapazität 960 GB
1,92 TB
3,84 TB
7,68 TB
sequentielle Lese/Schreibrate Lesen: 3.100 MB/s
Schreiben:
1.330 MB/s (960 GB)
2.600 MB/s (1,92 TB)
2.700 MB/s (3,84 TB)
2.800 MB/s (7,68 TB)
Total Bytes Written (TBW) 1 DWPD über 5 Jahre
1,6 DWPD über 3 Jahre
= 1,7 PB bis 13,5 PB
Leistungsaufnahme 5,14 W bis 17,88 W
MTBF 2 Millionen Stunden
Garantie Fünf Jahre
Preis ca. 330 Euro (960 GB) bis 1.450 Euro (7,68 TB)
Besonderheiten PowerLossProtection, HotPlug

In jedem Fall beeindruckend und eine klare Bestätigung der Enterprise-Zielrichtung sind natürlich die Garantieangaben zur Haltbarkeit. Sind fünf Jahre noch ein normaler Wert für aktuelle Speichermedien, die bis zu 13,5 Petabyte(!) für ein TLC-Medium jedoch eine deutliche Ansage. Einen vergleichbaren Wert hatten wir in unserem SSD-Testparcours nur in Form der Intel Optane SSD 905P, die als SLC-SSD natürlich auch technisch bedingte Vorteile bzgl. der Haltbarkeit mit sich bringt. Dennoch ist das vollständige Beschreiben eines Laufwerks pro Tag über fünf Jahre am Stück ein beruhigendes Merkmal für die Zuverlässigkeit eines Massenspeichers.