Seite 15: Fazit

Zunächst einmal wollen wir kurz die Ergebnisse einordnen: Ein Core i5-12400 bei 5,2 GHz ist eine schlagkräftige Waffe – dies zeigen die Ergebnisse eigentlich durch die Bank weg.

Ab Werk erreicht dieser Prozessor einen Single-Core-Takt von 4,4 GHz, sind alle Kerne aktiv sind es 4 GHz. Da wir diese sechs Kerne nun auf 5,2 GHz festgenagelt haben, profitieren wir in der Leistung sowohl im Single-Threaded- wie auch Multi-Threaded-Bereich enorm. Im Single-Threaded-Bereich können wir sogar davon sprechen, dass der Core i5-12400 bei 5,2 GHz einer der schnellsten Prozessoren ist. Im Mutli-Threaded-Bereich muss man eben sehen, ob man hier nur Sechskern-Prozessoren für den Vergleich heranzieht, die der Core i5-12400 dann allesamt in die Tasche steckt oder ob - wie bei den K-Modellen - auch noch vier oder acht Efficiency-Kerne hinzukommen, die natürlich auch ihren Beitrag leisten. Aber ein Leistungsplus von etwa 30 % ist keinesfalls zu verachten.

Bei den Spielen werden die 5,2 GHz der sechs Kerne des Core i5-12400 dann zu einem wirklich schlagenden Argument. Der Core i9-12900K bekommt echte Konkurrenz, denn auch er kann seine Kerne bei 5,2 GHz arbeiten lassen. Das Basistakt-Overclocking kitzelt aus dem Core i5-12400 das heraus, was sich Intel bei den High-End-Modellen für die Performance-Kerne zu Nutze macht.

Bei einer Spannung von 1,3 V muss aber auch ein Sechskern-Prozessor zunächst einmal gekühlt werden können. Unser Core i5-12400 nutzt ein H0-Stepping, der entsprechende Die misst nur 163 mm², während die K-Prozessoren das C0-Stepping mit 215 mm² verwenden. Bei einer Leistungsaufnahme von 130 W muss diese auf einer kleineren Fläche an den Heatspreader abgegeben werden. Unser Noctua-Luftkühler hatte mit 5,2 GHz bei 1,29 V schon so seine Probleme. Mit einer guten AiO oder gar einer Custom-Wasserkühlung wäre der Betrieb sicherlich etwas einfacher.

Das große "Aber" kommt bei den Mainboards, die ein BCLK-OC für Non-K-Prozessoren ermöglichen. Diese sind nach unserem Kenntnisstand die folgenden Modelle:

  • ASUS ROG Maximus Z690 Apex (635 Euro)
  • ASUS ROG Maximus Z690 Hero (600 Euro)
  • ASUS ROG Strix B660-F Gaming WIFI (250 Euro)
  • ASUS ROG Strix B660-G Gaming WIFI (210 Euro)

Ein Z690 Apex oder ein Z690 Hero sind im Zusammenspiel mit einem Non-K-Prozessor sicherlich eine nette Spielerei, aber nichts, was sich der Otto-Normalverbraucher zulegen würde. Der Anschaffungspreis von 600+ Euro macht dies in der Praxis unwirtschaftlich. Allenfalls Rekordjäger dürften dann ihren Spaß haben, um mit den kleinen Dual- und Quad-Core-Prozessoren auf Rekordjagd zu gehen.

Mit den beiden B660-Boards bietet ASUS die Möglichkeit des BCLK-OC für Non-K-Prozessoren aber auch für den etwas günstigeren Bereich. Preislich geht es nicht so weit runter, wie sich das so mancher gewünscht hat. Hinzu kommt, dass es sich hier um Mainboards für DDR5 handelt, der noch immer deutlich teurer als DDR4 ist. Für viele Anwender lohnt es sich also eher ein günstiges B660-Mainboard mit DDR4 zu nehmen und auf diesem dann einen schnelleren Prozessor einzusetzen, statt zu einem relativ teuren B660-Mainboard mit günstigem Prozessor zu greifen.

Gegenüberstellung der Systeme

Günstig mit K-Prozessor Non-K-Prozessor mit BCLK-OC
Prozessor Intel Core i5-12600K
300 Euro Intel Core i5-12400210 Euro
Mainboard ASUS Prime B660-Plus D4
160 Euro
ASUS TUF Gaming B660M-Plus WIFI190 Euro ASUS ROG Strix B660-G Gaming WIFI 210 Euro
DDR G.Skill RipJaws V 32 GB
DDR4-4000, CL18-22-22-42
145 Euro
Corsair Vengeance 32 GB
DDR5-5200, CL40-40-40-77
340 Euro Corsair Vengeance 32 GB
DDR5-5200, CL40-40-40-77
340 Euro
Gesamtpreis (DDR4)605 Euro
Gesamtpreis (DDR5)830 Euro Gesamtpreis (DDR5)760 Euro

Wie die Tabelle zeigt: Preislich macht die Kombination aus Non-K-Prozessor und Basistak-Overclocking natürlich keinen Sinn. Schuld daran ist hauptsächlich der teure DDR5 sowie die Tatsache, dass die B660-Mainboards dafür nicht wirklich günstig sind. Der Reiz eines günstigen Alder-Lake-Prozessors im Overclocking liegt aber auch in der Tatsache, dass hier noch signifikante Takt- und Leistungssteigerungen möglich sind. Bei den K-Prozessoren ist dies nur noch in sehr beschränktem Umfang der Fall, da diese schon ab Werk bis nahe an ihr Limit getrimmt werden. Der Spieltrieb ist beim Non-K-Overclocking also zusätzlich geweckt.

Große Auswirkungen auf den Markt erwarten wir uns nicht. Derzeit ist nur von ASUS bekannt, dass man das Non-K-Overclocking in dieser Form umgesetzt hat. Zwar verfügen auch andere Mainboards über einen externen Taktgeber, damit scheint es aber nicht getan zu sein. Ein Gigabyte Z690 Tachyon hat diesen ebenso wie ein ASRock Z690 Aqua. Auch bei MSI gibt es Kandidaten, aber es fehlt hier offenbar an der konkreten Umsetzung in Form einer BIOS-Funktion.

Dennoch aber wollen wir ASUS an dieser Stelle loben, eine solche Umsetzung in Angriff genommen zu haben. Es bringt uns gedanklich in Zeiten zurück, in denen ein Pentium III mit 700 MHz per Bustakt-OC auf 933 MHz gebracht werden konnte. Auch damals wurde der Bustakt einfach von 100 auf 133 MHz angehoben und zusammen mit schnellem MDT SD-RAM für 150 MHz sowie einem Abit-Mainboard mit i815-Chipsatz waren sogar 1.050 MHz möglich – ach die guten alten Zeiten.