Seite 14: Fazit

Die Berichterstattung konzentriert sich meist auf die Top-Modelle. Im Falle der Comet-Lake-S-Prozessoren sind dies die K-Modelle mit offenem Multiplikator, bei AMD sicherlich der zuletzt erfolgte Matisse-Refresh, den wir uns in Form des Ryzen 9 3900XT anschauen konnten. Aber die Modelle über 250 bis 300 Euro sind nicht die Masse, die von beiden Herstellern umgesetzt wird. Insofern lohnt sich auch immer Blick in den unteren Bereich der Produktpalette und dies war auch die Hauptargumentation, sich den Core i3-10100 und Core i3-10320 von Intel anzuschauen.

Es müssen nicht immer sechs, acht oder gar 16 Kerne sein, um den eigenen PC auszustatten. Je nach Anwendung tut es auch ein Quad-Core und nicht jeder hat auch das Geld alleine für den Prozessor 500 Euro oder mehr auszugeben. Browser, Office und auch die meisten Spielen geben sich noch mit vier Kernen zufrieden. Bei den Spielen muss man aber gerade bei den AAA-Titeln inzwischen zugestehen, dass hier mit sechs oder gar acht Kernen gerechnet wird. Entsprechend ist die Leistung eines Quad-Core-Prozessors hier nicht mehr ganz auf dem Niveau der aktuellen High-End-Modelle. Innerhalb der Comet-Lake-S-Serie positiv zu bewerten ist, dass Intel durchgängig das Hyperthreading aktiviert.

Bleiben wir auch gleich bei den Spielen: Hier landen die beiden Core-i3-Modelle im Mittelfeld der getesteten Prozessoren. Ihr recht hoher Takt im Zusammenspiel mit der noch immer guten IPC-Leistung zahlt sich an dieser Stelle aus. Für Spieler sind beide Prozessoren also durchaus interessant. Wer sein System aber hauptsächlich zum Zocken verwendet, sollte besser zu einem Modell mit mehr Kernen greifen. Der Core i3-10100 und Core i3-10320 kämpfen hier mit den Ryzen-3- und kleinen Ryzen-5-Prozessoren.

Die Compute-Leistung liegt im Bereich, in dem sie für einen Quad-Core-Prozessor zu erwarten ist. Wer mehrere Stunden am Tag vor einem 3D-Rendering verbringt, für den sind die beiden Core-i3-Prozessoren wieder die falschen Modelle und der ist auch sicherlich besser bei AMD aufgehoben, wo alleine das Desktop-Segment bereits bis zu 16 Kerne bietet.

Das gilt auch für ein Video-Encoding, Raytracing oder Compiling. Vier Kerne sind eben nur vier Kerne und gerade solche Anwendungen profitieren von einer Vielzahl an Kernen. Durch den hohen Single-Core-Turbo fühlt sich ein System mit Core-i3-10100- oder Core-i3-10320-Prozessor aber immer schnell und responsive an. App-Wechsel, das Browsen in mehreren Tabs, usw. – all das bewältigen beide problemlos.

Der Core i3-10100 und Core i3-10320 sind beides gute Quad-Core-Prozessoren. Die Leistung passt zu den gebotenen vier Kernen. Wenn Intel den Preis noch um 20 bis 30 Euro günstiger angesetzt hätte, stünden sie noch etwas besser dar. Aber man muss sich auch bewusst sein, was man hier kauft.

Positive Aspekte des Core i3-10100 und Core i3-10320:

  • niedriger Stromverbrauch
  • gutes Leistung/Watt-Verhältnis
  • Hyperthreading immer aktiv

Negative Aspekte des Core i3-10100 und Core i3-10320:

  • Limitierungen in der Plattform (DDR4-2666)

Die CPUs sind gut, aber Kritik an der Plattform

Unsere Kritik an Intels aktueller Produktstrategie bezieht sich vor allem auf die Plattform. Ja, Intel fertig noch immer in 14 nm und dies in der x-ten Generation, aber aufgrund der zahlreichen Optimierungen funktionieren die Prozessoren trotz 14 nm noch immer erstaunlich gut und sind schnell. Den kleineren Prozessoren gönnt man aber beispielsweise nicht die Spezifizierung des Speicherinterface auf DDR4-2933 und verbleibt bei DDR4-2666. Dann sind die Mainboards mit Z490-Chipsatz ein teurer Spaß, zugleich aber auch die einzige Möglichkeit, den Speicher höher als DDR4-2666 bzw. DDR4-2933 zu betreiben. Mainboards mit B460- und H470-Chipsatz sperren den dazu notwendigen Teiler einfach. Dabei spielt es keine Rolle ob ein K-Prozessor mit offenen Multiplikator zum Einsatz kommt oder nicht. Gerade die günstigen Core-i3-Prozessoren werden aber sicherlich oft mit den günstigen Mainboards kombiniert.

Intel nimmt einfach zu viele künstliche Limitierungen vor, die technisch nicht notwendig wären, nur um eine gewisse Produktsegmentierung vornehmen zu können. Damit schneidet man sich aber häufig ins eigene Fleisch. Aufgrund der Konkurrenzsituation durch AMD sollte hier eigentlich ein Umdenken stattfinden.

Preise und Verfügbarkeit
Intel Core i3-10320
Nicht verfügbar 153,12 Euro Ab 137,36 EUR


Preise und Verfügbarkeit
Intel Core i3-10100
Nicht verfügbar 124,76 Euro Ab 113,91 EUR