Seite 4: Fazit

Das Surface Book 2 sorgt für ein Déjà-vu. Nicht nur, dass das Convertible im Vergleich mit der ersten Generation äußerlich nahezu unverändert geblieben ist. Auch die Stärken und Schwächen sind fast alle wieder vorhanden. Nur eines fehlt: Microsoft spricht nicht mehr vom „ultimativen Laptop", beim ersten Surface Book versprach man eben dieses noch.

Dabei will das Surface Book 2 genau dieses sein. Kompakt, leistungsfähig, vielseitig einsetzbar, ausdauernd - diese Attribute treffen allesamt auf das neue Notebook zu. Wer unterwegs Office und Co. nutzt, freut sich über lange Laufzeiten und den lautlosen Betrieb, wer ab und an auch dem Hobby Gaming frönen oder Videos schneiden will, kann das dank leistungsfähiger dedizierter GPU ebenfalls. Und zu guter Letzt nimmt man einfach nur die Tablet-Einheit mit auf die Couch, um im Netz zu surfen. Der Titel eierlegende Wollmilchsau - oder eben der des ultimativen Notebooks - waren noch nie so passend wie beim Surface Book 2.

Doch Microsoft wäre nicht Microsoft, wenn es nicht den ein oder anderen Haken geben würde. Den Komfort des teilweise lautlosen Betriebs erkauft man sich mit einem mitunter stark drosselndemn Prozessor, die Leistungsfähigkeit der NVIDIA GeForce GTX 1050 mit einem lärmenden Lüfter. Der Komfort des Tablet-Betriebs geht einher mit zickigen Treibern, die guten bis sehr guten Akkulaufzeiten gehen Hand in Hand mit einem unlogischen Akkumanagement - und dem unterdimensionierten Netzteil.

Letzteres mag bei einem günstigen Einsteiger-Notebook gerade so noch verschmerzbar sein, bei einem Notebook, das wie im Falle des Testmusters fast 3.500 Euro kostet, ist das aber ein unverzeihlicher Fehler. Wird eine bestimmte Leistung direkt oder indirekt beworben, darf der Käufer diese auch erwarten. Ähnlich sieht es bei der Ausstattung aus. Ein Premium-Notebook, das Ende 2017 vorgestellt wurde, sollte in Bezug auf die Schnittstellen auf dem aktuellen Stand sein. Zumal Thunderbolt 3 gegenüber dem Surface Connector weitaus mehr Möglichkeiten bietet.

Wen all das nicht stört, der darf sich auf ein überzeugend verarbeitetes, mit sehr guten Eingabegeräten und einem der besten Displays ausgestattetes Notebook freuen.

Inwiefern das die Ausgabe von weit mehr als 3.000 Euro rechtfertigt, bleibt am Ende eine ganz persönliche Entscheidung. Schon die zweitkleinste Konfiguration für unverbindliche 2.249 Euro (im Handel ab etwa 2.000 Euro) bietet die gleiche CPU- und GPU-Performance. Den Sprung von 8 zu 16 GB RAM und von 256 zu 512 GB SSD-Kapazität lässt Microsoft sich mit 600 Euro mehr als gut bezahlen, die abermalige Verdoppelung der SSD-Größe kostet weitere 600 Euro. Mangels echter Alternativen können derartige Preise aber problemlos aufgerufen werden. Zwar gibt es inzwischen diverse Convertibles mit dedizierter GPU und Prozessoren der achten Core-Generation, diese bieten aber entweder weitaus weniger Schnittstellen oder konkurrieren eher mit dem Surface Pro. Ein Beispiel für letzteres ist das Acer Switch 7 Black Edition, das in der derzeit größten Konfiguration etwa 2.000 Euro kostet.

Positive Aspekte des Microsoft Surface Book 2 (HNQ-00004):

  • solider Koppelungsmechanismus
  • Tastatur und Touchpad überzeugen
  • gutes Display
  • hohe Leistung
  • gute Akkulaufzeiten
  • hohe Verarbeitungsqualität

Negative Aspekte des Microsoft Surface Book 2 (HNQ-00004):

  • CPU wird unter Volllast gedrosselt
  • lauter Lüfter
  • insgesamt undurchdachtes Akkukonzept
  • kein Thunderbolt 3
  • Treiber-Probleme