Seite 2: Leistung, Laufzeit, Kühlung

Der Blick auf das Gehäuse zeigt, dass beim MIFcom XG5-S im Großen und Ganzen keine Abstriche gemacht werden müssen. Wie bei jedem anderen Test-Notebook gilt auch hier: Unsere Testkonfiguration sollte lediglich als Vorschlag angesehen werden, denn in vielen Bereichen gibt es die X-Serie auch mit anderen Komponenten und ist sogar mit einem größeren 17,3-Zoll-Gehäuse erhältlich. Wie sich dieses schlagen könnte, zeigt unser Test zum Schenker XMG U706, welches über das gleiche Clevo-Gehäuse verfügt. 

Systemleistung

Während die meisten Notebooks auf einen leistungsmäßig abgespeckten Skylake-Prozessor setzen, kommt im MIFcom XG5-S eine waschechte Desktop-CPU zum Einsatz. Unser Testmuster ist hier mit dem aktuellen Flaggschiff ausgestattet. Der Intel Core i7-6700K läuft bereits wie alle anderen Prozessoren der US-Amerikaner im 14-nm-Fertigungsprozess vom Band und wurde weiter auf eine höhere Leistung sowie eine bessere Effizienz getrimmt. Der Vierkerner besitzt einen Grundtakt von 4,0 GHz, dankt Turbo-Aufschlag können je nach Temperatur und Leistungszustand einzelne Kerne auch mit einer Geschwindigkeit von bis zu 4,2 GHz arbeiten. Dazu gibt es einen 8 MB großen L3-Cache, die TDP gibt Intel mit 91 W an, was um den Faktor 2 über einem normalen Notebook-Prozessor der High-End-Klasse liegt. 

Dafür kann sich die Leistung durchaus sehen lassen und die ist im Notebook-Bereich ein echter Hingucker. Im Cinebench-R11.5-Bechmark erreicht der Intel Core i7-6700K satte 9,58 Punkte, während im neueren R15-Benchmark 878 Punkte erreicht werden. Damit spielt das MIFcom XG5-S klar bei der Prozessor-Leistung ganz vorne mit. Bemerkenswert: Obwohl die Kühlung im 15,6-Zoll-Gerät eigentlich aufwendiger sein sollte, ist die CPU etwas schneller als im größeren 17,3-Zoll-Barebone von Clevo, welches wir bereits in Form des Schenker Technologies XMG U706 testen konnten. Die Leistung des 16 GB fassenden Arbeitsspeichers fällt ebenfalls sehr hoch aus. Die beiden Module bringen es im Dual-Channel-Modus mit 2.133 MHz auf eine Speicherbandbreite von 26,48 GB/s, was ebenfalls etwas über Konkurrenz liegt.

Cinebench 15

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Doch damit nicht genug. Auch die verbaute M.2-SSD hat ein gewaltiges Leistungspotential. Dank NVMe-Protokoll bringt sie es in unseren Benchmarks auf eine Lesegeschwindigkeit von satten 2,22 GB/s. Damit ist das Betriebssystem binnen weniger Sekunden geladen und auch Programme und Spiele starten ohne größere Verzögerung. Die mittlere Zugriffszeit ist mit 0,08 ms hervorragend. Mit einer Kapazität von 256 GB stößt man allerdings schnell an die Grenzen, denn aktuelle Spiele wie Grand Theft Auto 5 belegen gerne mal alleine schon über 65 GB Speicherplatz. MIFcom hat hierfür eine zusätzliche 2,5-Zoll-Magnetspeicher-Festplatte mit 1 TB Speicher verbaut. Diese ist mit einer durchschnittlichen Leserate von knapp über 83 MB/s allerdings nicht ganz so flott wie die SSD – für Spiele reicht dies aber allemal aus. 

PCMark 8

Creative

5444 XX


5080 XX


4994 XX


4907 XX


0 XX


Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Gaming-Leistung

In einem Gaming-Notebook viel wichtiger ist die Leistung der Grafikkarte. Auch hier hat MIFcom sehr hoch gegriffen und unser Testmuster schon mit einer NVIDIA GeForce GTX 980M versehen. Schneller wäre nur noch die erst kürzlich vorgestellte GeForce GTX 980 gewesen, welche bereits im Schenker Technologies XMG U726 verbaut wird und 1:1 dem Desktop-Modell entspricht. 

Auch die GeForce GTX 980M basiert bereits auf der zweiten Maxwell-Generation und baut auf dem GM204-Chip auf, welcher bereits im 28-nm-Verfahren gefertigt wird. Im Vergleich zum Desktop-Modell wurde der Chip allerdings leicht beschnitten. Ihm stehen nur noch zwölf SMM-Cluster zur Verfügung, womit nur noch 1.536 Shadereinheiten bereitstehen. An jeden dieser Shadercluster sind aber weiterhin acht Textureinheiten gebunden, womit die GPU insgesamt 96 TMUs aufweist. Beim Speicher entschied sich MIFcom für den Vollausbau und stellt dem Grafikchip satte 8.192 MB GDDR5-Videospeicher zur Seite, welcher über einen 256 Bit breiten Datenbus angebunden wird und bereits die Speicherkomprimierung der Maxwell-Architektur unterstützt. Weiterhin vorhanden sind 64 Rasterendstufen.

Bei den Taktraten hält sich der Hersteller strikt an die Vorgaben der kalifornischen Grafikschmiede und lässt Chip und Speicher mit 1.038 respektive 1.253 MHz arbeiten. Einen Turbo wie beim Skylake-Prozessor gibt es aber auch hier. Je nach Temperatur und Power-Target garantiert NVIDIA einen Takt von mindestens 1.127 MHz. Damit spielt das MIFcom XG5-S auch hier in der oberen Hälfte unserer Leistungsbenchmarks mit.

Tomb Raider

Native Auflösung – High Settings

207.7 XX


149.6 XX


145.7 XX


144.9 XX


116.8 XX


Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Sorgen über die Spieleleistung braucht man sich damit nicht zu machen. Alle aktuellen Spieletitel können problemlos gespielt werden – vor allem dann, wenn man den integrierten 15,6-Zoll-Bildschirm nutzt, mit dem ohnehin nur maximal 1.920 x 1.080 Bildpunkte dargestellt werden können. Ob es das Clevo P751DM demnächst auch mit höher auflösenden Panels geben wird, bleibt abzuwarten.

Heißer Prozessor

Der Intel Core i7-6700K bringt allerdings nicht nur eine gewaltige Rechenleistung mit sich, sondern stellt auch hohe Anforderungen an das Kühlsystem. Zwar schafft es das MIFcom XG5-S diesen unter Volllast nicht zum Absturz zu bringen, jedoch setzte bei Volllast bereits das Thermal Throttling ein, womit der Prozessor aufgrund der hohen Temperatur seine Taktraten reduzierte, um nicht zu überhitzen. Wir haben während unserer Tests bis zu 98 °C gemessen. Zu Abstürzen kam es dabei jedoch nicht. Solch hohe Temperaturen werden in der Praxis aber selten erreicht. Gethrottelt in Spielen wurde jedenfalls nicht – nur in unserem Extrem-Test.

Die Oberflächen-Temperaturen liegen dabei zwischen 23,3 und 38,6 °C, wobei die Unterseite im Schnitt mit 30,14 °C etwas wärmer wird als die Handballenauflage. Der Unterschied liegt bei etwa 0,5 °C. Dass sich das Kühlsystem beim Intel Core i7-6700K durchaus abmüht, macht sich zudem bei der Lautstärke bemerkbar. Die Lüfter erreichen unter Last einen Schallpegel von über 46 dB(A). Andere Gaming-Notebooks werden hier aber auch ein gutes Stück lauter. Im normalen Windows-Betrieb ist das MIFcom XG5-S mit 34,5 dB(A) deutlich laufruhiger. Ein ständiges Auf- und Abdrehen der Lüftersteuerung gab es während unserer Tests nicht – sie ist insgesamt sehr gut eingestellt.

bench temp oberseite mifcom xg5s

Wenig Akkuleistung

Aufgrund des stromhungrigen Prozessors und der leistungsfähigen Grafikkarte, ist das MIFcom XG5-S trotz des 80,2 Wh starken Akkus kein Langläufer. Unser Testmuster schafft im 3D-Betrieb gerade einmal Laufzeiten von etwa 120 Minuten und hält damit rund zwei Stunden ohne Steckdose durch. Im Idle-Modus reicht es immerhin für knapp 3,5 Stunden. Wer das Gaming-Notebook überwiegend zu Hause an der Steckdose betriebt, für den ist die kurze Akku-Laufzeit aber sicher zu verschmerzen. 

Je nach Leistungszustand werden bei vollem Akku zwischen 24,9 und 264,4 W aus der Steckdose gezogen. Auch hier macht sich die 91-W-CPU bemerkbar.