Seite 4: BIOS, Overclocking und VRM-Wärmebild-Analyse

BIOS

Vorinstalliert war die BIOS-Version A.03, das eine Beta-Version des First Release darstellt. Zum Testzeitpunkt konnten wir auf die BIOS-Version A.20 zurückgreifen, die wir wie gewohnt mit der Instant-Flash-Funktion aufspielen konnten. MSI hat generell folgende Verbesserungen vorgenommen:

  • Support Intel Tile technology (A.10)
  • Update Intel CPU micro-code and ME (A.10)
  • Improved performance of BIOS features (A.10)
  • Support Post Screen Delay item function (A.20)
  • Improved GO2BIOS function (A.20)
  • Improved MFlash function (A.20)
  • Update CPU Microcode (A.20)

Bei der UEFI-Oberfläche orientiert sich MSI am bekannten Bild. So gibt es passend zur MAG-Serie eine Schwarz-Rot-Optik. Unterschieden wird weiterhin zwischen dem EZ- und Advanced-Modus. Auf dieser Übersichtsseite (EZ-Mode) erhält der Anwender Informationen über die CPU, den installierten Arbeitsspeicher, die angeschlossenen Storage-Geräte und über die Lüfter. Zusätzlich existieren Shortcuts zum M-Flash-Feature, zur Favorites- und Hardware-Monitor-Seite und zusätzlich Buttons, um TPM 2.0 oder auch die CPU-FAN-Fail-Warning-Funktion zu aktivieren. Außerdem lässt sich bei Problemen das "BIOS Log Review" einsehen. Die breite Leiste oberhalb vom EZ-Mode wird auch im Advanced-Mode angezeigt, zu dem wir nun kommen.

Unverändert gibt es natürlich weiterhin auch den Advanced-Modus. Oben links hat MSI neben der Uhrzeit und dem Datum den Game-Boost-Button hinzugefügt. Rechts benachbart ist der A-XMP-Button, wie wir es bei MSI bereits gewohnt sind. Beim jeweiligen Mainboard-Modell können sich rein die Menüpunkte unterscheiden. Ganz oben auf der rechten Seite werden zu jedem Zeitpunkt das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz und die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Unter der Uhrzeit und dem Datum kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und Mainboard-Temperatur. Der virtuelle "Game Boost"-Button ist dabei mit der Maus klickbar, sodass vom Hardware- in den Softwaremodus gewechselt werden kann. Ergänzt wurde noch ein weiterer virtueller Knopf, mit dem die XMP-Funktion direkt aktiviert werden kann.

Der erste Punkt der insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letzteres ist bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle Board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Das Hauptaugenmerk des Boards ist zweifelsohne das Overclocking. Die extrem umfangreichen OC-Funktionen sind im Menüpunkt "OC" zu finden. MSI lässt für den Overclocking-Enthusiasten kaum Wünsche offen. Dazu aber gleich mehr. Das integrierte M-Flash-Feature hat auch beim heutigen Testkandidaten einen eigenen Menüpunkt erhalten. Entweder lässt sich das aktuelle BIOS auf einen Datenträger speichern oder andersherum von einem Datenträger aus aktualisieren. Genau so ist es den Overclocking-Profilen ergangen. Insgesamt können sechs verschiedene OC-Konfigurationen hinterlegt werden. MSI hat auch dieses Mal an eine Import- und Export-Funktion gedacht.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige, ausgelesene Daten aufzeigt, wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe fünf Lüfter gesteuert werden. Jeder Lüfter kann in vier Stufen einer automatischen oder manuellen Lüfterkurve angepasst werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Beta Runner", in diesem Punkt bietet MSI Funktionen zu Testzwecken, die allerdings noch fehlerhaft sein können. Generell ist es auch möglich, die meistgenutzten Funktionen auf insgesamt fünf Favoritenseiten abzuspeichern. Mittels eines Rechtsklicks auf die jeweilige Funktion wird ein kleines Kontextmenü geöffnet, in dem der Anwender anschließend diese Funktion auf eine der fünf Seiten ablegen kann.

Auch dieses Mal konnte das UEFI von MSI auf ganzer Linie überzeugen. Sämtliche ausgewählte Einstellungen wurden problemlos und korrekt umgesetzt. Der Anwender hat dabei die Auswahl, ob er sich per Maus und/oder mit der Tastatur durch die Menüs bewegt.

Overclocking

Mit 18 effektiven CPU-Spulen und den zahlreichen Onboard- und BIOS-Features eignet sich das MSI MAG Z690 TORPEDO gut zum Übertakten. Das UEFI bietet zahlreiche Overclocking-Einstellungen an.

Auf dem MSI MAG Z690 TORPEDO ist eine Veränderung des Grundtakts von 10,10 MHz bis 538,25 MHz in 0,01-MHz-Schritten möglich. Bei der CPU-Spannung stehen dem Anwender der Override-, der Offset-Modus und die Kombination aus beiden zur Auswahl. Im Override-Modus lässt sich die Spannung von 0,600 V bis 1,720 V in 0,005-V-Intervallen verändern. Der Offset-Modus hingegen erlaubt die Veränderung der CPU-Spannung von -0,600 V bis +0,600 V in ebenfalls 0,005-V-Schritten. Die Arbeitsspeicher-Taktraten reichen von 1.200 MHz bis 10.133 MHz. Alle weiteren Overclocking-Funktionen können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Die Overclocking-Funktionen des MSI MAG Z690 TORPEDO in der Übersicht
Base Clock Rate 10,10 MHz bis 538,25 MHz in 0,01-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,600 Volt bis 1,720 Volt in 0,005-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,600 V bis +0,600 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,800 V bis 1,435 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus, VDD/VDDQ)
1,500 V bis 2,135 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus, VPP)
CPU-AUX-Spannung 1,400 V bis 2,300 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
SA-Spannung 0,600 Volt bis 1,520 Volt in 0,005-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-1,8V-Spannung 1,400 V bis 2,300 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,600 V bis 1,400 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt einstellbar
Weitere Spannungen CPU GT, CPU E-Core L2, CPU VDDQ, CPU VDD2, CPU 1,05V, CPU PLL SFR, GT PLL SFR, Ring PLL SFR, SA PLL SFR, E-Core L2 PLL SFR, MC PLL SFR
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 69 Parameter
XMP/D.O.C.P. wird unterstützt (D.O.C.P.)
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie Intel EIST
erweiterte Lüfterregelung für CPU-FAN und sechs optionale FANs,
CPU-LLC, acht Stufen

Für sieben Minuten konnte das MSI MAG Z690 TORPEDO die 5,2 GHz auf den acht Performance-Kernen bei hohen 1,3 V halten. Demnach mussten wir auf 5,1 GHz zurückweichen und konnten die VCore laut BIOS 1,235 V anlegen. Die acht Effizienz-Kerne konnten wir mit 4,2 GHz stabil bei 1,230 V betreiben. Das Gesamtergebnis ist absolut zufriedenstellend.

Das XMP wurde ohne Probleme in die Tat umgesetzt und die effektiven 5.200 MHz lagen mit den passenden Timings an. Bei der manuellen Übertaktung konnten wir immerhin noch weitere 400 MHz herausholen, sodass die Taktfrequenz nun bei 5.600 MHz lag.

VRM-Wärmebild-Analyse

Um die Hitzeentwicklung des VRM-Bereichs besser beurteilen zu können, haben wir für diesen Test die Flir One Pro (Android USB-C) eingesetzt, die für unser Einsatzgebiet absolut ausreichend ist und Temperaturen von -20°C bis +400°C mit einer Genauigkeit von ±3°C oder ±5%, je nach Umgebungstemperatur, erfassen kann. Die Wärmebild-Auflösung beträgt 160 x 120 Pixel und das erstellte Bild löst mit 1.440 x 1.080 Pixel auf.

Der Prozessor wird unter Berücksichtigung der BIOS-Default-Settings mit Prime95 inkl. AVX unter Volllast gesetzt. Nach fünf Minuten Laufzeit erstellen wir das Wärmebild.

Die ermittelten VRM-Temperaturen sind deutlich im grünen Bereich. Gemessen wurden als Höchstwert gerade einmal 43,1°C, sodass noch jede Menge Luft für Overclocking vorhanden ist.