Seite 2: Die Hardware im Detail I

Die Prozessoren:

Diese Prozessoren kamen schon im Performance-Check mit 16 Kernen zum Einsatz: Wir verwenden zwei Xeon-Modelle aus der E5-Serie, die auf Intels aktuellem Sandy Bridge E basiert. Die Kerne sind Intels Flaggschiffe im Xeon-Bereich, auch wenn im Desktop-Bereich die Ivy-Bridge-Modelle schon vorgestellt worden sind. Sie setzen auf den Sockel 2011, den man auch vom Core i7-3960X her kennt, allerdings lassen sich im C606-Chipsatz und bei den Xeon E5 gleich zwei Prozessoren miteinander verwenden. Insofern haben wir hier also zwei CPUs mit je acht Kernen, denn der Intel Xeon E5-2687W ist das Topmodell mit sogar acht statt sechs Kernen. Hinzu kommt Hyperthreading, somit kann das Betriebssystem auf 32 Threads zurückgreifen. Eine Onboard-Grafik gibt es bei diesen Prozessoren aber nicht. 

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Zwei dieser ultrateuren Monster-CPUs setzen wir ein.

Die nicht ganz so offensichtlichen Veränderungen zwischen dem Server-E5-Modell und dem Desktop-i7-Modell liegen in der Anzahl der QPI-Busse, denn die E5-Xeons besitzen zwei Anschlüsse, sodass sie im Dual-Betrieb arbeiten können. Der Core i7-3960X besitzt nur ein QPI-Interface und ist deshalb auf den Einzelbetrieb beschränkt. Neben diesem Unterschied setzt Intel bei der Xeon-Variante auch auf einen eigenen Chipsatz. Der X79 kommt hier nicht zum Einsatz, sondern die für den Serverbereich optimierte Variante C602. Der ebenso unter dem Codenamen Patsburg entwickelte Chipsatz besitzt fast dieselben Features. In einem direkten Vergleich kann man schön sehen, dass die Unterschiede im Detail liegen:

Vergleich X79 / C602
ChipsatzX79C602
Einführungsdatum Q4 2011 Q1 2012
Lithographie 65 nm 65 nm
Packaging 27 x 27 mm 27 x 27 mm
Max. TDP 7,8 Watt 8 Watt
PCI-Express-Konfigurationen 8x1, 4x1 & 1x4, 8 Ports 2x4, 4x2, 8x1, 8 Ports
Anzahl der SATA-Ports 6 (davon 2 SATA 6G) 10 (davon 2 SATA 6G)
Maximale CPU-Konfiguration 1 -
Intel Trusted-Execution-Technik nein ja
Intel vPro Technik nein ja
Intel Active-Management-Technik nein ja
Intel AMT-Version nein ja
Intel Rapid-Storage-Technik ja nein

Mit 2,27 Milliarden Transistoren und 435 mm² ist Sandy-Bridge-E ein richtiges Transistoren-Monster, wobei sehr viel Fläche durch den 20 MB großen Cache eingenommen wird. Hier besitzt der Xeon E5-2687W 5 MB mehr als der Core i7-3960X:

Core i7-3960X Die Shot
Core i7-3960X und Xeon E5-2687W ähneln sich:
Der Xeon hat zwei Kerne und 5 MB Cache mehr.

Unser Topmodell hat 3,1 GHz Standardtakt und bis zu 3,8 GHz Turbo-Takt, wobei er aufgrund der 32-nm-Herstellungstechnik und den acht Kernen eine TDP von 150 Watt besitzt.

16 Kerne mit CPU-Z
CPU-Z zeigt, dass sich die acht Kerne im Idle-Betrieb
auf 1,2 GHz herabtakten können.

Ist das Setup nun ideal? In der Tat, wenn man alle 32 Threads auch wirklich mit Arbeit füttern kann. In den meisten Fällen wird dies aber nicht der Fall sein. Zudem bietet der C606-Chipsatz wenig Overclocking-Möglichkeiten und die CPUs haben keinen offenen Multiplikator. Also wird der rationalere und in den meisten Fällen auch schnellere Weg der neue Core i7-3970X sein, der zwar auch fast einen Tausender kostet, aber dafür mit bis zu 4,0 GHz unterwegs ist. Hier benötigt man dann aber natürlich auch ein normales X79-Mainboard.

Mögliche Alternative:

Weitere CPU-Tests finden sich unter in unserer Prozessoren-Kategorie.

 

Der Kühlkörper:

Zunächst haben wir auf zwei be quiet! Dark Power Pro 2 gesetzt. Aber leider konnten wir die dicken, schwarzen Kühlkörper nicht auf dem Mainboard unterbringen. Also haben wir mit Noctua gesprochen, die uns für ihre NH-D14 eine Erfolgsmeldung für das große SR-X Classified geben konnten - die Kühler passen nebeneinander, wenn man einen Lüfter auf die andere Kühlkörperseite verbannt:

evga sr-x d14v

Und tatsächlich: Wie man in der obigen Galerie sehen kann, passt alles. Der Lüfter der linken CPU muss umgedreht werden, aber dann steht die volle Power von zwei Noctua NH-D14 zur Verfügung. Praktisch ist dabei, dass die Kühler zunächst ohne Lüfter verschraubt werden können, denn so ist der Einbau mit den Speichermodulen deutlich einfacher zu handhaben. 

Sollte man die Core i7-3970X-Variante wählen, empfiehlt sich der Noctua NH-D14 natürlich ebenso. Alternativ gibt es natürlich auch den Phanteks PH-TC14PE, den wir in unserem 1500-Euro-PC empfohlen haben, oder die dortigen Alternativen.

Mögliche Alternativen:

Weitere Kühler-Tests finden sich in unserer Kühlungs-Kategorie.