Seite 3: Die Hardware im Detail II

Das Mainboard:

Das Mainboard ist natürlich die Besonderheit bei diesem Setup. Nicht nur die Größe des EVGA SR-X Classified ist beachtlich - es benötigt ein HPTX-Gehäuse, die sich an einer Hand abzählen lassen. Auch technisch ist das Board für den Enthusiasten ein Tummelplatz von tollen Zusatzcontrollern, optischen Raffinessen und Besonderheiten.

Ins Auge fallen natürlich neben den beiden CPU-Slots gleich die sieben PCIe-x16-Slots. Hierbei ist aber anzumerken, dass kein PCIe-Switch vorhanden ist, insofern teilen sich die Slots die CPU-Lanes. Verwendet man mehrere Grafikkarten, so sollten diese in die Slots 1, 3 und 5 eingesetzt werden - dann laufen alle mit 16 Lanes und voller Anbindung. Werden vier Grafikkarten eingesetzt, so teilen sich der fünfte und siebte Slot 16 Lanes (je x8/x8). Bei Grafikkarten mit Zweislot-Kühlung werden die Slots 2, 4 und 6 aber sowieso belegt. Slot 6 ist dabei nur mit vier Lanes angebunden. Aufgrund der Aufteilung wäre als ideale Variante der Einsatz von zwei Dual-GPU-Karten in Slot 1 und 3 sowie von Erweiterungskarten in den Slots 5, 6 und 7 denkbar.

Das Board kann mit bis zu 96 GB RAM bestückt werden. CPU1 (links) hat dabei vier DDR3-Slots, die jeweils mit einem Kanal angebunden sind, CPU0 (rechts) kann je zwei DRAM-Slots pro Kanal ansteuern. Hier muss man allerdings einen Blick auf die Kompatibilitätsliste werfen, da für die Vollbestückung Single-Sided-DDR3-Module verwendet werden müssen. Keine Probleme hat man, wenn nur die roten Slots belegt werden und man sich auf einen Ausbau bis 64 GB beschränkt.

Eine weitere spannende Funktion bringt das Board gleich mit: Einen LSI SAS-Controller. Dieser besitzt acht Anschlüsse und erwies sich in unserem Test als durchaus performant. Nur wenn man SSDs anschließt und diese im RAID 0 betreibt, kommt er wie alle RAID-Controller, an sein Limit. Als weitere Onboard-Delikatessen besitzt das Board zwei Gigabit Ethernet NICs, zwei eSATA-Schnittstellen, vier USB-3.0-Ports, Bluetooth, einen Realtek-Onboard-Sound (ALC898) mit HDCP-Verschlüsselung und zusätzliche interne USB3.0-Header zum Betrieb von Front-USB-Schnittstellen. Es ist also wirklich alles da, was man sich wünschen kann.

Problematisch ist bei dem Board die Stromversorgung: Mindestens müssen ein ATX24- und zwei EPS12V-Stecker angeschossen werden, somit kommen nur hochwattige Netzteile infrage, die mindestens zwei EPS12V-Stecker besitzen. Wer das Board zudem auch noch mit allen weiteren Möglichkeiten versorgen möchte, benötigt drei freie PCIe-6-Pin-Stromanschlüsse. Wer allerdings vier Grafikkarten einsetzt, der wird diese Vielfalt nicht bereitstellen können, denn elf PCIe-Stromanschlüsse bieten die wenigsten Netzteile. Wir verzichteten deshalb trotz 1500-W-Modell von Enermax auf die zwei PCIe-Anschlüsse, die für die CPU zusätzlich bereit stehen, da wir diese sowieso nicht übertakten können.

Das BIOS des Boards haben wir in dieser BIOS-Galerie zum EVGA SR-X Classified abgebildet. Es handelt sich dabei um ein BIOS für Profis, was aber wohl auch der Käuferschicht gerecht wird. Entsprechend findet man keine "Ein-Button-Setups", sondern kompliziertere Menus, die aber alle Funktionen gut abbilden. Auch Stromsparfeatures und die Lüftersteuerung funktionierten in unserem Fall ohne Probleme, sodass das System mit nur einer Grafikkarte sogar relativ sparsam und mit geringer Lautstärke arbeiten konnte.

Wer auf unsere Alternative mit dem Core i7-3970X setzt, benötigt natürlich ein X79-Mainboard. Zwei Alternativen haben wir unter den folgenden Links aufgezählt, wobei es natürlich auch noch diverse andere Möglichkeiten im X79-Bereich gibt. Hier ist die Auswahl deutlich besser als für unser Dual-CPU-System.

Mögliche Alternativen:

  • MSI X79 XPower II
  • ASRock X79 Fatal1ty Professional

Weitere Mainboard-Tests finden sich in unserer Mainboard-Kategorie.