Seite 1: Buyer's Guide: Der Luxus-PC - eine Leidensgeschichte

luxxlogoDrei Teile umfasst unser Buyer's Guide. Obendrauf sollte ein weiterer Artikel folgen, der - ähnlich dem in unserem Sommerheft 2011 veröffentlichten 10.000-Euro-PC - fernab von jeder Vernunft das Maximum zeigen sollte, was aktuell möglich ist. Nun, dies haben wir auch geschafft, aber zum einen sind auf dem Weg dorthin die Nerven oftmals auf der Strecke geblieben, zum anderen ist der Lohn für den ganzen Aufwand nicht vorhanden. Denn: Das Luxus-System ist zwar cool, sauteuer und technisch interessant, mit weniger finanziellem Aufwand und anderen Komponenten erreicht man aber mehr. 

Für das vierte System unserer Buyer's Guides gibt es keine Obergrenze für das Budget: Es darf alles rein, was cool und gerade "in" ist. In so ein System müssen natürlich ein gewaltiges SLI-Setup, viel Rechenpower, eine Menge RAM und viele SSDs. Ein teures Gehäuse und ein High-End-Netzteil dürfen natürlich ebenso nicht fehlen. In einem Anflug von Übermut machten wir uns das Leben aber besonders schwer: Es sollte ein Dual-CPU-Setup werden, obwohl für einen Gaming-PC aufgrund der Übertaktungsmöglichkeiten in jedem Fall ein Core i7-3970X sicherlich schneller wäre. Da wir schon Erfahrungen mit dem ASUS Z9PE-D8 WS gemacht haben, fiel unsere Wahl auf das EVGA-Pendant, das SR-X Classified.

Mit zwei Intel Xeon E5-2687W lässt sich das Board bestücken und durchbricht dann mit zwei CPUs und dem Board selber schon die 3000-Euro-Grenze. Aber mit einem SR-X Classified kommen weitere Kosten auf einen zu, denn das Board ist ein HPTX-Board - man braucht also ein passendes Gehäuse. Viele sind nicht am Markt verfügbar, wir haben uns aber auf das Lian Li Z70B versteift, das im Vergleich dann schon wieder preiswert wirkt.

Bei einem SR-X hat man mehrere Optionen, einen heißen PC zusammenzustellen: Quad-SLI wäre natürlich eine Option, oder man verwendet 3-Way-SLI und schreibt noch einen schönen RAID-Controller mit auf die Einkaufsliste, an dem man dann reichlich SSDs anklemmt. Beides geht leider nicht, denn durch die doppelte Bauhöhe der High-End-Grafikkarten werden von den vorhandenen sieben PCIe-x16-Slots drei komplett verdeckt. Zu den Erfahrungen mit diesen Setups haben wir auf den Folgeseiten einiges gesammelt. 

Wir komplettieren den Rechner also mit Grafikkarten - alternativ mit einem RAID-Controller - und SSDs. Zudem brauchen wir ein potentes High-End-Netzteil, denn die beiden CPUs können bis zu 150 Watt Leistungsabgabe erreichen, zudem setzen wir vier High-End-Grafikkarten ein. Die Leistung kommt von einem 1.500-Watt-Modell von Enermax, dem Platimax 1500W. Das sollte ausreichen, könnte man meinen, aber auch hier hat sich der Teufel im Detail eingeschlichen.

Auch bei den Kühlkörpern erschien die Wahl recht einfach, denn aus optischen Gründen wollten wir Dark Power Pro 2.0 von be quiet! zum Einsatz kommen lassen. Beim Einbau stellte sich jedoch heraus, dass auf dem SR-X Classified einfach zu wenig Platz war. Aus diesem Grund mussten wir auf die nicht weniger potenten Noctua NH-D14 zurückgreifen. Diese passten einwandfrei. Bei den Speichermodulen - das müssen wir zugeben - haben wir etwas gespart. Hier lagen uns zwei Kits F3-17000CL9Q-16GBZH von G.Skill vor. Die vier 4-GB-Module pro Kit liefern uns also nur 32 GB Kapazität. Allerdings wären mit 8-GB-Modulen schon 64 GB möglich gewesen und vier weitere Slots haben wir einfach freigelassen. Bitte sehr: Ein richtiger Enthusiast baut hier gleich 96 GB ein.

Die technischen Daten haben wir tabellarisch zusammengefasst:

Buyer's Guide: Der Luxus-PC
Hersteller und Bezeichnung Der Luxus-PC Preis
CPU 2x Intel Xeon E5-2687W
8x 3,1 GHz, 20 MB L3-Cache
2x 1672 Euro
Mainboard EVGA SR-X Classified
C606 Mainboard, Dual-CPU
600 Euro
Speicher 2x G.Skill 16-GB-Kit DDR3-2133
F3-17000CL9Q-16GBZH
2x 110 Euro
Grafikkarte 4x EVGA GeForce GTX 680 Classified
4096 MB GDDR5, Quad-SLI
3x/4x 555 Euro
Festplatte/SSD
RAID-Controller
4x Silicon Power SSD V30, 240 GB
SandForce SF2281-Controller, oder andere
LSI 9265-8i PCIe-x8-Controller
4x 180 Euro

1x/0x 540 Euro
Optische Drives LG BH10LS38 16x DVD-/10x BD-Writer 65 Euro
Soundkarte onboard -
Netzteil Enermax Platimax 1500W 300 Euro
Gehäuse Lian Li PC-Z70B 280 Euro
Sonstiges 2x Noctua NH-D14 2x 70 Euro
Preis
Gesamt   ca. 8000 Euro

Die 10.000 Euro haben wir also so nicht geknackt, aber mit ein paar SSDs mehr, 96 GB RAM, ein paar Lüftern oder ähnlichem Zubehör wäre auch dies möglich. Bevor wir auf unsere Zusammenbau-Orgie zu sprechen kommen, werfen wir einen kurzen Blick auf die Komponenten selber.