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Mit bis zu 1.000 W, Display und AiO-Kühlung

Die MSI GeForce RTX 5090 Lightning Z im Test

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Mehr als ein Jahr nach der Einführung der GeForce RTX 5090 stellt MSI mit der GeForce RTX 5090 Lightning Z ein neues High-End-Modell vor. Eine potente AiO-Kühlung, ein angehobenes Power-Limit und eine Versorgung über zwei 12V-2x6-Anschlüsse sowie ein riesiges Display auf der Karte selbst sollen die MSI GeForce RTX 5090 Lightning Z zur Speerspitze der aktuellen Serie machen. Wir haben die Karte im Test.

Auf der CES sorgte MSI mit der Vorstellung der GeForce RTX 5090 32G Lightning Z für reichlich Aufmerksamkeit – eine Wiederauferstehung der legendären Lightning-Serie, die vielen Hardware-Enthusiasten bis heute ein Begriff ist. Nostalgie spielt dabei zwar mit, doch die neue Lightning-Z schlägt technisch wie optisch moderne Wege ein.

Besonders ins Auge fällt das großformatige Display auf der Vorderseite – ein Merkmal, das die Lightning Z klar von anderen High-End-Modellen abhebt. Es erstreckt sich fast über die gesamte Länge der Karte und erinnert in seiner Größe an ein kompaktes Tablet. Laut MSI soll es eine vollkommen neue Art der Darstellung von System- und Leistungsdaten ermöglichen.

Schon der erste Kontakt mit der MSI GeForce RTX 5090 32G Lightning Z vermittelt, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Grafikkarte handelt. Das Paket, das uns erreicht hat, fällt bereits durch seine Größe auf: Ein enormer Umkarton schützt einen weiteren, der unmissverständlich verrät, was sich im Inneren befindet. Darin wiederum verbergen sich drei weitere Kartons – sorgfältig angeordnet, mit der eigentlichen Karte und einer Vielzahl an Zubehör.

Beim Auspacken wird schnell klar, dass MSI hier auf ein Komplettsystem setzt. Die Lightning Z nutzt eine All-in-One-Wasserkühlung mit einem 360-mm-Radiator, bestückt mit drei 120-mm-Lüftern. Im geschlossenen Kreislauf arbeitet eine integrierte Pumpe, die die Abwärme der Karte zuverlässig abführt. Besonders auffällig ist das Power-Limit: Das OC-BIOS erlaubt bis zu 800 W, während im Extreme-BIOS sogar bis zu 1.000 W freigeschaltet werden. Damit setzt MSI gegenüber der ASUS ROG Matrix Platinum GeForce RTX 5090 30th Anniversary Edition noch einmal 200 W obendrauf. Für extreme Overclocker existiert zudem eine Sondervariante, die theoretisch bis zu 2.500 W unterstützt – gespeist über zwei 12V-2x6-Stromanschlüsse.

Diese beiden Anschlüsse sitzen an der Stirnseite der Karte. Im Lieferumfang befindet sich ein Adapter von vier 8-Pin-PCIe-Steckern auf 12V-2x6. Wer die Karte jedoch unter realen Bedingungen betreiben will, sollte auf ein Netzteil mit nativer 12V-2x6-Unterstützung setzen. Die Spannungsversorgung auf dem PCB verfügt über 40 Spannungsphasen zur Versorgung der verschiedenen Komponenten.

Mit ihren Abmessungen von 260 × 151 × 61 mm nimmt die Lightning Z mehr als drei Slots ein, der Radiator misst 394 × 120 × 56 mm. MSI verwendet im Übrigen einen Kupferradiator. Optisch dominiert das integrierte 8-Zoll-Display die Front – ein zentrales Element des Designs, welches später noch in Aktion zu sehen sein wird. 

Der Boost-Takt liegt standardmäßig bei 2.730 MHz, lässt sich über das Extreme-Performance-Profil im MSI Center auf 2.775 MHz anheben. Leistungsseitig dürfte der Unterschied zur regulären GeForce RTX 5090 nur gering ausfallen. Interessant wird eher, wie sich die Karte bei 800 bzw. 1.000 W in Bezug auf Temperatur und Lautstärke verhält. Zwischen Karte und Radiator befinden sich die zwei Schläuche für den Vor- und Rücklauf. Diese haben eine Länge von 450 mm. In der Ummantelung befinden sich zudem die Kabel für die drei Lüfter.

In der Materialwahl und Verarbeitungsqualität wollte MSI keinerlei Kompromisse eingehen. Dies zeigt sich auch im finalen Produkt. Ein massiver Metallrahmen sorgt für eine extrem stabile und verwindungssteife Karte. Die Backplate besteht vollständig aus Metall, welches teilweise mit einer Karbonplatte abgedeckt wird. Alleine die Karte wiegt 4.100 g.

Neben der Karte befindet sich im Karton der GeForce RTX 5090 Lightning Z noch reichlich Zubehör. Dazu gehört eine Halterung zur Abstützung der Karte, was bei dem hohen Gewicht durchaus notwendig sein dürfte. Aber auch ein Kit zum vertikalen Einbau liegt bei, sowie ein Werkzeug, um den tief versenkten Schalter für das BIOS besser erreichen zu können.

Zur eigentlichen Funktion der Karte bzw. um die Zusatzfunktionen auch nutzen zu können, liegen auch ein 4x-8-Pin-auf-12V-2x6-Adapter, ein USB-Typ-C-auf-Typ-A-Kabel sowie drei Kabel für das Anschließen der Spannungsmesspunkte bei. Hinzu kommen eine NFC-Karte, eine beschriftete Karte aus PCB-Material sowie drei Magneten.

Neben dem regulären Retail-Modell mit AiO-Kühler bietet MSI auch eine Extreme-OC-Version an – kurz OCER –, die für den Einsatz mit eigenen Wasserkühlern oder LN2-Pots gedacht ist. Beide Varianten erscheinen in limitierter Stückzahl von 1.300 Exemplaren. Unser Sample trägt die Seriennummer 31 von 1.300.

Das Display

Das Display auf der GeForce RTX 5090 Lightning Z hat eine Diagonale von 8 Zoll. Über die Auflösung macht MSI keinerlei Angaben. Angesteuert wird das Display als USB-Ausgabegerät. Dazu wird das beiliegende USB-Typ-C-auf-Typ-A-Kabel an die I/O-Blende der Karte sowie am Mainboard angeschlossen. Nach der Installation des dazugehörigen Treibers erkennt Windows ein weiteres Display.

Eine standardmäßige Animation mit Lightning-Logo und verschiedenen Blitz-Effekten läuft ab, wenn keine weiteren Einstellungen vorgenommen werden. Das MSI Center wiederum kann das Display auch direkt ansteuern.

Zur Ansteuerung der Software muss das MSI Center installiert sein. Dieses findet sich im Microsoft App Store, genau wie die Möglichkeit, einen Remote-Server zu installieren und auf die Einstellungen per MSI App auf dem Smartphone zurückzugreifen.

Auf den Bildern aus der Galerie oben könnt ihr euch einen Eindruck vom MSI Center und den dortigen Einstellungen verschaffen.

Im Video ist die Darstellung sicherlich noch einmal besser zu verdeutlichen:

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Overclocking-Funktionen

MSI bewirbt die GeForce RTX 5090 Lightning Z als Plattform für extremes Overclocking. Entsprechend hat man an einige Overclocker auch Karten verteilt. Genauer gesagt handelt es sich dabei nur um ein bestücktes PCB, auf den Kühler wird gleich verzichtet, da dieser ohnehin meist ersetzt wird. Entweder wird ein Wasserkühler montiert oder aber man geht gleich auf einen Pot für flüssigen Stickstoff.

Um Rekorde erreichen zu können, muss die Stromversorgung der Grafikkarte entsprechend ausgelegt sein. MSI bietet dazu zwei 12V-2x6-Anschlüsse, zwischen denen die Gesamtleistungsaufnahme aufgeteilt wird. Laut PCI-Express-Spezifikation sind somit zweimal 600 W – sprich 1.200 W möglich. Extreme-Overclockern steht zudem ein XOC-BIOS zur Verfügung, welches theoretisch ein Power-Limit von bis zu 2.500 W unterstützt.

In einem nächsten Schritt wird die externe Versorgung auf die verschiedenen Spannungslevel und letztlich 40 Spannungsphasen verteilt. Zur Überwachung der Spannungen hat MSI am hinteren Ende des PCBs auch gleich die entsprechenden Messpunkte gesetzt, die per Anschluss und beiliegendem Kabel direkt durch ein Multimeter beprobt werden können.

Stromversorgung

Um die MSI GeForce RTX 5090 Lightning Z betreiben zu können, müssen beide 12V-2x6-Anschlüsse besetzt sein. Dazu können einerseits ein natives 12V-2x6-Kabel und der 4x-8-Pin-auf-12V-2x6-Adapter verwendet werden. Verfügt der Nutzer über das entsprechende Netzteil, funktioniert dies aber natürlich auch mit zwei nativen 12V-2x6-Kabeln.

Testweise haben wir auf ein MSI MPG Ai1600TS PCIE5 gesetzt. Zusammen mit der kleineren Ai1300TS-Variante bietet MSI für seine neuen Netzteile mit Safeguard+ eine neue Überwachungs- und Sicherheitsfunktion, welche eine Überlast am 12VHWPR/12V-2x6-Stecker verhindern können soll. Erkennt das Netzteil hier eine Überlast, wird ein Warnsignal ausgegeben. Mit Safeguard+ will MSI den Funktionsumfang nun deutlich erweitern.

Die Hardware überwacht den Strom, der über die sechs Adern des 12V-2x6-Kabels fließt. Je nach Netzteil-Modell bietet dieses gleich zwei dieser Anschlüsse. Eine Überwachung erfolgt auf beiden.

Wird eine Über- oder Schieflast festgestellt, erfolgt eine akustische Warnung, so wie bisher auch. Zudem kann MSI aber die Spannungen und Ströme auch im MSI Center anzeigen und hier auch eine entsprechende Pop-Up-Warnung ausgeben, die den Nutzer über die Über- oder Schieflast informiert. Der Nutzer hat daraufhin drei Minuten Zeit, die Last auf dem Anschluss zu reduzieren. Erfolgt dies nicht, wird das System zum Schutz der Hardware abgeschaltet.

Ein Problem ist während unseres Tests nicht aufgetreten und so konnten wir die Funktionsweise von Safeguard+ glücklicherweise nicht überprüfen. Die finale Version 4.6.6 und die aktuelle Beta 4.6.7 des MSI Afterburner sind direkt bei MSI verfügbar.

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