Seite 2: MSI GeForce RTX 3080 Suprim X - Impressionen

Bevor wir auf die Hardware selbst eingehen, noch ein paar Worte zur Verpackung. MSI passt diese dem Premium-Anspruch der Hardware an. Der Deckel der hochwertigen Verpackung wird aufgeklappt und darunter verbirgt sich zunächst einmal ein großes Mauspad. Darunter wiederum befindet sich gut verpackt die Grafikkarte. Neben der Grafikkarte liefert MSI auch noch eine Stütze, die aus einer Klammer, an der die Karte befestigt wird, einem Standfuß und einer Stange besteht (alles aus Aluminium). Die Klammer ist höhenverstellbar und in den Fuß wird die Stange über ein Gewinde verschraubt. Somit lässt sich die Karte mit einem Gewicht von 1,88 kg am Boden des Gehäuses abstützen.

Die Tatsache, dass es sich bei der MSI GeForce RTX 3080 Suprim X um ein High-End-Modell handelt wird vor allem durch die Abmessungen deutlich. Samt Kühler kommt sie auf 330 mm in der Länge und hier kann es je nach Gehäuse auch schon zu Problemen kommen. Man sollte also vor dem Kauf unbedingt nachmessen, ob die Karte auch in das eigene Gehäuse passt oder beispielsweise ein Laufwerkskäfig im Weg ist.

Außerdem ist die Karte 140 mm hoch und belegt drei Slots. Die Front wird von drei großen Axiallüftern dominiert, die MSI im Durchmesser so gewählt hat, dass eigentlich kaum größere Modelle hier noch Platz gefunden hätten. Der bronzefarbene mittlere Bereich der Abdeckung besteht aus Aluminium, die rechts und links davon befindlichen schwarzen Abdeckungen bestehen aus Kunststoff.

Auf der Rückseite verbaut MSI eine komplett geschlossene Backplate, die nur zwischen der Spange, welche den Kühler auf die GPU presst, ein paar Bauteile herausblitzen lässt. Ein großer "Suprim"-Schriftzug verrät den Modellnahmen und rechts davon ist der MSI-Drache zu sehen. Die Backplate besteht aus Aluminium und ist im linken oberen Bereich mit einer stärker aufgerauten, gebürsteten Oberfläche versehen worden. Der restliche Bereich ist etwas feiner und um 90 °C gedreht gebürstet.

Die drei Axiallüfter haben einen Durchmesser von jeweils 95 mm. Alle drei drehen diese in die gleiche Richtung. Im Wechsel mit allen zwei Lüfterblättern hat MSI die Lüfterschaffeln an den Spitzen zusammengefasst. Erst ab einer GPU-Temperatur von 64 °C beginnen sich die Lüfter zu drehen. Lässt die Last nach und die GPU-Temperatur fällt unter einen Wert von 42 °C schalten sich die Lüfter wieder ab. Es gibt zwei Lüfterprofile, zwischen denen via BIOS-Switch gewechselt werden kann. Zu den Unterschieden kommen wir bei den Messungen.

Zwischen den beiden Lüftern befinden sich einige Elemente der RGB-Beleuchtung. Diese sind als halbtransparente/milchig erscheinende Streifen zu erkennen. Die Abdeckung aus Aluminium ist an den Kanten außerdem noch einmal schräg angeschliffen, was sie silbern glänzen lässt und damit ein weiteres Design-Element hinzufügt.

Auf der Stirnseite der Karte verbaut MSI eine transparente Abdeckung mit Gravur, die im Betrieb mittels zahlreicher RGB-LEDs angestrahlt wird. Wie dies aussieht, werden wir später noch sehen. Außerdem lässt sich bei einem seitlichen Blick recht gut das Volumen des Kühlers erkennen.

Die zusätzliche Stromversorgung der MSI GeForce RTX 3080 Suprim X erfolgt über gleich drei 8-Pin-Anschlüsse. Damit können laut Spezifikation bereits 450 W an die Karte geführt werden – mehr als es das Power-Limit zulässt. Allerdings könnten die Buchsen auch weit mehr vertragen, sodass man hier keinerlei Limitierung in der Versorgung zu befürchten hat.

Allerdings hat eine Ausstattung mit drei Anschlüssen auch einen nicht so schönen Effekt. Das Kabelmanagement ist alles andere als einfach und man kann von NVIDIAs 12-Pin-Anschluss halten, was man will, er macht die Verkabelung einfacher, da nur einer anstelle von zwei oder drei Kabelsträngen notwendig sind.

Um die Spannungen zu filtern verwendet MSI zwei POSCAPs und 4x 10 MLCCs. Auf einer GeForce RTX 3090 Gaming X Trio 24G verwendet MSI vier POSCAPs und 2x 10 MLCCs. Dies muss aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass wir hier die bessere Konfiguration sehen – sie ist einfach nur anders ausgelegt.

Im eingebauten Zustand ist in vielen Gehäusen mehr von der Rück- als von der Vorderseite einer Grafikkarte zu sehen. Entsprechend hat sich MSI viel Mühe bei der Gestaltung der Backplate gemacht. Der MSI-Drache wird beleuchtet, was wir später noch sehen werden und die gebürstete Oberfläche hinterlässt einen hochwertigen Eindruck.

Direkt bei den Stromanschlüssen befindet sich ein BIOS-Switch. Hinter den zwei BIOS-Versionen sind unterschiedliche Lüfterprofile hinterlegt. Takt und Power-Limit sind in beiden Versionen identisch.

Auf der Slotblende bietet die MSI GeForce RTX 3080 Suprim X dreimal DisplayPort 1.4 und einmal HDMI 2.1. Die Öffnungen in der Slotblende erfüllen in der Kühlung keinerlei Zweck, da die Karte in dieser Richtung keine warme Luft bläst.

Im eingebauten und eingeschalteten Zustand zeigt sich die RGB-Beleuchtung in ihrer vollen Pracht. MSI verbaut einen leuchtenden Streifen, der die komplette Länge der Karte umfasst. Außerdem wird das Suprim-Logo beleuchtet. Über das Dragon Center kann die Beleuchtung angepasst werden. So stehen zahlreiche Effekte zur Verfügung und natürlich ist auch eine Synchronisation mit weiteren Komponenten möglich.

Die eben angesprochenen Streifen zwischen den Lüftern leuchten ebenfalls auf – genau wie das Drachen-Logo auf der Backplate.

Auf eine Demontage der Karte haben wir aus Zeitgründen verzichtet. Das PCB ist mit der GeForce RTX 3090 Gaming X Trio 24G identisch – insofern gibt es hier keinerlei Unterschiede. Gleich 18 Spannungsphasen kümmern sich um die Versorgung der GPU, des Speichers sowie einige weitere Spannungsebenen, die hier angesprochen werden müssen. Um derart viele Spannungsphasen mit ähnlichen Signallaufwegen realisieren zu können, muss MSI diese auf beiden Seiten der GPU platzieren.

Der Kühler versorgt neben der GPU auch die acht Speicherchips und sämtliche Komponenten der Spannungsversorgung. Auf einen direkten Kontakt zwischen der GPU und den Heatpipes verzichtet MSI bei der GeForce RTX 3080 Suprim X. Stattdessen ist eine vernickelte Kupferplatte dazwischen vorhanden.

Dennoch aber versucht MSI den Kontakt zwischen den Heatpipes und dem Kühler zu optimieren. Die üblicherweise runden oder ovalen Heatpipes werden abgeflacht, um die Kontaktfläche zu vergrößern.