Seite 6: 12-Pins sorgen für Aufregung

Bereits im Frühjahr kursierten die ersten Gerüchte, NVIDIA könnte die Art der zusätzlichen Spannungsversorgung verändern. Der ominöse 12-Pin war geboren und die Gerüchte überschlugen sich. Sogar neue Netzteile sollten sich die Käufer der neuen Karten anschaffen müssen.

NVIDIA begründet die Verwendung der hochkant stehenden Buchse mit dem geringeren Platzbedarf. Dies ist auch durchaus ein Argument, denn für die neue 12-Pin-Buchse sprechen wir von 20,4 x 6,86 x 9,25 mm. Eine 8-Pin-Buche kommt auf 18 x 10 x 10,5 mm. Müssen zwei dieser 8-Pin-Buchen verbaut werden, nehmen diese doppelt so viel Platz ein, wie eine 12-Pin-Buche.

Astron Technology ist einer der Hersteller, der eine solche Buchse anbietet. Es ist also durchaus möglich, dass auf einigen Karten von NVIDIA eben diese zum Einsatz kommt. Auf der Zeichnung sind die Abmessungen, aber auch die Pin-Abstände zwischen den einzelnen Kontakten zu erkennen. Außerdem nennt der Hersteller die bereits erwähnten 12 Zyklen, die eine solche Buchse mindestens aushalten muss.

Auf dem PCB wird die 12-Pin-Buche natürlich nicht über 12 Kontakte verbunden, sondern nur über sechs. Jeweils zwei werden für die 12 V, Masse und Sense-Pin verwendet. Mittig unten ist das PCB-Layout für die Buchse zu sehen und eben dieses Layout finden wir auch auf dem PCB der GeForce RTX 3080 (unten).

NVIDIA verwendet auf den Founders Editionen also einen neuen 12-Pin-Anschluss. Der Hersteller liefert aber auch gleich den passenden Adapter mit, so dass Nutzer ihre 6+2-Pin-Stecker verwenden können. Auf den Produktseiten der Karte führt NVIDIA 2x 8-Pin oder 1x 8-Pin als Mindestvoraussetzung für die Versorgung auf. Dies bezieht sich aber auf die Kompatibilität zum Netzteil. Die Karten verwenden den 12-Pin-Anschluss und jeder dessen Netzteil ausreichend Anschlüsse und eine ausreichende Leistung liefert, kann die neuen GeForce-RTX-Karten daran auch verwenden.

Einige Netzteilhersteller haben für ihre modularen Netzteile inzwischen Kabel entwickelt, die auf der einen Seite direkt in das Netzteil gesteckt werden und auf der anderen Seiten den 12-Pin-Stecker verwenden. Wir haben bereits ein solches Kabel von Seasonic erhalten. Aber auch FSP, Corsair und viele anderen werden solche Kabel anbieten. Diese wird man natürlich kaufen müssen.

Warum man bei einem modularen Netzteil das entsprechende Kabel der Nutzung des von NVIDIA beigelegten Adapters bevorzugen sollte, ist recht einfach erklärt. Ein Adapter an 2x 6+2-Pin sorgt für ein weiteres Kabel im Gehäuse. Zudem fügt es eine Steckverbindung hinzu, die Verluste hervorruft und die Versorgung damit ineffizient macht.

Ein paar Fakten noch zu den Kabeln, die von den Netzteilherstellern angeboten werden: Diese sind nicht von NVIDIA spezifiziert, eine entsprechende Zertifizierung wird von NVIDIA auch nicht vorgenommen. Für den Stecker können die Hersteller aber auf eine von NVIDIA bereitgestellte AVL (Approved Vendor List) zurückgreifen. Wichtig ist dies für den Stecker, da er in die Buchse passen muss und selbst kleinste Toleranzen können schon dazu führen, dass der Stecker nicht mehr in die Buchse passt.

Seasonic verwendet für sein Kabel ebenfalls einen Stecker von der AVL. Bei den verwendeten Leitern handelt es sich um 18AWG, die in dieser Form auf 9 A ausgelegt sind. Mit dieser Wahl hofft Seasonic für die Zukunft gerüstet zu sein. Offenbar geht man davon aus, dass bei 350 W für die GeForce RTX 3090 noch nicht das Ende der Fahnenstange in dieser Hinsicht erreicht ist. Bis zu 600 W würde Seasonic gerne über das eigene Kabel übertragen können. Da wir das Power-Limit der neuen Karten noch nicht kennen, sollten es auch mehr als 350 W sein, auf das die Komponenten ausgelegt sind.